Blogparade! Der Anlagenotstand und wir

Was gibt es zu sagen zu historisch niedrigen Zinsen und finanzieller Repression?

Der Herbst wird jeden Tag dunkler, und die Lage der Weltwirtschaft scheint sich auch nicht entscheiden aufzuhellen. Eine gute Zeit, um zu einer kleinen Blogparade aufzurufen, haben Ulrich vom Value Blog und ich uns gedacht – und setzen die Idee hiermit in die Tat um. Bei der Suche nach einem nicht zu eng und nicht zu weit gesteckten, hoffentlich interessanten Thema kamen uns zwei Schlagworte in den Sinn, an denen momentan kein Weg vorbeizuführen scheint. Das eine heißt „Anlagenotstand“, das andere „Finanzielle Repression“. Wir hoffen, dass sie möglichst vielen Finanz- und Börsenbloggern als Inspiration zu analytischen, pessimistischen, humoristischen oder anderweitig spannenden Artikeln dienen.

Wichtig genug scheint das Thema allemal, immerhin liest man derzeit allerorten, dass es die Sparer – und gerade die jungen – sind, die über niedrige Zinsen und höhere Inflationsraten langfristig die Zeche für die seit Jahren andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise zahlen werden. Also sind irgendwie fast alle betroffen. Oder gibt es Wege, dem Problem zu entgehen, und alles ist gar nicht so schlimm?

Bei der Blogparade mitmachen: So funktioniert’s

Wer sich an der Blogparade beteiligen will, braucht eigentlich nur bis zum 30. November einen Artikel auf seinem Blog zu veröffentlichen – und Ulrich oder mich dann darauf aufmerksam zu machen. Mit einem Link beziehungsweise Trackback zu diesem Ausgangsbeitrag funktioniert das womöglich sogar automatisch, darauf verlassen würde ich mich aber nicht (ich misstraue meiner Blog-Software und verstehe sie nicht recht). Ein Kommentar, ein Tweet @handundstein oder eine E-Mail an mich beziehungsweise Ulrich sind deshalb sicher hilfreich.

Wir sammeln die Beiträge dann auf unseren Blogs, verlinken sie und aktualisieren überhaupt regelmäßig die Ausgangsartikel. Natürlich hoffen wir dabei auf rege Diskussionen nicht nur hier, sondern auch zu den einzelnen Beiträgen. Und am Ende haben wir im besten Fall ein Panorama, das viele verschiedene Sichtweisen auf das Thema bietet.

Für den Anfang würden wir uns aber einfach nur freuen, wenn möglichst viele aus der regen Finanz-Blogosphäre sich beteiligen würden. Und: Weitersagen schadet sicher auch nicht…

Bisher erschienene Beiträge – Aktualisierung am 4. Dezember

Hier also eine – hoffentlich bald wachsende – Liste mit allen in der Blogparade erschienenen Beiträgen:

  • Value Blog: Dividendenwachstum als Rentenaufbesserung – Ulrich erläutert eine Strategie, die auch in einem Umfeld niedriger Zinsen attraktive und wachsende Erträge bringen kann: die Investition in Aktien mit der Hoffnung auf stetig wachsende Ausschüttungen. Nach dem ersten Teil hat Ulrich auch die zweite Folge dieser kleinen Artikelserie bereits veröffentlicht.
  • Geld schläft nicht: Finanzielle Repression – ein Plädoyer für die Aktie – Bei Geld schläft nicht wird kompetent und trotzdem kurzweilig nachgezeichnet, wo die Wurzeln des derzeitig so niedrigen Zinsniveaus liegen. Der Text greift dazu zurück bis in die 90er-Jahre. Und das versprochene Plädoyer für die Aktie liefert er natürlich auch.
  • Der Privatanleger: Der Anlagenotstand als Dilemma – Viele Ratschläge zur Bekämpfung des viel beschworenen Anlagenotstands laufen auf eine Erhöhung des Portfoliorisikos hinaus. Das bedeutet aber für viele Anleger: Sie ersetzen ein Übel durch ein anderes. Ein Artikel als Ausdruck der Hilflosigkeit.
  • SoeinDing.de – Geldanlage: Blogparade – der Anlagenotstand und wir – Christoph erklärt in seinem Blog, wie man seinen Spargroschen in Zeiten negativer Realzinsen anlegen sollte – und gibt damit eine Antwort auf die von mir im Dilemma-Artikel gestellte Frage (obwohl beide Artikel sich zeitlich überschnitten haben).
  • Kapitalmarktexperten.de: Die Mär vom Anlagenotstand – Ein kritischer Artikel zum Begriff: Gibt es den Anlagenotstand überhaupt, oder befinden sich Anleger, wenn sie denn wollen, derzeit nicht doch eher im Dividendenhimmel?
  • Die Börsenblogger: Privatanleger fürchten Inflation – und was ist mit den Niedrigzinsen? Marc von den Börsenbloggern nimmt eine Pressemitteilung der Börse Stuttgart über Inflationsängste bei Privatanlegern zum Anlass auf die Gefahr hinzuweisen, die vom derzeit niedrigen Zinsniveau ausgeht – und eine Anlageempfehlung abzugeben.
  • finanziell umdenken! Finanzielle Repression – na und!? Wenn man den Beiträgen zu dieser Blogparade etwas vorwerfen kann, dann höchstens, dass sie entweder gar keine Lösung für die festgestellten Probleme anbieten – oder relativ einhellig Aktien empfehlen. Lars stellt in seinem Artikel auch eine Reihe anderer interessanter Anlageklassen vor.
  • Trading Options: „Anlagenotstand“ und „finanzielle Repression“ – Der Titel von Gerts Artikel ist nicht der originellste, den die Welt bisher gesehen hat. Der Beitrag an sich ist aber tatsächlich eine schöne Abwechslung in unserer Blogparade – weil er sich weniger auf die Anlageprobleme konzentriert, die sich durch finanzielle Repression ergeben. Sondern auf das vorwiegend politische Phänomen selbst.

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