Degi Global Business: Abwertung um 21,6 Prozent

Krise der Offenen Immobilienfonds, Teil X - ein auf Institutionelle Investoren ausgerichteter Fonds muss seinen Immobilienbestand massiv abwerten.

Die Fondsgesellschaft Aberdeen Immobilien muss ihren auf Institutionelle Investoren ausgerichteten Immobilienfonds Degi Global Business heftigst abwerten – um 21,6 Prozent. Das berichtet Das Investment unter Berufung auf den Branchendienst „Fonds im Visier“. Dem Bericht zufolge wurde der Immobilienbestand bei einer vorgezogenen Neubewertung um 13 Prozent abgewertet. Weil der Fonds aber relativ großzügig Fremdkapital eingesetzt hat, werden die Abwertungen verstärkt, so dass der Wert der Anteilsscheine sogar um mehr als 20 Prozent sinkt. Einzige gute Nachricht: Kleinanleger dürften nicht betroffen sein, das Mindestanlagevolumen liegt nämlich bei 75.000 Euro.

Nun hatte ich mich Anfang des Jahres noch gewundert, dass so viele Fonds für Institutionelle unter den besten Offenen Immobilienfonds des Jahres 2009 waren. Der Degi Global Business belegte Platz 4 im Performance-Ranking. Aber das Problem mit Preisen, die sich nicht am Markt bilden, ist eben: Man weiß nie, was sie wirklich wert sind. Und die Vorjahres-Performance des Degi Global Business war offenbar nicht viel wert.

Degi Global Business nimmt keine Anteile mehr zurück

Zu einer Rückgabewelle wird die Abwertung des Fonds nun allerdings sicher nicht führen: Die Fondsgesellschaft nimmt seit November 2009 keine Anteile mehr zurück. Das gilt im Übrigen auch für die Publikumsfonds Degi Europa und Degi International. Letzterer war nach der Finanzkrise des Jahres 2008 der erste Offene Immobilienfonds gewesen, der nach einer vorübergehenden Schließung die Anteilsrücknahme wieder aufgenommen hatte.

Allerdings war auch die Öffnung nicht von Dauer: Nach einer Abwertung des Morgan Stanley P2 Value um 14 Prozent hatten Anleger erneut massenhaft Geld aus Offenen Immobilienfonds abgezogen. Auch der deutlich größere Axa Immoselect musste deshalb erneut schließen.

Wie sehen die Folgen für die Offenen Immobilienfonds insgesamt aus?

Für die Spekulationen um die derzeit hohen Abschläge im Börsenhandel der Offenen Immobilienfonds dürfte damit eine einleuchtende Begründung gefunden sein: Es herrscht offenbar wirklich große Angst vor Abwertungen bei weiteren Fonds.

Die Frage ist: Wie begründet sind diese Ängste? Und: Können sich Fonds ohne starke Vertriebsorganisation im Rücken – wie eben der Degi Europa oder der Degi International – überhaupt noch einmal aus ihrer misslichen Lage befreien?

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