Schade: Kleinaktionäre sind den Unternehmen nicht wichtig
Schade, wenn auch nicht so richtig unerwartet: Einer Umfrage des auf Kapitalmarktkommunikation spezialisierten Beratungsunternehmens Publicis zufolge messen 60 Prozent der im DAX, MDAX und TecDAX gelisteten deutschen Unternehmen Privatanlegern keine große Bedeutung für ihre Investor Relations zu.
Die Aktienpublizität fokussiert sich demnach immer stärker auf institutionelle Investoren. Und auch in einer Krise wie der derzeitigen werden Privatanleger offenbar nicht als stabilisierender Faktor gesehen, der es wert ist, umsorgt zu werden. Lediglich 20 Prozent der befragten Unternehmen sehen Publicis zufolge eine Chance, dass Privataktionäre künftig eine größere Rolle in ihrer Investor-Relations-Strategie spielen.
Besonders ausgeprägt sei dieser Trend bei MDAX- und TecDAX-Unternehmen. Bernd Rauch von Publicis sieht in dem Umfrageergebnis die Bestätigung eines längerfristigen Trendes: „Während in den 80er und 90er Jahren eine klarer Wille bestand, auch breitere Bevölkerungsschichten für eine Aktienanlage zu gewinnen, zeigt unsere aktuelle Untersuchung, dass Investor Relations heute und in Zukunft den Privatanleger mehr und mehr ausblendet und sich überwiegend auf Aktienanalysten und institutionelle Investoren, wie zum Beispiel Fondsgesellschaften, fokussiert."
Damit bleibe allerdings eine wichtige Erfahrung aus dem Börsencrash von 1987 unberücksichtigt: Privatanleger seien oft von kurzfristigen Anlagezielen unabhängiger und blieben auch in Krisen länger investiert - oder kauften sogar nach. Ist das wirklich so? Ich habe da so meine Zweifel.
Übrigens auch an den Umfrage-Ergebnissen: Befragt wurden 20 Unternehmen. Bisschen wenig, oder?








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