Offene Immobilienfonds im Porträt: der SEB Immoinvest (WKN 980230)
Der SEB Immoinvest (WKN 980230, ISIN DE0009802306) ist einer der traditionsreicheren Offenen Immobilienfonds in Deutschland – er wurde bereits im Mai 1989 aufgelegt. Seither war er recht erfolgreich: Mit einem Fondsvermögen von rund 6,5 Mrd. Euro Ende Mai gehört er zu den fünf größten Offenen Immobilienfonds.
Natürlich dürften Anleger den Erfolg eines Fonds aber eher an der Rendite messen. Auch in dieser Hinsicht kann der SEB Immoinvest sich sehen lassen: 6 Prozent pro Jahr stehen seit der Auflegung zu Buche. Auf Sicht von zehn Jahren waren es 5 Prozent pro Jahr und auf Einjahres-Sicht immerhin 4,7 Prozent.
Daran hat auch die Aussetzung der Anteilsrücknahme nichts ändern, die von Ende Oktober bis Ende Mai währte – im Laufe der Finanzkrise war die Liquidität des SEB Immoinvest so stark gesunken, dass sie unter die gesetzliche Mindestschwelle von 5 Prozent zu fallen drohte. Also nahm die Fondsgesellschaft über Monate keine Anteile zurück, damit die Situation sich entspannen konnte. In dieser Zeit konnten Anleger ihre Anteile nur über die Börse verkaufen. Von dieser Einschränkung abgesehen kamen sie aber mit dem Schrecken davon.
Anlagestrategie und Portfoliostruktur des SEB Immoinvest
Der SEB Immoinvest ist ein weltweit anlegender Offener Immobilienfonds mit einem Schwerpunkt in Europa und hier besonders in Deutschland. 43,3 Prozent des Fondsvermögens befanden sich zum Geschäftsjahresende im März in Deutschland. Zweitwichtigstes Land war Frankreich mit 11,5 Prozent des Fondsvermögens. Auf den weiteren Plätzen folgten die USA, Italien, die Niederlande und Singapur. Insgesamt gehören zum Fonds 144 Objekte in 18 Ländern.
72,4 Prozent der Objekte des SEB Immoinvest sind Büroimmobilien, aber auch Handel und Gastronomie spielen mit zusammen 10,9 Prozent des Fondsvermögens eine gewichtige Rolle. Die Vermietungsquote lag im Frühjahr bei 93,3 Prozent, der Immobilieninvestitionsgrad bei 95,9 Prozent.
Etwa 58 Prozent der Fondsobjekte sind jünger als zehn Jahre, 10,3 Prozent haben mehr als 20 Jahre auf dem Buckel. Bis Ende 2010 laufen 19,4 Prozent der Mietverträge (gewichtet nach den Einnahmen) aus. Hinzu kommen 6,5 Prozent unbefristete Mietverträge. 33,6 Prozent der Mietverträge laufen erst nach 2014 aus, haben also Laufzeiten von mindestens fünf Jahren.
Ratings und Bewertungen für den SEB Immoinvest
Von der Ratingagentur Scope enthielt der SEB Immoinvest im Februar das Rating “BBB”. Damit schaffte er es nicht unter die fünf besten global anlegenden Immobilienfonds. Allerdings war zum Zeitpunkt des Ratings die Anteilsrücknahme ausgesetzt.
Beim Immobilienfonds-Test der Stiftung Warentest belegte der SEB Immoinvest mit einer Gesamtbewertung von 60,8 Prozent Platz 6. Warentest bewertete die Fonds nach ihrer Performance in den zurückliegenden Jahren und bezog dabei auch ein Risikomaß ein.
SEB Immoinvest: Kosten und Gebühren
Die Verwaltungsvergütung für den SEB Immoinvest liegt bei vergleichsweise niedrigen 0,5 Prozent, die Total Expense Ratio (TER) betrug zuletzt 0,6 Prozent. Der (maximale) Ausgabeaufschlag beträgt 5,25 Prozent. Das ist happig, allerdings lässt sich dieser Aufschlag beim Kauf über einen Fondsdiscounter umgehen. Auch Direktbanken bieten Rabatte an. Und falls jemand nicht die Bank wechseln möchte, um den Ausgabeaufschlag zu sparen: Es bleibt immer noch die Möglichkeit, mit der Bank zu verhandeln – oder der Kauf über die Börse. Dann allerdings werden Gebühren fällig, die sich aber nicht auf fünf Prozent summieren sollten.
Die Mindestanlagesumme für den SEB Immoinvest liegt bei 50 Euro (wenn man einen Sparplan nutzt).
Die letzten Ausschüttungen des SEB Immoinvest
Im Jahr 2008 schüttete der SEB Immoinvest 2,50 Euro je Fondsanteil aus. Etwa 35 Prozent davon waren für Privatanleger steuerfrei. In diesem Jahr betrug die Ausschüttung nur 2,10 Euro je Fondsanteil. Ausschüttungsdatum war der 19. Juni. Eine genaue Aufschlüsselung der Ertragsdaten liegt mir noch nicht vor.
Aktuelle Nachrichten zum SEB Immoinvest
Zum Weiterlesen
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Bildquelle: BVI








Wenn es finanziell möglich ist, sollte eine direkte Investition in Immobilien immer die bessere Alternative sein.