Die falschen Versprechungen der Absolute-Return-Fonds
Jedes Jahr eine positive Rendite - kann das klappen?
Die Performance eines Wertpapiers oder Investmentfonds nur über zwölf Monate hinweg zu betrachten, ist ja immer so eine Sache. Wenn es aber um die tolle Marketing-Erfindung Absolute Return geht, ist sogar so ein kurzer Zeitraum sinnvoll. Weil er schon ausreicht, um zu sehen, wie leer das Versprechen einer positiven Rendite unabhängig vom Markt letztlich ist.
FAZ.net hat jetzt (und auch schon mal vor drei Wochen) eine kleine Bilanz gezogen, die in aller Deutlichkeit zeigt, wie sinnvoll solche Fonds sind: überhaupt nicht.
Aber was ist noch mal Absolute Return? Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Anleger-Lexikon.de bietet aber zumindest eine an, die ziemlich vernünftig klingt (und wohl auch das widerspiegelt, was gemeinhin unter dem Begriff verstanden wird): "Als absolute Return bezeichnet man das Bestreben eines Fondsmanagers, jedes Jahr ein positives Ziel zu erwirtschaften."
Also: Wer eine negative Rendite erwirtschaftet, hat versagt. Da hilft es dann auch wenig, das Versagen auf die "anomalen Marktbedingungen" des vergangenen Jahres zu schieben - die Rendite soll ja gerade unabhängig von den Marktbedingungen erwirtschaftet werden. Nur: Zaubern können halt auch die höchstbezahlten Fondsmanager nicht.
Beispiel Pioneer Investments Total Return A. Er soll nach Auskunft der Fondsgesellschaft "eine stetige Rendite bei geringem Risiko" erreichen. Seine Wertentwicklung in den vergangenen 12 Monaten betrug leider -29 Prozent. Da bleibt einem tatsächlich der Mund offen stehen. Immerhin: Der Fonds ist mit einer Total Expense Ratio von 1,03 zum Jahresende 2008 sogar noch recht günstig.
Andere hauen ganz anders rein: Einer einige Wochen alten Liste von FAZ.net zufolge weisen acht der zehn besten Mischfonds über die vorherigen zwölf Monate eine negative Sharpe Ratio auf, also ein ziemlich schlechtes Verhältnis von Rendite und Risiko. Dennoch verlangen ebenfalls acht dieser zehn Fonds zusätzlich zum Ausgabeaufschlag und der Verwaltungsgebühr (zwischen 0,9 und 2 Prozent) eine Performancegebühr. Ziemlich unbescheiden. Getoppt wird das aber noch vom Allianz RCM Systematic Multi Strategy AT. Der weist auf Jahressicht nicht nur eine negative Sharpe Ratio aus, sondern direkt eine negative Rendite von -1 Prozent. Das ist nicht viel. Dafür ist der Fonds mit 1,75 Prozent Verwaltungsgebühr und 0,5 Prozent Depotbankvergütung (Quelle: Fondsweb) bei den Kosten ganz vorne mit dabei. Immerhin: Die Performancegebühr dürfen die Anleger sich dieses Jahr sparen. Die fällt nämlich nur an, wenn der Fonds den 3-Monats-Euribor schlägt. Eigentlich kein allzu ehrgeiziges Ziel. Aber - na ja...
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