Offene Immobilienfonds im Porträt: der Axa Immoselect (WKN 984645)
Dieser Fonds wurde erst im Jahr 2002 aufgelegt - und ist doch schnell gewachsen.
Der Axa Immoselect (WKN 984645 / ISIN DE0009846451) ist ein Offener Immobilienfonds, der erst im Jahr 2002 aufgelegt wurde. Dennoch hat er bereits ein Fondsvolumen von 3,7 Mrd. Euro (Stichtag: 31. Mai 2009) und zählt damit zu den größeren Offenen Immobilienfonds in Deutschland. Wie andere Immobilienfonds auch hatte der Axa Immoselect in den vergangenen Monaten allerdings Probleme: Um die Liquidität des Fonds zu sichern, setzte die Fondsgesellschaft am 28. Oktober 2008 die Rücknahme von Anteilen aus.
Anfang Juli 2009 warten die Anleger noch immer darauf, dass sie ihre Anteile wieder an die Fondsgesellschaft verkaufen können. Zwar gab es zwischendurch Gerüchte um eine Öffnung des Axa Immoselect bis Ende Juni. Diese bewahrheiteten sich allerdings nicht. Den Anteilseignern des Axa Immoselect blieb also nur, zuzuschauen, wie andere Offene Immobilienfonds die Anteilsrücknahme wieder aufnahmen - der SEB Immoinvest und der CS Euroreal etwa.
Auch in Sachen Rendite läuft der Axa Immoselect anderen Offenen Immobilienfonds derzeit eher hinterher. 3,13 Prozent beträgt die Fondsperformance auf Jahressicht. Beim bereits erwähnten CS Euroreal waren es 4,24 Prozent, beim Hausinvest Europa sogar 4,73 Prozent. Ich habe schon Experten sagen hören, dass es jüngere Fonds in der derzeitigen Krise schwerer hätten, weil deren Immobilien sensibler auf Bewertungsänderungen reagierten. Ob das wirklich so ist, kann ich nicht sagen, aber eine mögliche Erklärung ist es zumindest. Immerhin: Die Rendite des Axa Immoselect auf Fünf-Jahres-Sicht liegt bei 4,42 Prozent pro Jahr.
Anlagestrategie und Portfoliostruktur des Axa Immoselect
Damit sind wir auch schon bei der Portfoliostruktur des Immoselect. Er hat in der Tat viele junge Objekte im Portfolio. 48,1 der Immobilien sind nicht älter als fünf Jahre, rund 65 Prozent sind nicht älter als zehn Jahre.
Der geographische Schwerpunkt des Fondsvermögens liegt in Frankreich. 31,7 Prozent des Immobilienvermögens befindet sich dort. Zweitwichtigstes Land ist Deutschland (19 Prozent), gefolgt von den Niederlanden (13,1 Prozent), Italien (10,9 Prozent) und Spanien (7,3 Prozent). Großbritannien kommt überhaupt nicht vor. Insgesamt also ein interessanter Mix (recht westeuropalastig).
Im Portfolio dominieren die Büroimmobilien (68,9 Prozent Anteil an der Nettosollmiete) vor Einzelhandelsimmobilien (11 Prozent) und Hotels (6 Prozent). Bis zum Jahr 2010 laufen 18,8 Prozent der Mietverträge (wieder gewichtet nach Einnahmen) aus. Demgegenüber laufen 47,5 Prozent der Verträge erst nach 2014 aus, haben also eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Das ist ein deutlich höherer Anteil als etwa beim SEB Immoinvest - und verspricht längerfristig sichere Mieteinnahmen.
Ratings und Bewertungen für den Axa Immoselect
Von der Ratingagentur Scope erhielt der Axa Immoselect im Februar 2009 das eher mittelmäßige Rating "BB". Die besten Ratings unter den auf Europa fokussierten Offenen Immobilienfonds erhielten der Grundbesitz Europa und der Hausinvest Europa. Beide wurden mit der Note "AA" ausgezeichnet.
Im Ranking der Stiftung Warentest im Mai 2009 landete der Axa Immoselect auf Rang 9 unter 22 getesteten Offenen Immobilienfonds - ein Platz im vorderen Mittelfeld also. In das Ranking flossen die Performance in der Vergangenheit und ein Risikomaß ein.
Kosten und Gebühren beim Axa Immoselect
Der Ausgabeaufschlag für den Axa Immoselect liegt bei bis zu fünf Prozent. Das ist happig, andererseits aber bei Offenen Immobilienfonds offenbar marktüblich. Und das Wichtigste: Der Ausgabeaufschlag lässt sich reduzieren oder sogar ganz umgehen, wenn man bei einer Direktbank oder einem Fondsvermittler kauft.
Die Verwaltungsgebühr des Axa Immoselect liegt bei 0,6 Prozent im Jahr. Interessanterweise kann aber - je nach Performance - eine zusätzliche Gebühr von 0,1 Prozent anfallen. So wenig ich solche Performancegebühren auch mag: 0,1 Prozent sind irgendwie drollig. Interessant wäre es noch zu wissen, welche Kriterien im Einzelnen erfüllt sein müssen, damit die Gebühr anfällt.
Die letzten Ausschüttungen des Axa Immoselect
Am 24. Juli 2008 schüttete der Axa Immoselect 1,80 Euro je Anteil aus. 70 Cent davon waren nach Angaben der Fondsgesellschaft steuerfrei, also etwas mehr als ein Drittel. Am 24. Juli 2009 schüttete der Immoselect 1,85 Euro je Anteil aus. Davon waren 1,14 Euro steuefrei.
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