Von Aktienfonds bis Rentenfonds: das kleine Fondsarten-ABC

Die wichtigsten Typen von Investmentfonds im Überblick

Das ABC beginnt bei A wie Aktienfonds, endet aber schon bei R wie Rentenfonds. Aber immerhin: Es gibt ziemlich viele verschiedene Fondsarten. Eine kleine, unsystematische und ziemlich sicher unvollständige Übersicht.

Aktienfonds investieren in Aktien

Auch wenn die Überschrift dooft klingt - sie trifft es halt. Aktienfonds sind Sondervermögen, die (hauptsächlich) in Aktien investieren. Je nach der Ausgestaltung eines Fonds konzentrieren sich die Aktienfonds-Manager jeweils auf eine Region (Europa, Südamerika, Asien etc.) oder Branche (Neue Energie, Biotech etc.). Ziel aktiv gemanagter Aktienfonds ist in der Regel, einen vorher festgelegten Vergleichsindex zu schlagen. Es gibt aber auch passiv gemanagte Indexfonds, die einfach nur versuchen, einen Index so genau wie möglich abzubilden. Der erste Investmentfonds in Deutschland wurde im Jahr 1950 aufgelegt.

Dachfonds investieren in andere Fonds

Dachfonds waren mal in Mode, glaube ich. Obwohl ich nicht wirklich verstehe, warum. Dachfonds sind einfach nur Fonds, die in andere Fonds investieren - in Offene Immobilienfonds, Aktienfonds, Rentenfonds oder eine bunte Mischung aus allen möglichen Fondsarten. Wer als Anleger einen Dachfonds kauft, zahlt deshalb doppelt Gebühren: die für die Verwaltung des Dachfonds und die für die Verwaltung der Zielfonds - jene Fonds also, in die der Dachfonds am Ende das Geld steckt. Wenn man dann bedenkt, dass die Kosten einer Anlage einer der größten Einflussfaktoren auf die Rendite sind, kann man sich den Rest ausmalen.

ETFs: börsengehandelte Indexfonds

ETFs können in Renten, in Aktien, in Rohstoffe und alles mögliche andere investieren. Was sie auszeichnet, ist nicht ihr Anlageuniversum, sondern die Tatsache, dass sie über die Börse gehandelt werden. Außerdem verfügen sie in der Regel nicht über ein aktives Fondsmanagement sondern bilden passiv einen Index ab. Daher sind sie günstig. Und transparent. Also gut für die Rendite. Es gibt allerdings auch aktiv gemanagte ETFs. Wer's braucht...

Geldmarktfonds: der Tagesgeldersatz

Geldmarktfonds sind Schnickschnack. Finde ich jedenfalls. Sie sollen Anlegern eine Rendite in Höhe der Geldmarktsätze für Großanleger bieten. Diese sind theoretisch nämlich besser als die Tagesgeldsätze für Privatanleger. Praktisch entstehen bei Geldmarktfonds aber Kosten. Und manchmal sogar Kursverluste, obwohl das bei einem täglich verfügbaren Bargeld-Ersatz wirklich nicht vorkommen sollte. Na ja, Shit happens, besonders in Finanzkrisen. Einen Vorteil haben die Dinger aber doch noch: Anleger sollen täglich über die darin festliegenden Mittel verfügen können. Wie bei Tagesgeld eben. Geldmarktfonds wurden in Deutschland 1994 zugelassen.

Hedgefonds: investieren in wirklich alles

Hedgefonds mischen alle möglichen Anlagestrategien, um eine von der Marktentwicklung unabhängige Rendite zu erzielen. Sie können Kredite aufnehmen (Leverage), um die Rendite zu erhöhen. Sie können Derivate kaufen, um sich abzusichern oder besonders riskant zu spekulieren. Und sie können Wertpapiere verkaufen, die sie gar nicht besitzen (Leerverkauf). Kurz: Sie sind eher wenig reguliert. In Deutschland dürften Hedgefonds überhaupt nicht an Privatanleger verkauft werden. Investieren kann man in die Dinger nur über Dachfonds (Fund of Funds). Das dürfte sich aber eher wenig lohnen: Hedgefonds an sich sind schon schweineteuer - wenn noch Dachfonds-Gebühren dazukommen, bleibt für Anleger noch weniger übrig

Laufzeitfonds laufen irgendwann aus

Laufzeitfonds sind Fonds, deren Laufzeit von vorneherein beschränkt ist. Das heißt, sie werden irgendwann fällig, und die Anleger erhalten ihr Geld zurück. Vor der Fälligkeit können sie aber möglicherweise über die Börse gehandelt werden. Laufzeitfonds haben oft eine spezielle strategische Ausrichtung und verwalten ihre Vermögen während der Laufzeit eher passiv. Deshalb sind sie in der Regel nicht allzu teuer. Eine Sonderform der Laufzeitfonds sind Lebenszyklusfonds. Die haben ebenfalls eine feste Laufzeit und verändern zum Laufzeitende hin ihre Anlagestrategie - entsprechend des "Lebenszyklus" des Fonds.

Mischfonds mischen Aktien und Anleihen

Wie der Name schon sagt: Mischfonds sind eine Mischung aus Aktienfonds und Rentenfonds. Sie dürfen sowohl in Aktien als auch in festverzinslichen (oder variabel verzinslichen) Wertpapieren anlegen. Entsprechend sollte auch ihr Risiko geringer sein als das von Aktienfonds - aber höher als das von Rentenfonds. Gleiches gilt für die Rendite. DIe Kosten liegen zumindest meinem Eindruck nach aber eher auf Aktienfonds-Niveau.

Offene Immobilienfonds: Betongold für jedermann

Aktienfonds sind rechtlich gesehen Aktien-Sondervermögen, Offene Immobilienfonds sind Immobilien-Sondervermögen. Sie investieren also nicht in Wertpapiere, sondern in Stahl und Steine - in Immobilien eben. In aller Regel sind dies Gewerbeimmobilien, vor allem aus den Bereichen Büro und Einzelhandel. Offene Immobilienfonds sind relativ risikoarm und erlitten bisher auch Sicht eines Jahres fast nie Kursverluste. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Fonds in einer Krise die Rücknahme von Anteilen vorübergehend aussetzen. Anleger können ihre Fondsanteile dann nur noch über die Börse verkaufen. Genau das ist in der aktuellen Finanzkrise bei vielen Fonds geschehen. Der erste Offene Immobilienfonds wurde 1959 aufgelegt.

Rentenfonds: nicht unbedingt für die Rente gedacht

Rentenfonds kann man zwar für die Altersvorsorge nutzen, aber das ist nicht der Grund dafür, dass sie Rentenfonds heißen. Der liegt vielmehr darin, dass Rentenfonds in festverzinsliche Wertpapiere investieren, die auch Anleihen oder eben Renten genannt werden. Die gibt es in allen möglichen Ausgestaltungen: Bundesschatzbriefe, Staatsanleihen, Pfandbriefe, Unternehmensanleihen und so weiter. Tendenziell sind Rentenfonds weniger riskant als Aktienfonds und Mischfonds, dafür ist auch die erwartete Rendite geringer. Auch aus diesem Grund würde ich als Anleger hier besonders auf die Kosten achten - oder gar nicht erst in Rentenfonds investieren. Die ersten deutschen Rentenfonds gab es im Jahr 1966.

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