DB X-Trackers: ETF ohne Verwaltungsgebühr?
Es ist die "Top-News" auf der Website von Das Investment: "DB X-Trackers: Erster ETF ohne Verwaltungsvergütung". Tatsächlich: Der Euro-Stoxx-50-ETF von DB X-Trackers soll vom 20. Juli an offiziell keine Verwaltungsgebühr mehr verlangen. Bisher liegt die Gebühr bei 0,15 Prozent pro Jahr. Ist das nur ein Marketing-Gag der Deutsche-Bank-Tochter?
Mich als unwissenden kleinen Privatanleger macht nämlich stutzig, das im Artikel von Das Investment nichts Genaues darüber steht, wie die Fondsgesellschaft denn künftig Geld verdienen will. Und genauso wenig darüber, wie genau die Anleger nun davon profitieren.
Dabei sollte gerade Letzteres ja ziemlich einfach sein: Weniger Verwaltungsgebühr bedeutet eine bessere Performance. Aber ist dem tatsächlich so? Im Artikel steht jedenfalls der rätselhafte Satz: "Eigenen Angaben zufolge hat der Fonds seine Indexvorlage in den vergangenen drei Jahren ohnehin um jeweils 0,5 Prozentpunkte hinter sich gelassen." Das geschah durch Wertpapierleihe. Der ETF hat die Aktien in seinem Wertpapierkorb an Investoren verliehen, die so Aktien leer verkaufen konnten und dafür Gebühren kassiert. Außerdem hat er gegenüber dem Index Steuervorteile, weil bei der Indexberechnung Quellensteuerzahlungen einbezogen werden, die der Fonds nicht komplett entrichten muss.
Das ist ja erst mal schön. Ich hoffe nur, dass jetzt nicht die Verwaltungsgebühr gestrichen und dafür ein Teil der Gewinne aus der Wertpapierleihe und den Steuerersparnissen einbehalten wird. Denn das wäre eben einfach nur ein Marketing-Gag. Wie es sich damit genau verhält, kann ich leider nicht verifizieren. Auf der Website der Fondsgesellschaft gibt's dazu nichts, und Das Investment schweigt sich dazu aus. Also: Warten wir mal auf den 20. Juli.
Ergänzung: Gerade sehe ich, dass das Handelsblatt meine Vermutung bestätigt - für die Kunden bleibt alles beim Alten, die Fondsgesellschaft holt sich ihr Geld einfach anderswo her. Toller Trick, DB-X-Trackers...
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