Morgan Stanley P2 Value: Abwertung um 14 Prozent
Das Management des Offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value hatte "signifikante" Abwertungen angekündigt. Und es hat nicht zu viel versprochen: Heute gab die Fondsgesellschaft bekannt, dass das Immobilienvermögen des P2 Value um insgesamt 231 Millionen Euro abgewertet werden muss. Das sind 7,50 Euro je Anteil oder 14 Prozent. Kein Tippfehler: 14 Prozent.
Das Management des Morgan Stanley P2 Value hatte im Juni eine komplette Neubewertung des Fondsvermögens zum 1. Juli bekanntgegeben. Anschließend verzögerte sich zunächst die Bekanntgabe der Ergebnisse, dann teilte die Fondsgesellschaft mit, dass keine Anteile mehr an Anleger verkauft würden - wegen der zu erwartenden Abwertungen.
Abwertungen in bei Offenen Immobilienfonds ungewohnten Dimensionen
Jetzt sind die Abwertungen da - und sie bewegen sich in einer für Offene Immobilienfonds völlig ungewohnten Dimension. Die Begründung des Managements dafür: "Der Rückgang der Immobilienwerte ist auf eine Kombination aus stark verringerter Investitionsnachfrage und sich verschlechternden Immobilienfundamentaldaten an den globalen Immobilienmärkten zurückzuführen."
Der Morgan Stanley P2 Value ist ein sehr junger Offener Immobilienfonds. Aufgelegt wurde er im Jahr 2005, den Großteil seines Immobilienportfolios kaufte er in den Boomjahren 2006 und 2007 ein. Dann kam die Finanzkrise. Und jetzt kommen die Abwertungen: 66 Mio. Euro in Japan, 50,2 Mio. Euro im eigentlich als relativ sicher geltenden Deutschland, 32,8 Mio. Euro in Spanien, 31,1 Mio. Euro in den USA, 16,7 Mio. in Frankreich.
Andere Offene Immobilienfonds betonen die Unterschiede zum Morgan Stanley P2 Value
Das Portfolio des P2 Value ist relativ stark auf Asien ausgerichtet. Insgesamt befinden sich 34,7 Prozent des Fondsvermögens dort. Verschiedenen Experten zufolge sind die dortigen Immobilienmärkte besonders volatil. Zudem seien kurzfristige Mietverträge an der Tagesordnung. Auch das führt zu stärkeren Schwankungen der Bewertungen - nach oben in Boomzeiten, nach unten im Abschwung. Also jetzt.
Die Konkurrenz des Morgan Stanley P2 Value bemüht sich denn auch, die Unterschiede hervorzuheben. So betont das Management des CS Euroreal in einer Stellungnahme zur Ankündigung der Abwertungen am 13. Juli: "Die Immobilien und damit auch die Wertänderungen offener Immobilienfonds sind aufgrund der unterschiedlichen strategischen Ausrichtung der Portfolios hinsichtlich Ländern, Nutzungsarten, Altersstruktur
etc. wie auch dem unterschiedlichen Timing der Immobilientransaktionen nicht vergleichbar. Daher kann aus der Wertentwicklung eines Immobilienportfolios nicht auf die Entwicklung des Portfolios eines anderen Fonds geschlossen werden."
Immerhin: Der Morgan Stanley P2 Value verkauft wieder Anteile
Eine gute Nachricht für potenzielle neue Anleger gibt es aber auch: Von morgen an gibt der P2 Value wieder Anteile aus - zum verminderten Preis, versteht sich. Ob der Fonds deshalb ein Schnäppchen ist? Ich würde nicht drauf wetten. Schließlich kommt zur misslichen Lage noch hinzu, dass er nach wie vor auch keine Anteile zurücknimmt - und darum kämpft, wieder genügend liquide Mittel aufzubauen. Das dürfte in der jetzigen Lage alles nicht leicht werden. Es bleibt spannend...
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