Deutsche haben kein Vertrauen mehr in Fonds
Wer hätte das gedacht? Nach ein bis zwei Jahren Finanzkrise (je nach Zählweise) haben die Deutschen das Vertrauen in Fonds als Instrument der Altersvorsorge verloren. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine Studie der Fondsgesellschaft Axa Investment Managers.
Danach halten nur noch 42 Prozent der Befragten Fonds für ein gutes Altersvorsorge-Instrument. Im Vorjahr waren es noch 68 Prozent. Vor allem der Teil der Bevölkerung, der keine Fonds besitzt, ist der Studie zufolge sehr skeptisch: Lediglich 38 Prozent attestieren Fonds, dass sie sich gut für die Altersvorsorge eignen (Vorjahr: 67 Prozent).
Auch gibt es ein Ost-West-Gefälle: Im Osten Deutschlands sind nur 39 Prozent von Fonds überzeugt, im Westen sind es 43 Prozent. Besonders interessant ist in dieser Hinsicht die Entwicklung der Zahlen: Im Vorjahr waren nämlich stolze 80 Prozent der Ostdeutschen noch recht angetan von Fonds - gegenüber nur 65 Prozent im Westen.
Das heißt im Klartext wohl: Die Bewohner der neuen Bundesländer haben sich besonders anfällig für die psychologischen Fallen des Wirtschafts- und Börsenbooms gezeigt. Als es gut lief, mochten besonders viele von ihnen Fonds. Jetzt, wo wir uns mitten in einer Krise befinden, ist dafür die Ablehnung besonders groß.
Natürlich ist das weit von rationalem Anlageverhalten entfernt. Das gilt allerdings auch für die alten Bundesländer, wo die Tendenz allenfalls etwas schwächer ausgeprägt ist. Hier wie dort dürfte die neue Abneigung gegen Fonds dazu führen, dass die Menschen zu risikoscheu investieren - und sich erst dann wieder trauen, Risiken einzugehen, wenn alle anderen ihr Geschäft schon gemacht haben. Das klassische Phänomen: zu hohen Preisen kaufen, nach einem Kurssturz verkaufen und erst wieder einsteigen, wenn die Kurse wieder oben sind.
Dabei ist klar: Investmentfonds sind heute nicht schlechter als vor einem Jahr. SIe haben die gleichen Stärken (Transparenz, Risikostreuung, Insolvenzsicherheit) und die gleichen Schwächen (oft hohe Kosten) wie vor der Krise. Aber für Anleger gilt halt das Gleiche...








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