Offene Immobilienfonds im Porträt: der Hausinvest Europa (WKN 980701)

Der Hausinvest Europa (WKN 980701, ISIN DE0009807016) wurde bereits im Jahr 1972 aufgelegt und ist damit einer der ältesten Offenen Immobilienfonds. Und er ist der größte: Das Fondsvermögen betrug am 31. Juli etwa 9,1 Mrd. Euro. Dieses Geld legen die Manager des Hausinvest Europa dem Fondsnamen entsprechend in ganz Europa an.


Als einer von wenigen Offenen Immobilienfonds ist der Hausinvest Europa bisher praktisch völlig unbeschadet durch die Finanzkrise gekommen. Eine Fondsschließung war selbst im Oktober 2008 nicht nötig, als 12 andere Fonds die Rücknahme von Anteilen vorübergehend aussetzten. Auch die Rendite des Hausinvest kann sich sehen lassen. Auf Jahressicht liegt die Wertsteigerung bei 4,65 Prozent, auf Sicht von drei Jahren sogar bei 5,52 Prozent pro Jahr. Damit dürfte der Hausinvest Europa in der Spitzengruppe aller Offenen Immobilienfonds liegen. Auf Sicht von fünf Jahren dagegen hat der Fonds nur 4,06 Prozent pro Jahr (Quelle: Cortal Consors) gebracht, was weniger berauschend ist.

Anlagestrategie und Portfoliostruktur des Hausinvest Europa

Ende Juli 2009 bestand das Immobilienvermögen des Hausinvest Europa aus 97 Objekten in elf Ländern. Gemeinsam brachten die Immobilien es auf eine Mietfläche von etwa 2,1 Mio. Quadratmetern. Die wurden von insgesamt rund 1.500 Mietern genutzt. Das Immobilienvermögen ist regional recht gleichmäßig verteilt: Nur 19,6 Prozent befinden sich in Deutschland. Wichtigstes Investitionsland ist Frankreich mit einem Anteil von 24,1 Prozent, gefolgt von Großbritannien (23,5 Prozent). Die Benelux-Länder bringen es auf 15,5 Prozent Anteil am Portfolio, den Rest teilen sich "sonstige" Länder.

Kosten und Gebühren beim Hausinvest Europa

Groß ist der Hausinvest Europa - besonders billig ist er für die Anleger nicht. Der Fonds kann eine Verwaltungsgebühr von bis zu 1 Prozent des Vermögens pro Jahr verlangen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 waren es 0,9 Prozent. Das ist deutlich niedriger als bei den meisten Aktienfonds, aber höher als bei Konkurrenten wie etwa dem SEB Immoinvest oder dem Axa Immoselect. Hinzu kommen eine Depotbankgebühr von 0,025 Prozent und der übliche Ausgabeaufschlag. Für den Hausinvest Europa dürfen die Vertriebspartner des Fonds bis zu fünf Prozent verlangen.

Die letzte Ausschüttung des Hausinvest Europa

Die Ausschüttung für das abgelaufene Geschäftsjahr erfolgte am 15. Juni 2009. Ausgeschüttet wurden 1,75 Euro je Anteil. Davon unterlagen 63 Cent der Kapitalertragsteuer - ein Anteil von 64 Prozent war also steuerfrei. Das macht den Hausinvest Europa zu einem der steuerlich interessanteren Offenen Immobilienfonds.

Ratings und Bewertungen für den Hausinvest Europa

Beim vorigen Rating der Agentur Scope im Februar dieses Jahres gehörte der Hausinvest mit der Note "AA" zu den besten Fonds - nicht nur in der Kategorie Europa, sondern im gesamten Feld. In einem Test von Stiftung Warentest im April dieses Jahres landete er allerdings nur auf Rang 12. Allerdings gilt wie immer bei solchen Ranglisten: Sie sind mit Vorsicht zu genießen.

Zum Weiterlesen

Zum Weitersagen

These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • Del.icio.us
  • Digg
  • Google
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Facebook
  • Twitter

acht Kommentare

Anonym

Was hälst du denn von dem Fonds?

Anonym, - 17-08-’09 10:54
<span class='registered'>Michalla</span>

Hallo

ich bin neu hier.
auf der Suche nach “Rettung” ( meines Bargeldes ) bin ich auf diese Seite gestoßen und habe viel gelernt.
mein Portfolio: Aktien, Anleihen, ETF´s.
um “Umstürzen” zu entgehen , habe ich mir mal den DAX und verschiedene ( Aktien ) ETF´s angesehen . z,B. Msci World.
er schneidet im großen Ganzen ( was das auf und Ab = Risiko) betrifft,
zu meiner Überraschung nicht besser ab als der DAX.
was heißt das ?
Anleihen, rentenpapiere, eb. rexx ? kaufen ?
ich bin gespannt auf eine Antwort.
viele Grüsse
noch ein GUTES Jahr.

Michael Labinsky

Michalla, - 11-01-’12 18:46
Holger

Hallo Herr Labinsky,

ich muss gestehen, dass ich nicht ganz genau weiß, worauf Ihre Frage zielt. Grundsätzlich macht es halt die Mischung – also aus Aktien(-ETFs) und Anleihen(-ETFs) oder auch Festgeld.

Dass der MSCI World grundsätzlich ähnlich abschneidet wie der DAX, kann gut sein. Nur kann es halt in einzelnen Jahren große Unterschiede geben – 2011 zum Beispiel hat sich der DAX deutlich schlechter entwickelt als der US-amerikanische S&P 500. In den beiden Jahren zuvor dürfte das anders gewesen sein. Deshalb ist es praktisch, nicht nur auf ein Land/eine Region zu setzen.

Vielleicht schauen Sie sich mal eines der Musterdepots hier an. Die konkreten ETFs darin können Sie natürlich durch andere ersetzen.

Oder geht es Ihnen um einen Offenen Immobilienfonds?

Viele Grüße

Holger, (URL) - 12-01-’12 07:36
Michalla

vielen Dank Holger
für die Antwort
ich habe eigentlich nur festgestellt, was ich u.a. hier gelernt habe:
der Markt weiß es schon vor mir und zwar
global ( Logo: die Jungs z.B. bei Allianz werden ganz schön schwitzen um ihre Billion über Wasser zu halten ).
Ich werde also noch weiter diversifizieren :
—mein Bargeld teilen und bei einer weiteren “guten” Bank anlegen.
— die Idee mit einem offenen Immo-Fond werde ich aufnehmen.
Gibt es für beides vielleicht einen Tipp ?

viele Grüsse

Michalla, - 12-01-’12 11:53
Holger

Hallo Herr Labinsky,

ich wollte eigentlich gar nicht vorschlagen, dass Sie jetzt in einen Offenen Immobilienfonds investieren. Ich persönlich würde das derzeit nicht tun – die weitere Entwicklung nach der Krise ist für mich einfach zu wenig transparent.

Bargeld auf verschiedene Banken zu verteilen, ist dagegen sicher nicht schädlich, wenn man’s nicht übertreibt. Gute Übersichten zu Konditionen gibt’s zum Beispiel bei biallo.de.

Viele Grüße

Holger, (URL) - 14-01-’12 18:29
Emoticons
Bitte beantworten Sie diese einfache Frage. Sie dient dazu, automatisierten Kommentar-Spam zu verhindern.
Persönliche Informationen speichern?
Benachrichtigen
E-Mail Adresse nicht anzeigen
Hinweis: Alle HTML-Tags außer <b> und <i> werden aus Deinem Kommentar entfernt. URLs oder Mailadressen werden automatisch umgewandelt.