Finanztest: neuer Vergleich Offener Immobilienfonds
In der (gerade noch) aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest werden wieder einmal Offene Immobilienfonds "getestet", also hinsichtlich ihrer Wertentwicklung und deren Stabilität verglichen. Den letzten Vergleich dieser Art gab es in der Mai-Ausgabe. Und da auch der in diesem Blog schon Thema war, bietet sich natürlich ein Vergleich der Vergleiche an. Also: Was hat sich getan in den Top Ten?
Zur Erinnerung: Im vorigen Test Offener Immobilienfonds wurden die ersten drei Plätze eingenommen von den Fonds KanAm Grundinvest, Grundbesitz Europa und Immoinvest Europa. Daran hat sich in der Zwischenzeit wenig geändert. Hier sind die aktuellen Top Ten (zusätzliche Angaben: Gesamtbewertung, Wertentwicklung, Stabilität):
Die zehn besten Offenen Immobilienfonds im Vergleich von Stiftung Warentest
- KanAm Grundinvest: 78.1, 80.0, 72.4
- Grundbesitz Europa RC: 72.2, 71.6, 74.0
- Deka-Immobilien Global: 69.9, 69.5, 71.1
- SEB Immoinvest: 65.8, 67.0, 62.3
- Grundbesitz Global RC: 65.6, 68.1, 58.0
- UniImmo Global: 65.1, 65.2, 64.5
- UBS (D) 3 Kontinente Immobilien: 61.7, 61.8, 61.5
- Hausinvest Global: 61.1, 60.5, 62.9
- DEGI International: 60.1, 60.9, 57.7
- Axa Immoselect: 57.8, 60.0, 51
Ich hatte im vorigen Beitrag über diesen Vergleich bereits die Prognosefähigkeit solcher Tests angezweifelt, da die Bewertung sich letztlich ausschließlich auf Daten aus der Vergangenheit stützt. Entsprechend hatte ich insgeheim auch auf große Verschiebungen im Ranking der Offenen Immobilienfonds gehofft. Die blieben zumindest in den Top Ten aber aus.
Das dürfte auch daran liegen, dass für den Vergleich auf die Fünf-Jahres-Performance zurückgegriffen wird, und die ändert sich nun einmal nicht so schnell (außer bei Kandidaten wie dem Morgan Stanley P2 Value, aber der taucht im Vergleich nicht auf - wohl, weil er noch keine fünf Jahre existiert). Insofern freue ich mich zumindest ein bisschen darüber, dass ich letztes Mal ausdrücklich den Hausinvest Europa als Beispiel für einen Fonds genannt habe, der gut durch die Krise gekommen ist, aber dennoch nicht unter den besten zehn Offenen Immobilienfonds auftaucht. Er liegt zwar nach wie vor nur auf Platz 11, weist aber dafür die beste Ein-Jahres-Bewertung aller Fonds im Feld auf.
Und der Hinweis gilt in jedem Fall weiter: Niemand sollte solche Tests überbewerten - egal wie viel Spaß es macht, die Tabellen durchzugehen.
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zwölf Kommentare
Gar nicht, denke ich. Obwohl man eingestehen muss, dass Finanztest auch andere Aspekte als die Vergangenheits-Performance erwähnt – nur werden die eben nicht in die Bewertung einbezogen. Und auch die Portfoliostruktur eines Fonds hilft mir persönlich eher wenig bei der Anlage-Entscheidung. Noch ein Grund für mich, Offenen Immobilienfonds den Rücken zu kehren: Nicht nur, dass die Immobilienbewertung wenig transparent ist, es gibt auch wenige Kriterien, denen ich für meine persönlichen Anlage-Entscheidungen traue.








David Swensen hat in seinem Buch “Erfolgreich Investieren” mit bezug auf das Fonds-Ranking von Morningstar geschrieben:
„Morningstars offensichtlich fehlerhaftes System versagt, da es sich ausschließlich auf historische Daten bezieht … Morningstar erkennt nicht, dass Informationen über die historische Performance wenig hilfreich bei renditesteigernden Entscheidungen sind …“
Leider haben sich solche Erkenntnisse noch nicht beim Finanztest herumgesprochen. Das ist etwa so, als würde die Stiftung Warentest Waschmaschinen testen, aber bei ihren Tests auf Erkenntnisse der Ingenieurswissenschaften verzichten, sondern einfach die Methoden verwenden, die vor 100 Jahren üblich waren.
Wie hilfreich können solche “Tests” sein?