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Der Privatanleger

Studie: Gold ist als Geldanlage untauglich

Ich finde den Wahn ums liebe Gold ja schon lange schwachsinnig. Umso interessanter finde ich eine kleine Studie der Thallos Vermögensverwaltung (Disclaimer: Der Laden ist mir völlig unbekannt, und ich habe keine Ahnung, wie seriös er ist), die den Mythos Gold ein bisschen entzaubert. Zitat: "Wenn Sie aber darauf hoffen, mit Gold Geld zu verdienen, langfristig eine Performance zu erzielen – oder auch nur langfristig einen Werterhalt zu haben, dann ist eine Investition in Gold ziemlich sicher die falsche Entscheidung."

Dieser schöne Satz steht ganz am Anfang eines Blogartikels über die Studie. Glücklicherweise wird er aber auch mit Fakten unterfüttert. Die Herren von Thallos haben sich nämlich die monatlichen Schlusskurse von Gold und anderen Edelmetallen in der Zeit von 1972 bis 2009 angeschaut und die Daten statistisch ausgewertet.

Der Mythos vom Gold als sicherer Geldanlage

Eines der Ergebnisse: Die Kurse der Edelmetalle sind starken Schwankungen unterworfen. So liegen die Kursschwankungen (die Volatilität als Maß der Schwankungen um den Mittelwert) von Gold seit 1972 der Studie zufolge bei 53,49 Prozent. Die anderen Edelmetalle in der Studie verhielten sich noch volatiler. Den Vogel schoss Rhodium mit einer Volatilität von 114,72 Prozent ab.

Doch damit nicht genug: Die Autoren der Studie vermerken auch, dass die Volatilitäten sich über die Zeit verändern. Über den gesamten Zeitraum betrachtet erscheint Gold als das am wenigsten riskante Edelmetall, in den vergangenen Jahren hat sich das aber geändert. Zwischen 2004 und 2009 lag die Volatilität von Gold bei 34,61 Prozent, die von Platin dagegen nur bei 24,21 Prozent. Auch die übrigen untersuchten Edelmetalle waren weniger volatil - mit Ausnahme von Rhodium.

Gold als eine sichere Sache? Geht so.

Die langfristige Wertentwicklung von Gold

Ein mindestens ebenso großes Problem ist aber die Tatsache, dass Gold keinerlei zuverlässige Erträge erbringt. Wer 1979 in Gold investiert hat, kann sich heute zwar über eine jährliche Rendite von 4,84 Prozent freuen. Inflationsbereinigt schmilzt die Rendite aber schnell dahin. Berücksichtigt man den Wertverlust durch die Geldentwertung, dann bleibt nämlich nur eine Jahresrendite von 0,78 Prozent übrig.

Hinzu kommt: Alle oben genannten Zahlen beziehen sich auf den Goldkurs in US-Dollar. In Euro sehen die Zahlen noch schlechter aus - weil der Dollar in den vergangenen Jahrzehnten gegenüber DM und Euro kräftig an Wert verloren hat.

Der Einfluss der Wechselkursschwankungen auf die Rendite von Gold

Zitat aus dem Thallos-Blog: "1972 musste man für einen Dollar 3,48 DM oder 1,779 EUR bezahlen. Heute muss man für einen Dollar noch 0,6702 EUR bezahlen. Respektive ist ein Dollar nominal noch 0,67 EUR wert."

Währungs- und inflationsbereinigt hätten Anleger daher mit Gold seit 1972 sogar etwa 12 Prozent Verlust eingefahren. Klingt nicht toll, oder? Zugegeben: Über 20, 10 oder 5 Jahre sieht die Rechnung deutlich besser aus. Aber eine derart schlechte Wertentwicklung über einen Zeitraum von 37 Jahren sollte Gold-Anhängern gründlich zu denken geben - selbst wenn der Zeitraum fürs Gold ungünstig gewählt sein sollte.

Klar: Über die Tauglichkeit von Gold als Notnagel in einer schweren Systemkrise sagt eine solche Studie nichts aus. Aber auch zum Zweck der Überlebenssicherung beim Beinahe-Weltuntergang scheinen mir Konservendosen, Schnaps und Ackerland irgendwie besser geeignet.

Zum Weiterlesen

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Holger Dienstag, 17. November 2009, um 18:15 Uhr | Rohstoffe

sechs Kommentare

Leon Kross

Das alles stimmt, meine ich. Aber was müssen jetzt die Chinesen machen, im Falle, dass sie in Gold eine Abhängigkeitsmöglichkeit sehen?

Leon Kross (E-Mail) (URL) - 18-11-’09 07:50
Handundstein

Hm, dass Staaten Gold besitzen, ist ja nicht ungewöhnlich. Welchen Sinn das genau hat (mal abgesehen von Diversifikation), kann ich nicht sagen, das überfordert meinen kleinen Privatanleger-Horizont. ;-)

Handundstein (E-Mail) (URL) - 19-11-’09 12:09
Kritiker

Richtig ist, Gold bringt keine Zinsen und schwankt auch schon mal. Richtig ist aber auch, daß das Gold, welches ich vor 3 Jahren gekauft habe, seitdem jedes Jahr um mindestens 10 Prozent im Wert gestiegen ist. Das reicht mir doch schon, -zumindestens bis zum Ende der Wirtschaftskrise, welches ich noch lange nicht sehe….

Kritiker (E-Mail) (URL) - 17-12-’09 22:08
Handundstein

Ja, gegen gute Ergebnisse lässt sich schwerlich anstänkern. Aber Vergangenheit sind sie trotzdem – genau wie die 28 Prozent meines Gesamtdepots im bisherigen Jahresverlauf (und die 15 Prozent im vorigen Jahr). Und die Tatsache, dass Sie als URL eine Münzauktionen-Seite angeben, könnte einen tatsächlich auf die Idee bringen, dass Sie nicht ausschließlich privat Interesse an einer guten Entwicklung des Goldkurses haben. ;)

Handundstein (E-Mail) (URL) - 18-12-’09 23:05
Mara

Ein typisch deutsches Verhalten =)

Mara (E-Mail) - 16-02-’10 13:29

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