Aktien, Anleihen, REITs und Co.: Korrelationen nach der Krise
Gewinnen Staatsanleihen an Wert, wenn die Aktienkurse fallen? Wie ähnlich ist die Wertentwicklung von REITs? Und: Was bringt die Streuung des in Aktien angelegten Geldes über die verschiedenen Regionen der Welt? Die Korrelationen zwischen verschiedenen Anlageklassen sind ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Risikostreuung eines Depots. Aber: Korrelationen ändern sich mit der Zeit.
Einem alten Börsensprichwort nach hat das vor allem in Krisenzeiten einen fiesen Effekt: In einem Crash geht alles nach unten - außer den Korrelationen, heißt es. Um das zu überprüfen, hatte ich mir vor einigen Monaten die Korrelationen der Anlegeklassen in der Krise angeschaut.
Jetzt wird es allmählich Zeit für einen neuen Blick: Wie haben sich die Korrelationen zwischen Aktien, Anleihen, REITs und anderen Anlageklassen während des Aufschwungs an den Finanzmärkten in den vergangenen Monaten verändert?
Was brachte internationale Diversifikation mit Aktien?
Zunächst der Blick auf die Korrelation der verschiedenen internationalen Aktienmärkte in den vergangenen zwölf Monaten. Wir erinnern uns: Bei der vorigen Überprüfung im Mai lagen die Koeffizienten für die Korrelation des deutschen Aktienmarktes mit den Märkten anderer wichtiger Länder zwischen 0,81 (mit Japan) und 0,96 (mit Frankreich). Ist die Korrelation inzwischen geringer geworden? Eher nicht: Die Korrelation des MSCI Germany mit dem MSCI France stieg sogar auf 0,97, die mit den USA (S&P 500) stieg von 0,9 auf 0,94. Ist das noch der Einfluss der Krise, oder stimmt das oben zitierte Sprichwort etwa doch nicht?
Korrelation des deutschen Aktienmarktes mit...
- ...britischen Aktien: 0,88 (vorher: 0,9)
- ...japanischen Aktien: 0,79 (vorher: 0,81)
- ...brasilianischen Aktien: 0,82 (vorher: 0,89)
- ...südafrikanischen Aktien: 0,85 (vorher: 0,9)
In den meisten Fällen hat sich die Korrelation also tatsächlich abgeschwächt - auch wenn Frankreich und die USA wichtige Ausnahmen bilden (und die Veränderungen in allen Fällen sehr schwach sind). Eher kein ausgeprägter Trend, würde ich sagen.
Die Korrelationen verschiedener Anlageklassen untereinander
Für mich persönlich spannender ist aber ohnehin der Blick auf die Korrelationen unterschiedlicher Anlageklassen miteinander. Wie unabhängig vom Aktienmarkt entwickeln sich Anleihen, Rohstoffe, REITs? Zunächst mal: deutlich unabhängiger als die Aktienmärkte untereinander. US-Staatsanleihen korrelierten im vergangenen Jahr negativ mit US-Large-Cap-Aktien. Beim letzten Check im Mai war der Koeffizient noch leicht positiv gewesen. Und die Korrelation der US-Standardaktien mit Gold war zwar diesmal positiv, aber wie beim letzten Mal nahe null.
Korrelationen verschiedener Anlageklassen im Überblick
- US-Large-Cap-Aktien und internationale Immobilien: 0,82 (vorher: 0,85)
- US-Large-Cap-Aktien und US-Staatsanleihen: -0,15 (vorher: 0,01)
- US-Large-Cap-Aktien und Gold: 0,06 (vorher: -0,01)
- US-Large-Cap-Aktien und Rohstoffe: 0,54 (vorher: 0,50)
- US-Staatsanleihen und Gold: 0,07 (vorher 0,19)
- US-Staatsanleihen und Rohstoffe: -0,15 (vorher -0,01)
- US-Staatsanleihen und internationale Immobilien: -0,07 (vorher 0,08)
- Gold und internationale Immobilien: 0,11 (vorher 0,02)
- Gold und Rohstoffe insgesamt: 0,18 (vorher 0,26)
- Rohstoffe und internationale Immobilien: 0,52 (vorher 0,50)
Kurzes Fazit: Wer auf Anleihen verzichtet, ist doof. Die risikolosen Staatsanleihen eignen sich zur Diversifikation eines Portfolios wie keine zweite Anlageklasse. Kritisch im Auge behalten werde ich dagegen den großen Gleichklang zwischen Immobilien(aktien) und dem Aktienmarkt insgesamt - das wirkt nicht unbedingt, als brächten REITs einen großen Diversifikationsgewinn. Aber vielleicht liegt das - siehe oben - doch noch an der Krise.








Guter Artikel, ich habe in meinen Blog vor einiger Zeit auch mal die Korrelation erklärt, am Beispiel Infineon – DAX. Dort geht es um die Herleitung dieser Kennzahl http://www.boersenpoint.de/blog/technisc..