Wer braucht eigentlich Exchange Traded Notes?

Die Nachricht stammt noch aus der vorigen Woche (aber da bin ich ja umgezogen): Die Deutsche Börse hat den Handel mit Exchange Traded Notes (ETNs) über Xetra gestartet. Toll, oder?

Oder nicht? Ich für meinen Teil kann in den Dingern jedenfalls eher keinen großen Sinn erkennen. Exchange Traded Notes - das sind börsengehandelte Schuldverschreibungen, die irgendeinen Index abbilden. Woran erinnert das? Richtig: an ETCs (Exchange Traded Commodities, börsengehandelte Rohstoffe also) und an schlichte Partizipationszertifikate. Die bilden schließlich auch Indizes ab, sind Schuldverschreibungen und werden ziemlich regelmäßig an Börsen gehandelt - wenn auch nicht ausschließlich.

Anleger müssen also mal wieder das leidige Emittentenrisiko tragen, wenn sie ETNs kaufen wollen. Und dadurch werden sie teuer: Das Kreditrisiko kostet Anleger oft mehr als 1 Prozent des angelegten Vermögens im Jahr - messbar anhand des Aufschlags der fällig würde, wenn man sich mit Credit Default Swaps gegen den Ausfall des Emittenten (hier: Barclays Capital) absichern wollte.

Bei den beiden ersten ETNs an der Deutschen Börse kommt außerdem eine jährliche Managementgebühr von 0,89 Prozent hinzu. Dafür können Anleger dann auf die Volatilität des US-Aktienindex S&P 500 spekulieren. Der ziemlich exotische Referenzindex VIX zeigt auch, wer ETNs wirklich braucht: die Emittenten und die Börsen, an denen die Notes gehandelt werden. Sie ermöglichen nämlich die Abbildung ausgefallenerer Strategien als ETFs - schließlich sind sie weniger stark reguliert.

Und das ist doch wirklich toll. Oder?

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