Die Kosten der Geldanlage in Fonds, Hedge-Fonds und Co.

Wie teuer ist die Preisfindung an den Kapitalmärkten?

Ich lese gerade einen interessanten Aufsatz über die Kosten der aktiven Geldanlage für die Gesellschaft (Kenneth R. French: "The Cost of Active Investing"). Grundsätzlich geht es darin um die Kosten für die Preisfindung an den Kapitalmärkten, die von den aktiven Investoren aufgebracht werden, und die Kostenvorteile passiver Investoren. Aber auch ein Nebenaspekt ist sehr interessant: Was bezahlen verschiedene Investoren eigentlich für verschiedene Formen der Geldanlage?

Frenchs Aufsatz bezieht sich auf die USA om der Zeit von 1980 bis 2006, er bezieht sowohl Privatanleger als auch Institutionelle Investoren in seine Untersuchung ein, und er hat die Kosten für verschiedene Anlageformen zu verschiedenen Zeitpunkten ermittelt.

Die Kosten für Investmentfonds und Hedgefonds

Ergebnis: Die durchschnittlichen Ausgaben für Investmentfonds sind von 2,08 Prozent des Vermögens im Jahr 1980 auf nur noch 0,95 Prozent im Jahr 2006 gefallen - vor allem, weil immer weniger Ausgabeaufschläge gezahlt wurden. Aber das gilt eben nur für die USA. Interessant wäre zu wissen, wie sich die Zahlen in Deutschland entwickelt haben - und wie die Entwicklung in jüngster Zeit ist. Schließlich führen immer mehr Gesellschaften für ihre Fonds unfaire Performance Fees ein.

French hat zudem die Kosten für Hedgefonds ermittelt - allerdings nur für die Jahre 1996 bis 2007. Erwartungsgemäß waren die Gebühren hier ziemlich heftig. Sie lagen im Mittel bei 4,26 Prozent des Vermögens. Investoren in Dach-Hedgefonds zahlten sogar 6,52 Prozent des Anlagevermögens pro Jahr. Als Anleger, der Hedgefonds kritisch gegenüber steht, frage ich mich einmal mehr: Auf wessen Kosten wollen die Fonds diese exorbitanten Gebühren eigentlich wieder reinholen? Denn selbst wenn man annimmt, dass die Hedgefonds ihre Rendite tatsächlich durch überlegene Strategien erzielen, muss es jemanden auf der anderen Seite der Trades geben, der doof genug ist, ebenso viel Rendite einzubüßen. Schließlich handelt es sich um ein Nullsummenspiel: Für jeden Dollar, der vor Kosten mehr Rendite erwirtschaftet als der Markt, muss es einen Dollar geben, der hinter der Marktrendite zurückbleibt.

Und wenn Hedgefonds ihre Kosten von 4,3 Prozent pro Jahr wieder reinholen wollen, dann muss es ziemlich viele Dollars geben, die ziemlich stark hinter der Marktrendite zurückbleiben. Ob es derart teuren Fonds also wirklich gelingen kann, eine Zusatzrendite für Anleger zu erzielen, ohne dabei hohe Risiken einzugehen? Ich bin sehr skeptisch.

Nebenbei: Die mittleren Kosten Institutioneller Investoren lagen im Jahr 1980 bei 0,34 Prozent des Anlagevermögens. Im Jahr 2006 waren es nur noch 0,23 Prozent. Klingt, als ließe die Mehrzahl der Institutionellen die Finger von teuren Hedgefonds...

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