Blogger im Interview: Martin Brosy
Mal ehrlich: Der Privatanleger ist nicht die einzige Seite im deutschsprachigen Netz, die sich auf interessante Weise mit Finanzen und Geldanlage beschäftigt. Und weil das so ist, möchte ich in einer meiner berüchtigten losen Serien andere Blogger und Seitenbetreiber vorstellen. Den Anfang macht heute ein Interview mit Martin Brosy, dem Mann hinter dem Finanzportal Boersenpoint.de.
Andere betreiben ein Blog, Du betreibst gleich ein komplettes Portal samt Forum und Börsenspiel. Hast Du im Studium zu wenig zu tun? Wie kommt man als BWL-Student auf so ein Großprojekt?
Das ist eine sehr gute Frage, natürlich bindet mich mein Studium sehr, und trotzdem finde ich Zeit, mich um Boersenpoint zu kümmern. Wie? Ganz einfach, ich verzichte auf andere Annehmlichkeiten. Wo manche sich eben am Wochenende oder nach den Vorlesungen ausruhen oder mal abschalten, da arbeite ich an meiner Seite.
Ich selbst strebe als Abschluss den Master of Science an, wie der Name schon sagt, ist dieser nicht gerade praxisbezogen. Also habe ich mir überlegt, eine Website im World Wide Web zu etablieren um meine erworbenen Fähigkeiten mal in die Tat umzusetzen. Mittlerweile arbeiten ab und zu ein Programmierer und eine Webdesignerin für Boersenpoint. Das bedeutet, dass ich sehr viel organisieren muss, und das macht mir super viel Spaß.
Was hat Boersenpoint.de, was andere Portale nicht haben?
Es gibt so viele Internetseiten rund um das Thema Börse, allerdings habe ich selbst immer ein Paar Sachen vermisst. Als Anfänger auf diesem Gebiet wirkten diese immer sehr überladen und mit Informationen zugeschüttet. Ich tat mich schwer, mir einen Überblick zum Thema Börse/Wirtschaft zu verschaffen. Als ich dann noch in manchen Börsenforen gelesen habe, wie mit Anfängerfragen umgegangen wird, da dachte ich mir, da muss sich was ändern. Ich wollte eine Seite, die kostenlos, kompetent und freundlich ist. Denn auch kostenlos ist ja nicht immer selbstverständlich, im Blog biete ich unter anderem kurze Aktienanalysen an. Ohne gleich etwas zu abonnieren oder sich anmelden zu müssen. Das Börsenspiel bietet neben seiner Übersichtlichkeit und seiner benutzerfreundlichen Oberfläche viele weitere Funktionen. Hier kann man zum Beispiel Take Profits oder Stopps für jede Aktie im Depot eingeben, und beim Erreichen dieser Werte wird die Aktie automatisch verkauft. Aber auch sonst gibt es viele Features auf der Seite, vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall.
Im Impressum schreibst Du, Du verbindest mit dem Portal keine wirtschaftlichen Interessen. Gleichzeitig bietest Du auf Deiner Seite relativ aggressiv Werbeflächen zur Anzeigenschaltung an. Wie geht das zusammen?
Das ist eine wirklich interessante Frage, welche mich als angehenden Betriebswirt sehr beschäftigt. Ich selbst kann nicht programmieren und musste alles machen lassen, sprich sehr viel investieren. Die Investition knackt den dreistelligen Bereich locker, und bis dato habe ich 0 Euro an der Seite verdient. Dann gibt es laufende Kosten, Google-Adwords-Werbung, der Amazon-Gutschein muss bezahlt werden und ich muss meine Programmierer und Designer natürlich auch laufend bezahlen. Da kommt einiges zusammen, sovdass mir persönlich als Gewinn nichts bleibt. Alle Einnahmen, die ich über die Seite generiere, werden zu 100 Prozent reinvestiert, damit sich die Seite für den User weiterentwickelt. Und wenn alle Werbeflächen gebucht sind, verdiene ich 160 Euro im Monat. Jeder, der mal vergleichbar große Projekte gehabt hat, weiß, dass das ein Witz ist. Es geht mir also nur um minimale Kostendeckung und ich denke das ist ein nachvollziehbares Argument. Da ich in einem festen Berufsverhältnis mit der Bundeswehr stehe, bin ich nicht von den Einnahmen der Website abhängig. Aus diesem Grund ist ein anderes ehrgeiziges Projekt entstanden: Sollten die Einnahmen die Kosten decken, werde ich das Geld spenden. Zurzeit denke ich da an eine Schule in Hamburg. Der User kann sich sicher sein, dass ab dem Zeitpunkt wo Einnahmen generiert werden, diese fair und transparent monatlich im Blog aufgeschlüsselt werden. Dort werde ich dann auch immer schreiben, an wen der „Gewinn“ gespendet wurde. Der Büchershop ist eine solches konkretes Spendenvorhaben, denn mit jedem verkauften Buch vergütet mir das Amazon zu einem gewissen Prozentsatz. Die Provision bekomme ich in Form eines Gutscheins ausgezahlt, dieser wird zum Beispiel direkt gespendet. Also: Kauft Bücher in meinem Büchershop. ;)
Ich hatte schon mal überlegt, beim Börsenspiel mitzumachen, war mir dann aber unsicher, welches der ideale Einstiegszeitpunkt ist. Also: Wann fange ich am besten an? Jetzt, zum neuen Jahr?
Also, generell kannst Du jederzeit einsteigen. Weil natürlich gibt es hier den Wettbewerb untereinander, aber an erster Stelle steht das Sammeln von Erfahrungen. Natürlich ist ein Spiel immer etwas anderes als die „reale Börse“, aber trotzdem kann man hier Strategien testen und sich mit anderen Usern austauschen. Das heißt, eine Anmeldung lohnt sich immer. Was die Preise angeht, welche man monatlich gewinnen kann, so lohnt sich ein Einstieg auch immer. Ich kann euch nur empfehlen sich anzumelden, denn meiner Meinung nach sind wir eine großartige Community. Also keine Scheu, einen Versuch ist es wert.
Apropos neues Jahr: Was sind Deine Pläne für 2010?
2010 wird ein sehr gutes Jahr für Boersenpoint, es sind viele neue Sachen geplant. Zum Beispiel ein App, das wird die I-Phone Nutzer freuen. Aber es wird auch neue Jahrespreise geben, eventuell ein Notebook. Die Website gibt es nicht einmal ein Jahr, und es ist so verdammt viel passiert, das heißt auch das nächste Jahr wird viel mit sich bringen. Neben Boersenpoint besitze ich natürlich noch andere Webseiten, diese müssen auch gepflegt und verbessert werden.








Hi Holger,
danke für das Interview, hat mir sehr viel Spass gemacht.
Liebe Grüße
Martin