Vergleich: die Performance der Rohstoff-ETFs

Wie haben die wichtigsten Commodity-ETFs im vergangenen Jahr abgeschnitten?

Passiv in Rohstoffe zu investieren, ist kein leichtes Unterfangen. Zwar gibt es verschiedene passive Produkte (ETFs und ETCs), allerdings ist es schwer, den "richtigen" Index zu finden. Das liegt daran, dass die verschiedenen bekannten Rohstoff-Indizes sehr unterschiedlich aufgebaut sind. Ein Vergleich der Entwicklung der wichtigsten ETFs im Jahr 2009 illustriert das.

Wenn man passiv in den Aktienmarkt investieren will, ist die Vorgehensweise relativ leicht: Der Aktienmarkt ist die Summe aller Einzelaktien, also die Summe der Marktkapitalisierung aller Unternehmen. In dieser Hinsicht herrscht unter den Indexanbietern auch relativ große Einigkeit. Das führt dazu, dass sich beispielsweise die Entwicklung des DJ Stoxx 600 kaum von der des MSCI Europe unterscheidet. Ein ausschüttender iShares-ETF auf den Stoxx 600 hat auf Jahressicht eine Rendite von 29,35 Prozent gebracht, ein iShares-ETF auf den MSCI Europe 28,44 Prozent.

Den Markt für Rohstoff-Futures zu bestimmen, ist schwierig

Der Markt für Rohstoff-Futures dagegen lässt sich nicht so leicht bestimmen. Daher werden die verschiedenen Indizes sehr unterschiedlich konstruiert. Ist das ausstehende Volumen der gehandelten Futures entscheidend für die Gewichtung eines Rohstoffes im Index? Oder doch das Produktionsvolumen des Rohstoffes an sich? Ist vielleicht sogar eine Gleichgewichtung aller Rohstoffe im Index sinnvoll? Und welche Rohstoffe werden überhaupt in den Index aufgenommen?

Ich habe im vergangenen Jahr recht viel über die verschiedenen Modelle der Indexkonstruktion und die Schwierigkeiten geschrieben, die sich daraus für den Anleger ergeben, der möglichst mit einem ETF den kompletten Rohstoffmarkt abdecken will. Jetzt ist vielleicht ein ganz guter Zeitpunkt, um einmal auf die Performance der verschiedenen vorgestellten Rohstoff-ETFs zu schauen - und die Schlussfolgerungen, die sich daraus ergeben.

Die Performance der wichtigsten Rohstoff-ETFs im Vergleich

Zunächst einmal eine ganz stupide Auflistung der von mir im Vorjahr vorgestellten Rohstoff-ETFs und ihrer Performance in den vergangenen sechs und zwölf Monaten (Stand: 12. Januar 2010):

Ich gebe zu: Allzu spektakulär sind die Ergebnisse nicht. So sind die Unterschiede zwischen dem GSCI-ETF von EasyETF und dem DJ-UBSCI-ETF von iShares eher marginal - obwohl die Indizes an sich ziemlich unterschiedlich aufgebaut sind: Der GSCI setzt zur Indexgewichtung auf das Produktionsvolumen der Rohstoffe, beim DJ-UBS kommt es vor allem auf die Liquidität der Futures an. Außerdem gibt es beim DJ-UBSCI eine Begrenzung des Anteils jeder einzelnen Rohstoffgruppe - beim GSCI dagegen nicht. Das führt zu einem deutlich höheren Anteil an Energierohstoffen, also Öl, Gas und Co. In der kurzfristigen Rendite spiegeln sich diese Unterschiede allerdings kaum wider.

Auch die Unterschiede zwischen dem DJ-UBSCI-ETF von iShares und dem DJ-UBSCI-Commodity-ETF von DB X-Trackers waren im vergangenen halben Jahr gering - dabei versucht der DB-X-Trackers-ETF doch Rollgewinne durch das so genannte Optimum-Yield-Verfahren zu maximieren. Ob ihm das dauerhaft gelingt, bleibt abzuwarten (und spannend). Will er die höhere Verwaltungsgebühr rechtfertigen, dann muss er jedenfalls dauerhaft Zusatzerträge generieren. Ich bin in der Hinsicht skeptisch.

Die erfolgreichsten Fonds im abgelaufenen (halben) Jahr waren ohnehin andere: erstens der Comstage ETF Commerzbank Commodity EW Index, der einen von der Commerzbank selbst aufgelegten Index abbildet und alle enthaltenen Rohstoffe gleich gewichtet. Dieses Produkt ist mir aus zwei Gründen sympathisch: Es ist simpel aufgebaut und kommt mit einer besonders geringen Verwaltungsgebühr daher. Zweitens der DB X-trackers DBLCI - OY Balanced ETF, der auf einen DB-eigenen Index setzt, dessen Konstruktion mir nicht transparent ist. Auch er setzt die Optimum-Yield-Methode ein. Drittens war aber auch der Lyxor ETF Commodities CRB recht erfolgreich - der ETF auf den wohl traditionsreichsten Rohstoff-Index, dessen Konstruktionsprinzip in der Vergangenheit etwa so häufig gewechselt hat wie das Wetter.

Um wirklich seriöse Aussagen machen, müsste man natürlich noch die Volatilität der Fonds betrachten, aber dazu fehlen mir im Moment die Mittel (und ehrlich gesagt auch die Lust). Ich werde die Dinger aber im Blick behalten. Spannend sind Rohstoff-Investments ja schon.

Ach ja: Der Rohstoff-Aktien-ETF DJ Stoxx 600 Basic Resources von iShares hat im vergangenen Jahr übrigens eine Rendite von 95,46 Prozent geliefert...

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