Kostenlos: das Handbuch der Indizes

700 Seiten, 152 Indizes - und zwischendurch Werbung für die Commerzbank

Sagt Ihnen das Kürzel HTX etwas? Kennen Sie den CSFB Tremont? Wie viele Supersektoren gehören zur DJ-Stoxx-Indexfamilie? Zugegeben: Man muss die Antworten auf diese Fragen nicht kennen. Nicht einmal dann, wenn man sein Geld passiv mit Hilfe von Indexprodukten anlegen will. Aber das Handbuch der Indizes aus der Ideas Academy der Commerzbank beantwortet sie trotzdem. Und es ist kostenlos.

Das ist schon mal nett. Zumal der Inhalt des 700-Seiten-Hardcover-Bandes durchaus zu gebrauchen ist. Das Buch ist unterteil in acht Kapitel.

Nach der Einführung werden zunächst - sehr knapp - die Eigenheiten von aktiver und passiver Geldanlage erläutert. Anschließend wird erläutert, "was bei Indexanlagen zu beachten ist". Richtig gut ist die Erläuterung zwar nicht, dafür macht das Buch an dieser Stelle aber Werbung für eine Commerzbank-Index-Eigenkreation namens "All Stars Fonds Index". Ganz ehrlich: Das hat mich so wenig interessiert, dass mich nicht mal der Vorsatz, darüber schreiben zu wollen, dazu bringen konnte, die zwei Seiten dazu aufmerksam zu lesen.

Das nächste Kapitel bietet einen knappen und verständlichen Überblick über verschiedene Arten von Indizes (Gesamtmarktindizes, Top-Werte-Indizes, Branchenindizes, Regionenindizes, Strategieindizes und Rohstoffindizes), wobei die Gründe für die Wahl dieser Gliederung für mich undurchsichtig bleiben. Egal: Ist ganz gut gemacht.

Der Kern des Buches: Kurzporträts von 152 Indizes

Nach Kapiteln über die Indexberechnung (kurz), über verschiedene Indexfamilien (eigentlich nur zwei, also merkwürdig) und Indexzertifikate (Werbung für die Commerzbank-Derivate muss sein) kommt dann der eigentliche Kern des Buches: Kapitel 8 mit Kurzporträts von 152 Indizes.

Das Kapitel deckt die wichtigsten Aktienindizes vom DJ Euro Stoxx bis zum MSCI World ab - und daneben auch viele weniger wichtige Indizes wie den S&P BRIC 40 oder den OMX Baltic 10. Auch Rentenindizes wie der REX oder die verschiedenen iBoxx-Produkte werden kurz vorgestellt. Daneben gibt es Infos über Rohstoff-Indizes und eine breite Palette exotischer Marktbarometer.

An dieser Stelle hat das Handbuch der Indizes also einiges zu bieten. Für mich war es dennoch eine kleine Enttäuschung, denn richtig in die Tiefe geht das Buch an keiner Stelle. Und wer sich mit einem Index wirklich intensiv beschäftigen will, um ihn gründlich zu verstehen, der ist doch wieder auf die langen, meist englischsprachigen Regelwerke der Indexanbieter angewiesen.

Aber vielleicht hatte ich auch einfach zu viel erwartet - und da man lediglich eine E-Mail schreiben muss, um das Buch kostenlos zu beziehen, darf man schließlich auch nicht zu viel mosern. Werbung hin, Oberflächlichkeit her.

Ach ja: Der HTX umfasst die wichtigsten Aktien aus Ungarn, der CSFB Tremont ist ein Hedgefonds-Index, und die Supersektoren im DJ Stoxx 600 können Sie selbst zählen, falls Sie sich das Buch zuschicken lassen.

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neun Kommentare

Brosy

Ich habe das Buch schon sein einigen Monaten und ich finde es eigentlich ganz gut, kostenlos eben:)

Brosy, (E-Mail ) (URL) - 01-02-’10 13:14
Holger

Ich find’s mittlerweile auch ganz gut. Ich hab’s aber auch seit ein paar Monaten und dachte, bevor ich es gekriegt habe, ich könnte endlich mal erfahren, wie genau diese iBoXX-Sovereigns-Indizes denn aufgebaut sind. War erst mal eine ziemliche Enttäuschung für mich…

Holger, (URL) - 01-02-’10 20:24
Johannes

Ich habe mir das Buch nun auch durchgelesen und fand es äußert interessant. Für ein kostenloses Werk ist es ziemlich gut.

Johannes, (URL) - 12-02-’10 12:29
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