Offene Immobilienfonds - Abschläge im Börsenhandel
Was sagen die derzeitigen Börsenkurse für Kanam Grundinvest, Degi Europa und Co. über die Situation der Fonds?
Die Krise der Offenen Immobilienfonds dauert an - auch wenn es derzeit kaum neue Nachrichten von den Fonds gibt. Was liegt also näher, als sich ein wenig die Zeit zu vertreiben und mithilfe von Börsenkursen darüber zu spekulieren, wie es um die Zukunft der unterschiedlichen noch geschlossenen Fonds bestellt ist?
Nach wie vor sind einige Offene Immobilienfonds geschlossen und nehmen keine Anteile zurück. Zum Teil verkaufen sie nicht einmal mehr neue Anteile an Investoren. Trotzdem werden die betreffenden Fonds gehandelt - zum Beispiel an der Börse Hamburg. Die derzeitigen Kurse der verschiedenen Fonds können Sie in der Tabelle sehen - zusammen mit den offiziellen Kursen der Fondsgesellschaften (NAV) und dem Unterschied zwischen den beiden Kursen. Frage: Was sagen uns diese Zahlen?
| Name des Fonds | WKN | NAV | Börsenkurs | Abschlag zum NAV |
| Degi Europa | 980780 | 63,97 Euro | 53,35 Euro | 16,6 % |
| Degi International | 800799 | 54,39 Euro | 46,20 Euro | 15,1 % |
| Kanam US-Grundinvest | 679181 | 38,39 Euro | 30,50 Euro | 21,6 % |
| Axa Immoselect | 984645 | 58,59 Euro | 55,45 Euro | 5,4 % |
| Morgan Stanley P2 Value | A0F6G8 | 46,89 Euro | 39,10 Euro | 16,6 % |
Gute Frage.
Das schreibe ich nicht nur, weil ich sie selbst gestellt habe. Sondern auch, weil ich sie erstens wirklich interessant finde und zweitens trotzdem keine Ahnung habe, wie die Antwort lautet.
Schließlich gibt es deutliche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Fonds. Auf der einen Seite ist da der Axa Immoselect mit einem Abschlag von (nur) 5,4 Prozent zum offiziellen KAG-Kurs. Spiegelt sich darin die Substanz des Fonds? Oder das Vertrauen in das Management des Axa Immoselect? Oder beides? Schließlich galt der Immoselect jahrelang als Vorzeigefonds.
Angst vor Abwertungen - oder vor dem Domino-Effekt?
Auf der anderen Seite steht der Kanam US-Grundinvest. Der gilt als eher riskanter Offener Immobilienfonds, investiert in US-Dollar und sichert sich nicht gegen Währungsschwankungen ab. Die allerdings dürften eher nicht der Grund für den deutlichen Abschlag zum NAV sein. Zweifel an der Fondsgesellschaft scheinen mir auch unwahrscheinlich zu sein. Schließlich betreut die KAG mit dem Kanam Grundinvest auch einen Fonds, der seit Jahren gute bis sehr gute Renditen erzielt und auch recht gut durch die Krise gekommen zu sein scheint. Also Zweifel am Immobilienportfolio? Das befindet sich schließlich vor allem in den USA, wo Gewerbeimmobilien immer noch schwer leiden. Und die relativ hohe Hebelung des US-Grundinvest könnte mögliche Abwertungen hebeln.
Interessant auch die hohen Abschläge beim Morgan Stanley P2 Value, der doch im Vorjahr sein Immobilienvermögen schon (scheinbar) radikal abgewertet hat. Das ließe eigentlich erwarten, dass es damit auch gut ist. Oder doch nicht?
Oder geht es gar nicht so sehr um drohende Abwertungen? Regiert da vielleicht die Angst vor Notverkäufen, die schon deshalb zu Verlusten führen könnten, weil jeder potenzielle Investor weiß, dass einige Fonds in ziemlichen Schwulitäten stecken?
Fragen über Fragen. Hat jemand Lust mitzuspekulieren?
Die Börsenkurse stammen von Onvista und beziehen sich auf Geldkurse an der Hamburger Börse.
Zum Weiterlesen
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