Zur Bewertung Offener Immobilienfonds
Ein Artikel von vor einem Jahr im Licht der aktuellen Entwicklung
Beim Nachdenken über die sich überschlagenden Ereignisse bei verschiedenen Offenen Immobilienfonds ist mir heute eingefallen: Ich habe vor einem knappen Jahr einen ausführlichen Artikel darüber geschrieben, wie die Bewertung der Immobilien von Offenen Immobilienfonds funktioniert. Meine wichtigste Quelle für diesen Artikel war Reimund Braun, Head of Valuation bei der Fondsgesellschaft Degi. Die heißt heute Aberdeen Asset Management - und hat gerade einen ihrer Fonds ziemlich unerwartet um 21,6 Prozent abgewertet.
Im April 2009 erklärte Reimund Braun erstens viele interessante Details zum Ertragswertverfahren, zweitens aber auch: "Die Bewertung von Immobilien ist keine exakte Wissenschaft. Es gibt immer Ermessensspielräume – und Annahmen über zukünftige Entwicklungen."
Sieht aus, als hätte die Strategen von Aberdeen mit ein paar Annahmen über zukünftige Entwicklungen kräftig daneben gelegen. So musste Unternehmenssprecher Dietmar Müller heute bei Welt Online erklären, warum ein Objekt in Bukarest direkt um 48,2 Prozent abgewertet werden musste.
Und Aberdeen-Vorstand Hartmut Leser verstieg sich bei Das Investment zu folgender Äußerung: "Wir werden künftig auf Märkten kaufen, wo Aberdeen Asset Management vor Ort mit Büros und entsprechender Marktkenntnis präsent ist“
Ob Marktkenntnis bisher keine Rolle gespielt hat? Mir fällt dazu jedenfalls nichts mehr ein. Außer vielleicht, dass ich die Berichterstattung von Das Investment in letzter Zeit immer häufiger ziemlich gut finde. Nur hat das herzlich wenig mit Offenen Immobilienfonds zu tun...
Zum Weiterlesen
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