Source: Die neuen ETFs im Vergleich
Seit voriger Woche gibt es mit Source einen neuen Anbieter von ETFs an der Deutschen Börse. Die Tatsache, dass es sich bei Source um ein Gemeinschaftsunternehmen praktisch aller großen Wall-Street-Banken handelt, lässt für die Produkte einiges erwarten. Aber: Können die aufgelegten Fonds diese Erwartungen erfüllen? Ein Vergleich der ETFs mit den Fonds etablierter Anbieter.Den ersten Minuspunkt für die Source-Fonds gibt es schon, bevor man sich auch nur einen einzigen ETF angeschaut hat: Es ist alles andere als komfortabel, Informationen über die Fonds zu sammeln. Zwar gibt es eine Produktliste von der Deutschen Börse selbst. Die ist aber ziemlich spärlich mit Infos bestückt. Außer ISIN und Verwaltungsgebühr enthält die Liste keine Angaben über die Fonds. Auch die Website von Source selbst nervt eher. Zunächst mal muss man erklären, dass man ein Institutioneller Investor ist, um auf die Seite zu gelangen. Nun ja. Die Website selbst ist dann in Englisch gehalten und zeigt auch deutschen Anbietern erst mal nur die Bloomberg- und Reuters-Ticker-Symbole der Fonds an. Aber egal, das kann ja noch werden, vergleichen wir mal einige ausgesuchte Fonds, die wichtig für eine normale Asset Allocation sind.
Der DJ Euro Stoxx 50 ETF (ISIN IE00B60SWX25)
Einen Euro-Stoxx-50-ETF könnte man sich ja gut als Basis fürs Aktiendepot vorstellen. Aber ausgerechnet den von Source? Die Verwaltungsgebühr liegt bei relativ unbescheidenen 0.25 % (Comstage 0.10 %, db x-trackers 0.15 %, iShares (de) 0.19 %), was erst mal unverständlich ist. Denn warum sollten deutsche Kunden Source den Vorzug vor den hierzulande bereits etablierten Anbietern geben? Laut Fact Sheet nutzt der ETF Swaps Swaps und thesauriert Dividenden. Das Fondsvolumen von knapp 20 Mio. Euro ist derzeit auch kein Argument für ein Investment in den ETF. Das billigere Konkurrenzprodukt von db x-trackers hat ein Volumen von fast einer Mrd. Euro. Dennoch liegt der Geld-Brief-Spread für den Fonds nach Angaben der Deutschen Börse nur bei 1 %. Viele Argumente für einen Kauf dieses Fonds gibt es für deutsche Privatanleger trotzdem nicht. Meiner Meinung nach ungefähr: 0.
Der MSCI Japan ETF (ISIN IE00B60SX287)
Eine mögliche Wahl zur Aufnahme japanischer Aktien in ein Portfolio. Der Source-ETF bietet ein Volumen von gut 22 Mio. Euro, eine Verwaltungsgebühr von 0.50 % und Swaps. Das Angebot erscheint konkurrenzfähig, die Verwaltungsgebühr liegt gleichauf mit den Konkurrenten. Lediglich der Comstage-ETF ist ein bisschen billiger - allerdings auch viel kleiner. Den MSCI-Japan-ETF könnte man also durchaus kaufen - es sei denn, man legt viel Wert auf Größe und Liquidität oder will lieber einen voll replizierenden ETF, den etwa ETFlab anbietet.
Der MSCI USA ETF (ISIN IE00B60SX170)
Das Fondsvolumen liegt bei 21 Mio. Euro, die Verwaltungsgebühr bei 0.30 %. Klar, Comstage ist mal wieder billiger, dennoch liegt Source mit diesem ETF in der Spitzengruppe der günstigsten Anbieter. UBS etwa verlangt für seinen MSCI-USA-ETF sogar eine Verwaltungsgebühr von 0.50 %. Für den iShares-S&P-500-ETF muss man 0.40 % zahlen. Brauchbar.
Fazit: So richtig braucht man die ETFs von Source als Privatanleger nicht.
Wenig aufregend. Wirklich nett ist, dass Source auch einen Russell-2000-ETF (IE00B60SX402) zu konkurrenzfähigen Konditionen (0.45 % Verwaltungsgebühr) im Angebot hat. Wirklich zwingend ist aber keines der hier betrachteten Produkte. Zumal es derzeit eben noch eine Reihe praktischer Hindernisse gibt. Die spärlichen Informationen habe ich ja schon angesprochen. Aber auch die Tatsache dass etwa Cortal Consors die ETFs noch nicht in seiner Datenbank findet, nervt derzeit noch ziemlich. Zugegeben: Bei Comdirect kann man die ETFs offenbar schon kaufen. Aber warum sollte man?
Die 22 ETCs von Source werde ich im Rahmen meiner kleinen Serie über Rohstoffe später mal unter die Lupe nehmen.








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