IBoxx EUR Liquid Corporate - gleich zwei neue ETFs für Unternehmensanleihen
ETFlab und DB X-Trackers bringen jeweils einen ETF auf den Markt, der einen Index für Corporate Bonds abbildet
Der Trend zu Anleihen-ETFs setzt sich fort - nun können Anleger, die sich für Unternehmensanleihen interessieren unter zwei neuen ETFs von ETFlab und DB X-Trackers wählen. Beide ETFs bilden einen iBoxx-Liquid-Corporate-Index ab, beide kosten 0,2 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr, doch ansonsten unterscheiden sie sich durchaus: Der eine (ETFlab) ist voll replizierend, der andere setzt Swaps ein. Der eine (wieder ETFlab) ist ausschüttend, der andere thesauriert seine Erträge.
Fakten zum ETFlab iBoxx € Liquid Corporates Diversified (WKN ETFL37)
Der ETFlab-ETF soll Anlegern Zugang zu einem breit diversifizierten Korb in Euro denominierter europäischer Unternehmensanleihen mit Investmentgrade bieten. Der Index enthält nach ETFlab-Angaben 75 Anleihen von Unternehmen mit Sitz in der Eurozone, Großbritannien, der Schweiz oder skandinavischen Ländern. Pro Emittent dürfen höchsten zwei Anleihen enthalten sein, die Gewichtung eines einzelnen Emittenten im Index ist auf 7,5 Prozent begrenzt. Das ist schon mal gut gegen Klumpenrisiken.
Das Mindestrating für die enthaltenen Anleihen liegt bei BBB- (Anleihen aus dem Finanzsektor: A-). Trotz der höheren Anforderungen machen Anleihen von Banken allerdings den Großteil der Schwergewichte im Index aus. Berücksichtigt werden nur Anleihen mit festen Kupons und Restlaufzeiten zwischen 1,5 und 10,5 Jahren.
Fakten zum DB X-Trackers iBoxx EUR Liquid Corporate 100 Total Return Index ETF (WKN DBX0EY)
Der DB-X-Trackers-ETF bildet einen verwandten, aber nicht identischen iBoxx-Index ab. Die Kriterien für die Aufnahme in den Index sind hier weiter gefasst. So gibt es keine Vorgaben für den Sitz des Emittenten. Auch werden nicht nur Festzins-Anleihen aufgenommen, sondern auch exotischere Papiere wie Hybridanleihen oder Nullkuponanleihen. Alle Anleihen im Index müssen zum Neugewichtungs-Stichtag eine Mindest-Restlaufzeit von zwei Jahren haben, neu aufgenommene Anleihen eine Mindest-Restlaufzeit von drei Jahren. Und schließlich bildet auch diese Index nur Investmentgrade-Anleihen ab.
Im Ergebnis dominieren auch im DB-X-Trackers-ETF (bzw. dem zugehörigen Index) Bankanleihen mit einem Gewichtl von ca. 37 Prozent. Aber dieses "Problem" gibt es bei fast allen Unternehmensanleihen-ETFs.
Die große Frage zum Schluss: Welcher ETF ist nun empfehlenswerter? Antwort: Geschmackssache. Vernünftig aufgebaut scheinen beide Indizes, und die Kosten sind gleich. Ich kann dem X-Trackers-Produkt aber schon deshalb nichts abgewinnen, weil ich thesaurierende Anleihen-ETFs nun mal hasse.
Ach so, noch etwas: Die Deutsche Börse hat in ihrer Pressemitteilung zum X-Trackers-ETF schon wieder eine zu niedrige Verwaltungsgebühr genannt. Allmählich gewinne ich den Eindruck, das hat System...
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