Die Deutsche Bank hat jetzt auch ETCs

DB ETC Index plc heißt der neueste Emittent von Exchange Traded Commodities in Deutschland

Noch vor einem Jahr sah der Markt für ETCs in Deutschland sehr, sehr ruhig aus: Es gab die Angebote des Platzhirschen ETF Securities. Und es gab den ETC Xetra Gold von der Deutschen Börse selbst. Sonst war Leere. Dann kam Source und brachte neue ETCs auf den Markt. Als nächstes folgte die Barclays-Tochter iPath mit ETNs und ETCs. Und seit heute mischt auch die Deutsche Bank mit im ETC-Geschäft: Jetzt sind erstmals vier ETCs der Deutsche-Bank-Tochter DB ETC Index über Xetra handelbar.

Und wie es sich für die Deutsche Bank gehört, bringt sie nicht einfach nur neue ETCs auf den Markt sondern auch eine Innovation von zweifelhaftem Nutzen: Die Papiere sind nämlich gegen Währungsschwankungen abgesichert. Und mit physischem Gold hinterlegt sind sie noch dazu - dabei bezieht sich nur ein ETC tatsächlich auch auf den Goldkurs.

Die neuen ETCs im Überblick

  • Der DB ETC Monthly Short Gold Euro Hedged ETC Securities ermöglicht es Anlegern, auf einen fallenden Goldkurs zu spekulieren (im Deutsche-Börse-Deutsch: die inverse Performance von Gold nachzubilden). Er hat die ISIN DE000A1AQGZ6 und kostet 0,45 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr.
  • Der DB ETC Industrial Metals Euro Hedged ETC Securities bildet die Entwicklung eines Korbes von Futurekontrakten auf Industriemetalle (Kupfer, Aluminium und Zink) ab. Die zugehörige ISIN lautet DE000A1AQGY9, die jährliche Verwaltungsgebühr liegt ebenfalls bei 0,45 Prozent.
  • Der DB ETC Brent Crude Oil Euro Hedged ETC Securities bildet die Performance des Brent-Öl-Futures ab. Seine ISIN lautet DE000A1AQGX1, die Verwaltungsgebühr liegt bei - 0,45 Prozent.
  • Der DB ETC Monthly Short Brent Crude Oil Euro Hedged ETC Securities schließlich soll die inverse Entwicklung des Brent-Futures abbilden. Die Verwaltungsgebühr liegt - wenig überraschend - bei 0,45 Prozent, die ISIN ist die DE000A1AQGW3.

Wer braucht die neuen ETCs?

Wozu sind die vier neuen ETCs nun zu gebrauchen? Meine Meinung: eigentlich für nichts. Das liegt zum einen daran, dass ich es immer noch bevorzuge, in diversifizierte Rohstoff-Indizes zu investieren statt in einzelne Rohstoffe.

Zum anderen verstehe ich aber auch überhaupt nicht, warum ETCs währungsgesichert sein müssen. Schließlich verhalten sich der Dollarkurs und die Rohstoffpreise in der Regel sehr praktisch zueinander: Fällt der eine, steigen die anderen. Und umgekehrt. Das ist die eingebaute - kostenlose - Währungssicherung bei Rohstoff-Investments.

Eine zusätzliche Absicherung gegen Währungsschwankungen dagegen verursacht Kosten - und ist letztlich nur für solche Spekulanten zu gebrauchen, die darauf wetten wollen, dass der Dollarkurs sinkt und gleichzeitig die Rohstoffpreise steigen (jedenfalls bei Long-Strategien). Tritt der umgekehrte Fall ein, schauen die gleichen Spekulanten aber dumm aus der Wäsche: Sie erzielen keine Wechselkursgewinne, die Rohstoffpreise fallen, und für diese "Absicherung" zahlen sie auch noch.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Emittentenrisiko bei ETCs - das mag noch so gering sein, ich bevorzuge trotzdem ein Sondervermögen in Form eines ETFs für die gleiche Verwaltungsgebühr.

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