Die Welt ist verrückt - nach Gold

Der größte deutsche Gold-ETC hat tatsächlich ein Volumen von 1 Mrd. Euro erreicht

Es ist zwar im Grunde nichts als Werbung, aber interessant ist die jüngste Pressemitteilung der Deutschen Börse über ihren ETC Xetra-Gold allemal. Das Unternehmen macht darin nämlich recht nachdrücklich auf den Erfolg von Xetra-Gold aufmerksam. Und man muss sagen: Donnerwetter!

Das Ding ist tatsächlich eine Mrd. Euro schwer. Beziehungsweise: Eigentlich wiegt es 38,5 Tonnen. Soviel Gold hat die Deutsche Börse nämlich zur physischen Deckung der Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold angekauft. Das verwahrt das Unternehmen nun in seinen Tresoren.

Ich weiß zwar, dass die Welt, getrieben von Endzeitphantasien einerseits und Inflationsängsten andererseits, in der jüngeren Vergangenheit ziemlich verrückt geworden ist nach dem gelben Metall, aber mit einem solchen Volumen hätte ich dann doch nicht gerechnet – zumal nach Angaben der Deutschen Börse tatsächlich vor allem Privatleute in Xetra-Gold investieren.

Sie haben Xetra-Gold zum mit Abstand größten über Xetra gehandelten ETC gemacht und die Deutsche Börse zum zweitgrößten ETC-Emittenten – obwohl Xetra-Gold ihr einziges Produkt ist. Dessen Marktanteil am ETC-Handel liegt bei sagenhaften 32 Prozent.

Deutet sich da etwa eine leichte Goldblase an? Ich glaube nicht – zum Jahresende liegt der Goldkurs sicher bei 2.000 Euro je Feinunze. Mindestens! (Achtung: Das war nur ein schlechter Scherz.)

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sieben Kommentare:
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Gerhard am 14-03-’10 17:53

Der Vorteil von Xetra-Gold gegenüber anderen ETCs und Zertifikaten auf Rohstoffe liegt darin, daß der Emittent (die Deutsche Börse) dabei nicht in Rohstoff-Futures investiert, sondern das Gold physisch lagert. So kann vermieden werden, daß der Anleger Rollverluste erleidet.

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Holger am 15-03-’10 07:54

Wobei Xetra-Gold auch nicht der einzige ETC ist, der den Spotpreis abbildet. Kann aber sein, dass er der einzige ist, der tatsächlich den Anspruch auf die physische Lieferung von Gold verbrieft. Ich habe eigentlich auch gar keine Zweifel daran, dass das ein gutes Produkt ist, wenn man schon in Gold investieren will. Aber 1 Mrd. Euro sind trotzdem ne ziemliche Hausnummer, wenn man bedenkt, dass Gold eigentlich nach wie vor eine eher exotische Geldanlage ist (und das hoffentlich auch bleibt…).

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Brosy am 23-03-’10 21:46 ( E-Mail )

Xetra-Gold, das höre ich das erste mal, meine Frage wäre jetz, was hat der Anleger für einen Vorteil gegenüber der Eigenhortung. Spart er sich die Schließfachgebühren bei einer Bank, bzw. entgeht dem Risiko des “Klauens aus der Wohnung”. Ich kenn mich da wirklich nicht aus, deshalb würde mich das echt mal interessieren.

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Holger am 24-03-’10 08:19

Hi Martin,

Gold ist auch nicht mein Spezialgebiet, aber die von Dir genannten Gründe sind auf jeden Fall wichtig: Du brauchst kein Schließfach oder keinen Tresor zu Hause, musst Dir keine Gedanken um die Versicherung machen etc. Das senkt natürlich auch die Kosten. Ein weiterer Vorteil dürfte sein: Du hast die Garantie, nicht abgezockt zu werden. Bei Xetra-Gold ist der Spread zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis sehr gering. Insgesamt scheint mir das eine sehr kostengünstige und unkomplizierte Möglichkeit zu sein, in physisches Gold zu investieren (es gibt nicht mal eine Verwaltungsgebühr). Aber letztlich kaufst Du halt erst mal eine Schuldverschreibung. Deshalb gibt es zumindest ein Emittenten-Restrisiko – und steuerliche Probleme. Xetra-Gold unterliegt wohl der Abgeltungssteuer (ist noch nicht endgültig entschieden), physisches Gold normalerweise aber nicht.

Grüße Holger

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Martin am 24-03-’10 12:45 ( E-Mail )

Ah okey, das leuchtet natürlich ein. Aber das mit der Abgeltungssteuer wäre natürlich schon ziemlich heftig, das würde mich dann ganz klar davon abhalten. Sollte das nicht so sein, dann wäre das wirklich eine lohnende Alternative. Ich selbst kaufe mein Gold ja noch bei Ebay:)

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Holger am 24-03-’10 18:46 ( E-Mail )

Müsste man im Zweifel mal ausrechnen unter welchen Umständen die Steuer schlimmer ins Gewicht fällt als ein höherer Kaufpreis und die Zusatzkosten, die man bei der Selbstlagerung hat. Was man vermutlich auch machen kann: Xetra-Gold kaufen und direkt die Lieferung des Goldes beantragen (weiß nicht, ob’s da irgendwelche Fristen und zusätzliche Kosten gibt). In dem Fall hätte man zumindest einen fairen Preis erhalten.

Aber meine einzige Gold-Anlage sind sowieso Gold-Futures, die einen kleinen Teil eines ETF auf den Dow Jones-UBS Commodity Index bilden und in meinem Gesamtdepot vermutlich im Promillebereich anzusiedeln sind. ;)

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uerli am 22-06-’11 12:26

dann lieber gleich physisch kaufen und in der Schweiz im professionellem Tresor versichert einlagern.
[Link entfernt – nicht übertreiben mit der Werbung]
geringe gebühren beim An- und Verkauf;
Bis zu einigen tausend EUR Gegenwert Gold sind die Jahresgebühren beim Gold um die 50,- EUR (bei Silber um die 100,-);
und man kann sich seiner Sache, daß das Gold tatsächlich dort vor Ort lagert, sicher sein. (Die Barren sind Nummeriert, und die Anteile pro Barren online ersichtlich (über Pseudonyme))

Nicht nur zum sicheren langfristigen Investment bestens geeignet,
sondern auch zum kurzfristigen Handeln – mit ganz geringen Kosten bei An- und Verkauf.

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