Euro Immoprofil und Inter Immoprofil werden verschmolzen
Die Konsolidierungswelle bei den Offenen Immobilienfonds rollt weiter. Jetzt werden zwei Sorgenkinder fusioniert
Offensive Öffentlichkeitsarbeit geht anders: Eine Pressemitteilung über die Verschmelzung der beiden Offenen Immobilienfonds Euro Immoprofil und Inter Immoprofil hielt man bei der Fondsgesellschaft iii-Investments wohl nicht für nötig. Wer von der Fondsfusion erfahren will, muss zunächst entschlüsseln, was sich hinter der knackigen Überschrift "Änderungen in den Besonderen Vertragsbedingungen des EURO ImmoProfil mit Wirkung ab 01.08.2010" verbirgt. So charmant kündigt iii (gesprochen: Iiiiiiih!?) nämlich die Verschmelzung an.
Im Mitteilungstext selbst ist die Information über die Fusion dann nicht mehr ganz so versteckt: "Die Kapitalgesellschaft beabsichtigt, alle Vermögensgegenstände des von ihr verwalteten Immobilien-Sondervermögens 'EURO ImmoProfil' auf das ebenfalls von ihr verwaltete Immobilien-Sondervermögen 'INTER ImmoProfil' zu übertragen."
Neben der Verschmelzungsmitteilung findet sich auch noch die eine oder andere weitere interessante Information - zum Beispiel die, dass der Ausgabeaufschlag künftig 6 statt bisher 5 Prozent betragen soll. Klar, gute Arbeit muss schließlich belohnt werden: Die Immoprofil-Fonds gehören seit Jahren zu den schlechtesten Offenen Immobilienfonds überhaupt. Der Euro Immoprofil wies 2009 gar eine negative Jahresperformance auf.
Die beiden Immoprofil-Fonds sind im vergangenen Jahr stark geschrumpft
Kein Wunder also, dass die beiden Immoprofil-Fonds mittlerweile stark geschrumpft sind. Allein im vergangenen Herbst verloren sie 1,1 Mrd. Euro an Fondsvermögen, weil die Fondsgesellschaft einen Großteil der Fondsimmobilien in einen Spezialfonds für institutionelle Investoren abschob. Nun kommen der Inter Immoprofil und der Euro Immoprofil gemeinsam nur noch auf ein Fondsvermögen von 460 Mio. Euro. Angesichts dieser Entwicklung dürften die Anteilseigner froh sein, dass es zur Fusion kommt - und nicht zur Komplettabwicklung der beiden Fonds.
Andererseits mutmaßt Börse Online auch, dass die Fusion gerade für die Anteilseigner des Inter Immoprofil auch Nachteile mit sich bringt: "Anleger des Inter Immoprofil müssen aber eine Verwässerung ihrer Rendite befürchten. Während ihr Fonds auf Jahressicht mit 2,5 Prozent im Plus liegt, weist der Euro Immoprofil ein Minus von 2,8 Prozent aus."
Auch die Hausinvest-Fonds von Commerz Real werden verschmolzen
Die Ankündigung der Immoprofil-Fusion kommt nur wenige Wochen nach der Ankündigung des deutlich größeren Anbieters Commerz Real, die beiden Fonds Hausinvest Europa und Hausinvest Global zum größten Offenen Immobilienfonds in Europa zu verschmelzen. Die beiden Hausinvest-Fonds sind im Gegensatz zu den Immoprofil-Fonds allerdings bisher ohne größere Probleme durch die Finanzkrise gekommen. Weder mussten sie die Anteilsrücknahme aussetzen noch erlitten die Anleger mit den Fonds bisher Verluste. Auch hatte selbst der kleinere der beiden Fonds, der Hausinvest Global, Ende Februar noch ein Fondsvolumen von 1,6 Mrd. Euro.
Insofern kam die Ankündigung der Fusion für mich (und ich denke auch für viele andere) ziemlich überraschend. Auch die Erklärung der Fondsgesellschaft überzeugt nicht wirklich - zumindest, wenn man rein logisch denkt: "Mit der Zusammenführung der hausInvest-Produkte wird eine in mehrfacher Hinsicht deutlich breitere Aufstellung erreicht, die Entwicklungen einzelner Märkte oder Branchen noch umfassender abfedern soll. Im Einzelnen wird der fusionierte Fonds mehr Wirtschaftsregionen abdecken, die Strukturierung nach Immobiliennutzungsarten optimieren und über ein deutlich breiteres Mieterspektrum verfügen."
Natürlich hat das was für sich: Breitere Diversifikation ist sicher geeignet, Schwankungen der Märkte besser abzufedern. Nur sollten die Anleger mit den beiden Fonds ja eigentlich gezielt auf die Stärken bestimmter Märkte (zum Beispiel eben Europa) setzen können. Jetzt nimmt man ihnen diese Möglichkeit. Aber vermutlich sinkt dadurch tatsächlich die Wahrscheinlichkeit imageschädlicher Velrluste.
Eine andere mögliche Erklärung: Dem Hausinvest Global geht allmählich die Luft aus. Die Fondsgesellschaft nennt für den Fonds eine Brutto-Liquiditätsquote von 12 Prozent zum 28. Februar. Wenn man bedenkt, dass eine Mindest-Nettoliquidität von 5 Prozent vorgeschrieben ist, klingt das nicht unbedingt komfortabel. Das beweist auch ein Blick auf den Bruderfonds Hausinvest. Der hatte zum gleichen Zeitpunkt nämlich eine Liquiditätsquote von 27 Prozent. Ist die Fondsfusion also letztlich ein Mittel zur Absicherung des Hausinvest Global gegen eine Schließung, die irgendwann in der Zukunft nötig werden könnte?
Man kann darüber vermutlich lange spekulieren. Der Trend ist in jedem Fall klar: Die Anbieter Offener Immobilienfonds suchen ihr Heil in der schieren Größe der Fonds. Man darf gespannt sein, ob das Kalkül aufgeht.
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