Offene Immobilienfonds: CS Euroreal wieder geschlossen

Nächster Schritt in der Krise der Immobilienfonds: Ein weiterer großer Fonds setzt die Anteilsrücknahme aus

Ein weiterer großer Offener Immobilienfonds nimmt keine Anteile mehr zurück. Heute gab das Management des CS Euroreal bekannt, dass der Fonds die Anteilsrücknahme zunächst für drei Monate ausgesetzt hat – und zwar rückwirkend zum 18. Mai. Der CS Euroreal folgt damit dem Beispiel des Kanam Grundinvest und des SEB Immoinvest, die beide seit Anfang Mai keine Anteile mehr zurücknehmen. „Das Fondsmanagement sah sich zu diesem Schritt gezwungen, um eine ordnungsgemäße Verwaltung und Fortführung des CS Euroreal Sinne der Anleger sicherzustellen“, hieß es in einer Mitteilung der Fondsgesellschaft Credit Suisse Asset Management.

Als Begründung wird einmal mehr die Veröffentlichung eines Diskussionsentwurfs für ein Gesetz zur Reform Offener Immobilienfonds genannt, der unter anderem einen pauschalen Bewertungsabschlag auf von Fonds gehaltene Immobilien und Mindesthaltefristen für Anleger vorsah. Dieser diente bereits als Begründung für die Schließung von Kanam Grundinvest und SEB Immoinvest und löste vehemente Proteste der Branche aus – gekoppelt mit einer Reihe von Pressemitteilungen, die wohl zur Beruhigung der aufgeschreckten Anleger dienen sollten.

CS Euroreal: "Mittelabflüsse haben deutlich abgenommen"

Dazu gehörte auch eine erst am 12. Mai veröffentlichte Mitteilung des CS-Euroreal-Managements mit der leicht verqueren Überschrift „Mittelabflüsse haben deutlich abgenommen“. Die schlechte Nachricht war also schon in der Headline nur notdürftig verpackt: Die Anleger verkauften auch mehr als eine Woche nach der Veröffentlichung des viel gescholtenen Gesetzesentwurfs noch Anteile des CS Euroreal – nur eben nicht mehr ganz so viele wie zuvor.

Die Zahlen in der Pressemitteilung lasen sich denn auch gar nicht gut: An einem einzigen Freitag musste der CS Euroreal Mittelabflüsse in Höhe von 127,7 Mio. Euro hinnehmen, insgesamt waren es bis zum 12. Mai 278,7 Mio. Euro. Die Fondsgesellschaft verwies zwar darauf, dies sei deutlich weniger als bei diversen Wettbewerber – auch das half aber nur insofern, als der Euroreal eben erst später geschlossen werden musste. „Aus Liquiditätsgründen gemäß § 81 InvG in Verbindung mit § 12 Abs. 5 der Allgemeinen Vertragsbedingungen“, wie es offiziell heißt.“

Und heute, am 20. Mai, bleiben deshalb auch nur noch die üblichen Durchhalteparolen: „Unabhängig von der Aussetzung der Anteilscheinrücknahme ist das Fondsmanagement weiterhin von der Qualität des Fonds überzeugt und wird die bewährte und erfolgreiche Anlagestrategie unverändert fortsetzen.“

Hoffen wir das Beste.

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zwei Kommentare

Holger

Übrigens hatte der Spekulator in seinem Kommentar zum Kanam- und SEB-Artikel richtig vorausgesehen, dass es als nächstes den Euroreal treffen würde. Also: Anerkennung. Ich hatte ja gedacht, nach den ersten, kritischen Tagen wäre das Schlimmste überstanden gewesen.

Holger, (URL) - 20-05-’10 21:03
Spekulator

war ja auch irgendwie klar, dass der wieder dicht macht.

beim DJE sieht es bisher noch nicht so aus, als ob der auch dicht machen würde, aber warten wir es mal ab :-)

Spekulator, - 20-05-’10 21:38
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