Münze oder Medaille - was ist der Unterschied?
Die kleine aber feine Unterscheidung kann für Anleger entscheidend sein
Fast hätte ich es vergessen: Wenn eine Fußball-WM (oder ein beliebiges anderes Großereignis, das sich vermarkten lässt) stattfindet, treten regelmäßig die Anbieter fragwürdiger "Gedenkmedaillen" auf den Plan, werben mit Anzeigen in der Yellow Press und tun überhaupt alles, um die Menschen nicht nur für das Ereignis an sich, sondern auch für ihren eigenen fragwürdigen Beitrag dazu zu begeistern. Da kommt die heutige Warnung des Bundesverbandes Deutscher Banken gerade recht: Beim Kauf von Medaillen ist große Vorsicht angebracht.
Anders als Gedenkmünzen werden Gedenkmedaillen nämlich nicht vom Staat als gesetzliches Zahlungsmittel ausgegeben. Sie haben mit Geld eigentlich gar nichts zu tun - sie sehen höchstens ähnlich aus. Jeder kann sie herstellen.
Der Bankenverband meint deshalb: Solche Gedenkprägungen sind als Geldanlage ungeeignet - selbst wenn sie mit schönen Worten wie "Sonderprägung", "streng limitiert" oder "höchste Prägequalität" beworben werden.
Ich bin geneigt zuzustimmen. Schließlich gibt es für die Medaillen keinen funktionierenden Markt. Und anders als die beliebten Euro-Gedenkmünzen lassen sie sich auch nicht als Zahlungsmittel einsetzen. Dass der Verkaufspreis der Dinger normalerweise (selbstverständlich, möchte man sagen) auch noch deutlich über ihrem Marktwert liegt, macht den unattraktiven Dreiklang komplett.
Der Bankenverband empfiehlt, solche Medaillen bestenfalls als Liebhaberstücke zu kaufen. Ich glaube allerdings: Gerade wenn es um Fußball-Weltmeisterschaften geht, sind Panini-Sammelalben in dieser Hinsicht deutlich besser geeignet.
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