Institutionelle Anleger kaufen, private verkaufen
Die Entwicklung der Investmentfonds im ersten Quartal
Die Deutsche Investmentfondsbranche hat im ersten Quartal des Jahres netto 4,2 Mrd. Euro an Kundengeldern eingesammelt. Das geht aus der heute veröffentlichten Absatzstatistik des Bundesverbandes Investment (BVI) hervor. Interessant dabei: Für die Zuflüsse sind ausschließlich institutionelle Investoren verantwortlich. Die investierten nämlich zwischen Januar und März satte 5,3 Mrd. Euro. Privatanleger dagegen zogen 1,1 Mrd. Euro ab.
Im März gaben die Anleger in Publikumsfonds sogar 5,2 Mrd. Euro zurück. Die ausschließlich auf institutionelle Anleger zielenden Spezialfonds sammelten dagegen auch im dritten Monat des Jahres Mittel ein: 1,8 Mrd. Euro nämlich.
Zuflüsse gab es auch in bestimmten Segmenten der Publikumsfonds: Die so genannten Hybridfonds verzeichneten ein Nettomittelaufkommen von 1,3 Mrd. Euro, Offene Immobilienfonds sammelten gut eine Mrd. Euro ein. Auch wertgesicherte Fonds (plus 683 Mio. Euro) und Zielvorgabefonds (plus 412 Mio Euro) waren begehrt. Nach Ansicht des BVI spiegelt sich darin die insgesamt risikoaverse Einstellung der Privatanleger.
Dazu passt auch, dass die Anleger eine halbe Mrd. Euro aus Aktienfonds abzogen. Allein im März verloren Aktienfonds sogar fast 1,8 Mrd. Euro. Ohne den positiven Januar wären die Abflüsse also noch deutlich höher gewesen.
Das wirft natürlich die Frage auf, ob Privatanleger wieder dem altbekannten Muster "buy high, sell low" folgen. Schon die Riesen-Abflüsse nach dem großen Crash im Oktober waren ja ein deutliches Indiz dafür. Aber zu Jahresbeginn durfte man zumindest noch hoffen, dass sich die Lage stabilisiert hat. Jetzt allerdings kaufen wieder nur die Institutionellen. Weil sie schlauer sind als die Masse der Kleinanleger?
Dennoch sind Aktienfonds nach wie vor die zweitgrößte der vom BVI erfassten Fondsgruppen: Sie verwalten insgesamt 125,3 Mrd. Euro. Populärer sind nur Rentenfonds, die auf ein Gesamtvolumen von 138,7 Mrd. Euro kommen. Auf Platz 3 folgen die Offenen Immobilienfonds mit einem Volumen von 85,8 Mrd. Euro.
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