Die Performance Offener Immobilienfonds im Test
Finanztest hat die Fonds beurteilt - nach ihrer Entwicklung in der Vergangenheit
Die Stiftung Warentest hat für die Mai-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest die Performance Offener Immobilienfonds verglichen und eine entsprechende Rangliste erstellt. Auf Platz 1 befindet sich der KanAm Grundinvest. Aber bietet der Testsieger auch das größte Potenzial für die Zukunft? Ich weiß es nicht - die Stiftung Warentest aber auch nicht.
Das Ranking von Investmentfonds nach Performance-Kriterien ist eigentlich immer problematisch. Oft schon deshalb, weil die eingegangenen Risiken dabei außer acht gelassen werden. Immerhin: Diesen Fehler macht Warentest nicht. Der Test bezieht auch die Stabilität der Fonds über die vergangenen fünf Jahre ein. Dennoch: Fünf Jahre sind kein allzu langer Zeitraum - und die Performance in der vergangenen Boomphase lässt keine gültigen Schlüsse darauf zu, wie sich ein Fonds in der nächsten Zeit verhalten wird. Das sollte man immer im Blick behalten, wenn man sich die - natürlich durchaus interessante Liste anschaut.
Eine Übersicht über die Top Ten der Offenen Immobilienfonds gemäß Finanztest
- KanAm Grundinvest, Bewertung: 78.0 Punkte, Wertentwicklung: 81.2, Stabilität 68.6
- Grundbesitz Europa RC, 71.4, 70.5, 74.1
- Immoinvest Europa, 66.8, 68.1, 62.8
- Grundbesitz Global RC, 66.0, 68.2, 59.3
- Deka Immobilien Global, 63.2, 62.3, 65.8
- SEB Immoinvest, 60.8, 62.3, 56.4
- UBS 3 Kontinente Immobilien, 60.4, 60.9, 59.0
- Axa Immoselect, 58.7, 62.0, 48.9
- DEGI International, 56.2, 57.6, 52.0
- WestInvest InterSelect, 55.9, 58.1, 49.5
Dass die Liste problematisch ist, zeigt sich zum Beispiel auch daran, dass die Frage, ob ein Fonds ohne Aussetzung der Anteilsrücknahme durch die Finanzkrise gekommen ist, überhaupt keine Rolle spielt. So landet etwa der Marktführer Hausinvest Europa nicht mal in den Top Ten, obwohl dessen Anleger in den vergangenen Monaten deutlich weniger Ängste auszustehen hatten als die des KanAm Grundinvest. An so einer Einstufung zeigen sich auch die deutlichen Unterschiede zu den Ratings von Scope für Offene Immobilienfonds.
Bei Scope erhielten im Februar der Hausinvest Europa und der UniImmo: Global die höchsten Ratings unter den Publikumsfonds - bei Stiftung Warentest landete erster auf Platz 12, letzterer wurde offenbar nicht einmal getestet. Nun gab es in der Vergangenheit reichlich Kritik an Scope - und Zweifel an der Unabhängigkeit der Ratingagentur. Allerdings: Scope bezieht bei der Beurteilung der Fonds eben nicht nur die Performance der Offenen Immobilienfonds in der Vergangenheit ein, sondern auch das Portfolio der Fonds, ihre Diversifikation und andere Kriterien, die sich zwar schwerer messen lassen, im Zweifel aber eher Aufschluss über die Zukunft geben können als die schlichte Betrachtung der Entwicklung in der Vergangenheit.
Aber das ist wohl das Schicksal eines Anlegers: Man wird mit ständig neuen Listen und Rankings konfrontiert - und auf keines davon kann man sich verlassen.
KanAm hat den Artikel von Finanztest auf seiner Website veröffentlicht. Den kompletten Test gibt es - gegen eine Gebühr - auch bei der Stiftung Warentest.
Zum Weiterlesen
- Finanztest: neuer Vergleich Offener Immobilienfonds
- Neue Ratings von Scope für Offene Immobilienfonds
- Scope: neue Ratings für vier Offene Immobilienfonds
drei Kommentare
Hallo Birdwarcher,
verteufeln möchte ich nichts (als ich diesen Artikel geschrieben habe, hatte ich sogar selbst noch Offene Immobilienfonds). Aber die vergangenen Jahre haben für mich schon gezeigt, dass Offene Immos einige schwer wiegende Konstruktionsfehler haben. Ich habe die Immobilienfonds daher rausgeschmissen und entsprechend etwas mehr Anleihen und (Immobilien-)Aktien im Depot. Denn Sie haben natürlich Recht: Sich nur auf Anleihen (bzw. Rentenfonds) zu verlassen, hat nichts mit sinnvoller Risikostreuung zu tun. Andererseits denke ich nicht, dass Offene Immobilienfonds besonders sicher sind.
Lieber Freund,
wenn die innerhalb dreier Jahre aufflammende Inflation – wie Sie meinen – so sicher sein sollte, wie das Amen in der Kirche (oder, wie Sie es nennen, im Gebet), dann frage ich mich, wieso Sie – nach eigener Aussage – sehr viel Geld auf Tagesgeld- und Sparkonten liegen haben.
Wenn Sie sich der Inflation so sicher sind, könnten Sie Ihr Geld doch gewinnbringend verwenden. Sie könnten z. B. inflationsindexierte Anleihen kaufen. Oder kaufen Sie Short-ETFs auf langlaufende Euro-Anleihen? (Gibt es die überhaupt?) Lassen Sie uns bitte teilhaben.
Voller Erwartung grüßt der KLEINANLEGER








Liebe Freunde,
ich frage mich soll den das ganze Segment der Immofonds verteufelt werden?
An und für sich ist dies doch eine gute Anlage, können Sie mir sagen wie ich besser mit etwas Rendite, sicherer Anlage und Inflationsschutz anlege?
Ich habe z. Zt. sehr viel auf Tages-und Sparkonten liegen, aber für den Imfaltionsschutz investiere ich schon auch etwas in Aktien und Immofonds, denn die Rentenfonds von denen ich auch ziemlich viel habe, sichern mich nicht vor der Infaltion die so sicher wie das Amen im Gebet in spätestens 3 Jahren kommen wird.