Es gibt einen ETF, der den SDAX trackt
Und einen Schönheitsfehler gibt es auch: die TER von 0,7 Prozent
Eigentlich komisch, dass niemand früher einen solchen ETF auf den Markt gebracht hat, aber jetzt hat Comstage die Lücke gefüllt: Seit gestern ist ein ETF über Xetra handelbar, der den deutschen Small-Cap-Index SDAX trackt (ISIN LU060394288). Grundsätzlich eine gute Idee, finde ich - auch wenn ein solches Produkt im Depot eines normalen Privatanlegers im Grunde nichts zu suchen hat.
Schließlich bildet der SDAX die Wertentwicklung der Aktien von 50 deutschen Unternehmen aus klassischen Industriebranchen ab, die es weder in den DAX noch in den MDAX geschafft haben. Selbst wenn man in seinem Depot deutsche Aktien übergewichten will, ist das noch ein ziemlich kleines Universum. Andererseits: Ein SDAX-ETF ist wohl die sinnvollste Möglichkeit für Privatanleger, überhaupt in deutsche Small-Caps zu investieren.
Einziges Problem: Die TER des ETF beträgt stolze 0,7 Prozent pro Jahr - und das, obwohl Comstage-ETFs in der Regel günstigere Verwaltungskosten aufweisen als die Produkte der Konkurrenz. Die Kosten des SDAX-ETF dagegen liegen im Bereich der Gebühren für Emerging-Markets-ETFs. Ist die Abbildung des Index tatsächlich so teuer?
Drei weitere ETFs: SPI, DivDAX, ShortDAX
Immerhin schafft Comstage es sogar, einen ETF auf den SPI (ISIN LU060394679), der den gesamten Schweizer Aktienmarkt abbilden soll, für eine TER von 0,4 Prozent anzubieten. Ebenfalls neu sind ein DivDAX-ETF (ISIN LU060393389, TER 0,25 Prozent) und ein ShortDAX-ETF (ISIN LU0603940916, TER 0,30 Prozent).
Zum Weiterlesen
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acht Kommentare
Hi Niels,
ich weiß nicht, ob es tatsächlich so ist, aber das ist sicher eine nahe liegende Erklärung. Eine andere, die ich gestern auch irgendwo gelesen habe: Die Abbildung des ziemlich kleinen, nicht besonders liquiden SDAX ist recht kompliziert und teuer. Eine dritte: Es ist ziemlich fraglich, ob ein SDAX-ETF jemals ein hohes Volumen erreicht. Aber die Emittentin muss ja trotzdem ihre Kosten decken (und will vielleicht auch noch etwas Gewinn erzielen…).
Viele Grüße
Holger
Hallo,
micht treibt seit langem ein Gedanke um, zu dem es bislang keinen passenden Artikel gab (eine schöne Frage für den Forums-User: wann & wo passt meine Frage endlich zu einem der ge-bloggten Artikel ?). Hier passt es endlich einigermaßen:
Mein Depot weist einen hohen home bias auf. Ich begründe dies damit, daß der Diversifikationseffekt über Ländergrenzen hinweg nur sehr gering ist (und über die Jahre und Jahrzehnte zumindest gefühlt immer geringer wurde), die Investition in heimische Papiere aber weniger Gebühren verursacht.
Ist das schwachsinnig? (hoffentlich nicht?)
Wenn nein, dann begrüße ich einen ETF auf den SDAX sehr. Ich bin geneigt, ihn zu kaufen (habe bislang ein paar Einzelwerte aus diesem Index).
Gibt es gute Gründe, das zu lassen (hört sich im Artikel ja schon so an)?
Viele Grüße!
@Sparfuxx,
schau doch mal im WPF vorbei. Dort gibt es einen Thread, der dieses Thema anreißt: http://www.wertpapier-forum.de/topic/356..
Grüße…
Hallo Boll,
vielen Dank für den Link. Leider halte ich das Geschreibsel dort nicht aus, da mehr gestichelt als argumentiert wird. Irgendwo auf Seite zwei bin ich ausgestiegen…
Bezog sich Dein Tipp auf den ganzen Thread oder auf einen bestimmten Teil?
Viele Grüße!
@Sparfuxx,
ich hätte dazu schreiben sollen, dass der Thread nicht in allen Teilen “vorzeigbar” ist. Ich meine, ab Seite 5 (Beitrag 99) könnte es hinsichtlich deiner Fragestellung interessant sein. http://www.wertpapier-forum.de/topic/356..
wann & wo passt meine Frage endlich zu einem der ge-bloggten Artikel
Im Zweifel kannst Du das nächste Mal einen Gastbeitrag schreiben, wenn Dich etwas so umtreibt. ![]()
Inhaltlich teile ich Deine Einschätzung nicht ganz. Zwar ist es angesichts der in den letzten Jahren tatsächlich durchgehend hohen Korrelationen zwischen den Regionen wirklich verlockend, einfach stark auf die eigene Region zu setzen.
Allerdings schreibt man dabei halt einfach die Vergangenheit in die Zukunft fort. Und ich halte das gerade in diesem Punkt für gefährlich, weil man sich dadurch anfällig macht für Extremereignisse, die nur eine Region treffen. Die Naturkatastrophe in Japan hat den dortigen Aktienmarkt in jedem Fall deutlich schwerer in Mitleidenschaft gezogen als die Märkte im Rest der Welt. Griechenlands Aktienmarkt befindet sich gerade auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Und so weiter.
Es könnte ja durchaus irgendwann eine schwere Krise kommen, die nur Deutschland oder nur die Eurozone trifft. Und dann ist man als Arbeitnehmer und Anleger womöglich doppelt gekniffen. Und so teuer sind ein MSCI-World-ETF oder ein S&P-500-ETF ja auch nicht.
Andere Meinungen zu diesem Thema würden mich aber auch sehr interessieren. In den WPF-Thread habe ich vor Wochen mal reingeschaut, aber dann das Interesse verloren.
Viele Grüße
Hallo,
ich fasse mal die Fakten zusammen:
- Home Bias vermindert den Vorteil durch Diversifikation.
- Home Bias ist etwas kostengünstiger.
- Home Bias hat Steuervorteile, wenn man direkt in Aktien investiert (die teilweise doppelte Belastung mit Quellensteuer und Abgeltungssteuer holt sich doch kein Mensch zurück, oder bin ich da zu naiv?).
Ich gehe davon aus, daß Ihr, die hier mitschreibt, der Meinung seid, daß der erste Punkt viel stärker zu gewichten ist als die anderen beiden, zumal der Steueraspekt bei Fonds glaube ich wegfällt (Irrtum?).
Wäre dann nicht ein winziger Home Bias die einzig richtige Konsequenz? Also, plakativ vorgeschlagen, im Aktienanteil 90 Prozent Welt (z. B. MSCI World mit Schwellenländern), dazu 5 Prozent Europa (z. B. Stoxx 600) und 5 Prozent DAX oder noch besser MDAX?
Das würde dem klaren Übergewicht des ersten Arguments Rechnung tragen.
Oder wäre es schlauer, das Argument des eigenen Arbeitsplatzes mit einzubringen, dann müsste man die Heimat eigentlich massiv untergewichten, richtig?
Viele Grüße!








Hat das (also sowohl seine Einzigartigkeit wie auch die Kosten) vielleicht mit restriktiver Lizenzvergabe zu tun?
Ist das nicht auch der Grund dafür, dass es für den MDAX nur den Ishares-ETF gibt (mit einer TER von 0,52%)?