REITs und die Korrelation zum Aktienmarkt insgesamt
Nach Aussage von NAREIT-Vice-President Brad Case sind Real Estate Investments Trusts vor allem langfristig zur Diversifizierung eines Portfolios geeignet
Brad Case ist Senior Vice President der us-amerikanischen National Association of Real Estate Investments Trusts. Er ist also nicht ganz frei von Eigeninteresse, wenn er über REITs spricht. Was er jetzt über die Korrelation von REITs mit dem Aktienmarkt insgesamt gesagt hat, ist aber trotzdem interessant - und passt außerdem zum Artikel über REITs als Branchenwette auf diesem Blog: REITs können vor allem dann zur Diversifikation eines Portfolios beitragen, wenn man mit ihnen einen längeren Anlagehorizont verfolgt.
Case`s Argument: Über kurze Zeiträume sind REITs stark mit dem Aktienmarkt korreliert. Über längere Zeiträume hinweg nimmt die Korrelation allerdings ab. Den Grund für dieses Phänomen sieht Case darin, dass viele Investoren über ETFs und Investmentfonds, die auch andere Aktien enthalten, in REITs investieren würden. So würden REITs oft der Finanzbranche zugeordnet, obwohl sie nicht wirklich Finanzunternehmen seien. "Das bedeutet, dass hohe kurzfristige Korrelationen dadurch verursacht werden könnten, dass Investoren einen Finanz-ETF oder -Fonds aufgrund von Informationen handeln, die sich auf Banken beziehen", erläutert Case. Ich würde hinzufügen: Auch die Tatsache, dass REITs in marktbreiten Indizes wie dem S&P 500 oder dem Stoxx Europe 600 enthalten sind, dürfte in diese Richtung wirken.
Langfristig nimmt die Korrelation ab
Case erklärte außerdem, dass die Korrelationen der verschiedenen auf dem Aktienmarkt gehandelten Branchen untereinander für gewöhnlich zunehmen, je größer der betrachtete Zeitraum ist. Bei REITs sei allerdings das Gegenteil der Fall: "Wenn Fehlbewertungen korrigiert werden, sehen REITs immer weniger aus wie andere Teile des Aktienmarktes."
Das zeige sich in abnehmenden Korrelationen. So liege die langfristige Durchschnitts-Korrelation von REITs mit dem Aktienmarkt insgesamt bei 55 Prozent (so steht es dort!). Seit dem Einsetzen der Finanzkrise betrage sie allerdings 71 Prozent, während es vor zehn oder 15 Jahren nur 30 Prozent gewesen seien. Dies liege daran, dass REITs eben Teil der Anlageklasse Immobilien seien und lediglich über den Aktienmarkt gehandelt würden.
So viel also noch mal zu einem Argument eines Branchenvertreters zur Frage, ob REITs nur eine Branchenwette sind.
Zum Weiterlesen
- Aktien, Anleihen, REITs, Rohstoffe - Korrelationen in der Hausse
- REITs - ist ein Abschlag zum Buchwert normal?
- Immobilien: REITs und geschlossene Fonds als Investments








Kein Kommentar