Spam: Bafin warnt vor Aktientipps per Fax

Mutmaßliche Betrüger jubeln Dynamic Systems Holdings und Idea Fabrik hoch

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) warnt vor Fax-Spam, die zum Kauf von Aktien obskurer Firmen wie Dynamic Systems Holdings Inc. (ISIN CA2680111036) oder Idea Fabrik Plc. (ISIN GB00B61CVK31) animieren soll. In den Schreiben wird darauf hingewiesen, dass eine Übernahme der Unternehmen bevorstehe. Deshalb sollen 250 bis 300 Prozent Gewinn möglich sein - fragt sich nur, für wen. Zu erkennen sind die mutmaßlich betrügerischen Schreiben daran, dass sie von einem "Wolfgang" handschriftlich verfasst und an einen "Holger" adressiert sind (ich habe übrigens trotzdem noch keines dieser Faxe erhalten).

Eine der betroffenen Firmen, die Idea Fabrik, hat sich von dem Schreiben bereits distanziert und erklärt, derzeit seien keine Übernahmepläne bekannt. Die Bafin erklärte in ihrer typisch vorsichtigen Wortwahl darüber hinaus, sie könne "nicht ausschließen", dass es sich auch bei dem anderen Fall um die Verbreitung eines falschen Gerüchts handele. Ich würde eher sagen: Das ist sogar ziemlich wahrscheinlich. In jedem Fall hat die Behörde eine Untersuchung wegen des Verdachts der Marktmanipulation eingeleitet. Der Spam-Versand an sich ist ja ohnehin illegal.

Tipp der Bafin für Verbraucher: genau prüfen, andere Quellen einbeziehen

Einen Tipp für Anleger hat die Bafin ebenfalls parat, aber auch der ist sehr vorsichtig: "Sie rät daher allen Anlegern, vor Erwerb von Aktien der Gesellschaften sehr genau zu prüfen, wie seriös die Angaben zu den angeblich bevorstehenden Übernahmeangeboten sind, und sich über die betroffenen Gesellschaften auch aus anderen Quellen zu informieren." Ein noch besserer Tipp dürfte sein: Werfen Sie das Fax einfach in den Papierkorb und ignorieren Sie seinen Inhalt komplett - es sei denn, Sie wollen vorher noch der Bafin oder einer Verbraucherzentrale Bescheid geben.

Die Masche: klassisches "Pump and Dump"

Für mich sieht das nämlich nach klassischem "Pump and Dump" aus: Betrüger kaufen Aktien, meist obskure Pennystocks und ähnliche niedrige kapitalisierte, marktenge Werte. Deren Kurse lassen sich schließlich mit besonders geringem Aufwand manipulieren. Dann werden - per Fax, E-Mail, Social Media - Gerüchte in die Welt gesetzt, Hoffnungen auf gigantische Gewinne geweckt. Vermutlich steigt der Kurs dabei sogar - entweder, weil die Betrüger selbst Aktienpakete zukaufen, oder weil ihnen Ahnungslose schon auf den Leim gegangen sind.

Irgendwann aber steigen die Manipulatoren mit saftigen Gewinnen wieder aus - und irgendwelche naiven Anleger bleiben auf den plötzlich kaum mehr handelbaren und wieder ziemlich wertlosen Papieren sitzen.

Deshalb: einfach Finger weg.

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Ein Kommentar

Holger

Fast vergessen: Ein Weg, merkwürdige Aktien hochzujubeln könnten natürlich auch bezahlte, aber nicht zu teure Anzeigen auf Websites sein. :-p

Auch im Umgang mit diesen ist Vorsicht also die Mutter der Porzellankiste.

Holger, (URL) - 09-07-’11 14:43
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