Riester: (Fondsgebundene) Rente, Banksparplan und Fondssparplan im Vergleich
Kosten, Transparenz, Verrentungsfaktor - bei der staatliche geförderten Altersvorsorge lauern einige Fallstricke.
Wenn das Jahr sich seinem Ende nähert, denken viele wieder an die Altersvorsorge – seien es Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen, die für Riester die Werbetrommel rühren, seien es Forschungsinstitute, die kritische Studien veröffentlichen, seien es die Anleger selbst. Könnte es einen besseren Zeitpunkt geben, um sich auch hier wieder einmal des Themas anzunehmen? Zunächst soll es um einen kurzen Vergleich der verschiedenen Riester-Angebote gehen. In einem zweiten Artikel möchte ich dann erläutern, warum ich denke, dass ein Riester-Banksparplan auch für jüngere Anleger sinnvoll sein kann – obwohl das nicht der gängigen Meinung entspricht.
Dies sind also die verschiedenen Riester-Angebote:
Die klassische Riester-Rente: sicher, aber unflexibel
Die klassische Rentenversicherung ist wohl die Riester-Spielart mit der weitesten Verbreitung. Anleger schließen einen Vertrag mit einer Versicherung ab und zahlen dann monatlich, quartalsweise oder jährlich ein. Das Geld wird sicher angelegt – zum größten Teil in langfristigen Staatsanleihen. Die Versicherung garantiert eine Mindestverzinsung des Kapitals (derzeit noch 2,25 Prozent jährlich, bald nur noch 1,75 Prozent) und beteiligt Anleger zusätzlich an den Überschüssen, die sie erwirtschaftet. Die klassische Riester-Rente gilt als sehr sicher, aber vergleichsweise wenig transparent und flexibel. Wer einen Vertrag beitragsfrei stellen oder wechseln will, muss mit beträchtlichen Kosten rechnen.
Die fondsgebundene Riester-Rente: riskanter - und meistens teuer
Auch bei der fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung schließen Anleger einen Vertrag mit einer Versicherungsgesellschaft ab und zahlen anschließend – wie bei allen Riester-Varianten – regelmäßig Geld ein. Im Unterschied zur klassischen Rentenversicherung gibt es hier aber keine Garantieverzinsung. Das Versicherungsunternehmen garantiert lediglich, dass zum Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen zur Verfügung stehen. Dazu legt sie einen Teil des eingezahlten Geldes sicher an. Der Rest wird in Fondsanteile investiert. Der Anleger kann aus einer mehr oder minder großen Fondspalette frei wählen und auch zwischen verschiedenen Fonds wechseln. So gesehen ist die fondsgebundene Versicherung also ziemlich flexibel. Der Wechsel eines Vertrages ist allerdings regelmäßig schwierig beziehungsweise teuer. Und auch im Vertrag selbst können hohe Kosten stecken: für den Versicherungsmantel und für die Zielfonds. Die Versicherungsgesellschaften sind in dieser Hinsicht ziemlich kreativ – und leider oft wenig transparent.
Der Riester-Fondssparplan: die mutmaßlich renditeträchtigste Variante
Hierbei schließt der Anleger erst einmal keinen Versicherungsvertrag ab, sondern bespart einen Fondssparplan – bei Fondsgesellschaften wie der DWS oder Union Investment, um nur die bekanntesten Anbieter von Riester-Fondssparplänen zu nennen. Im Vergleich zu fondsgebundenen Versicherungen sind die Fondssparpläne typischerweise wenig flexibel: Die Fonds, die bespart werden, sind fest vorgegeben. Zudem sind Anleger an das Risikomanagement der Fondsgesellschaften gebunden. Diese Systeme können durchaus schwer zu verstehen sein. In jedem Fall führen sie aber dazu, dass der Aktienanteil im Laufe eines Anlegerlebens sinkt. Schließlich muss auch bei Fondssparplänen gewährleistet sein, dass zu Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen zur Verfügung stehen. Ach ja: Richtig günstig sind auch Fondssparpläne nicht, auch wenn es inzwischen eine Reihe von Möglichkeiten gibt, Kosten wie Ausgabeaufschläge zu reduzieren.
Der Riester-Banksparplan: einfach, sicher, niedrig verzinst
Wer vor allem Wert darauf legt, (fast) keine Gebühren zu bezahlen, der ist mit dem Riester-Banksparplan gut bedient – der entspricht nämlich im Grunde einem klassischen, ungeförderten Banksparplan: Man zahlt regelmäßig Geld ein und erhält dafür Zinsen. Die sind so niedrig kalkuliert, dass die Bank daran noch verdienen kann. Riester-Banksparpläne werden vor allem von Sparkassen und Genossenschaftsbanken angeboten. Der Banksparplan ist sicher das transparenteste und flexibelste Riester-Angebot – wird aber meist nur für ältere Sparer empfohlen, weil die Renditechancen halt eher gering sind: Die Umlaufrendite der Bundesanleihen minus 50 Basispunkte ist ein verbreitetes Modell. Derzeit liegt die Rendite also unter der Inflationsrate.
Wohn-Riester und Riester-Bausparen: Umstrittenes für Häuslebauer
Diese Förderformen sind etwas für Menschen, die mit einem Eigenheim fürs Alter vorsorgen wollen, sie sind kompliziert, und sie sind umstritten. Wer über einen dieser Riester-Wege nachdenkt, dem empfehle ich eine persönliche (Honorar-)Beratung.
Einen Nachteil haben Fonds- und Banksparpläne übrigens noch gegenüber den Renten-Angeboten: Zu Beginn weiß man als Sparer womöglich nicht, mit welchem Faktor das angesparte Kapital in einigen Jahrzehnten einmal in eine Rente umgewandelt wird. Da lauert also möglicherweise noch eine böse Überraschung: Unter Umständen macht man zwar in der Ansparphase einen guten Schnitt, bekommt dann aber nur relativ wenig Rente für das eingezahlte Geld.
Zum Weiterlesen
- Wie schlecht sind fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen wirklich?
- Noch mal Riester: Sogar für die Konjunktur schlecht?
- Der Riester-Banksparplan und seine Vorteile








Hallo Holger,
das ist eine sehr gute Übersicht der (zumindest für mich) verwirrenden Varianten der Riester-Rente. Vielen Dank für deine Mühe beim Zusammentragen und Beschreiben. Mach weiter so!
Viele Grüße,
Matthias
PS Bin gespannt auf deine Ausführungen zum Riester-Banksparplan!