Der Versuch einer kleinen Jahresbilanz in Sachen Geldanlage

Nur auf die Rendite zu schauen, ist ein bisschen wenig - wie ich versuche, meine Investments zu beurteilen

Auch wenn der Zeitpunkt willkürlich gewählt ist: Das Jahresende ist auch für mich jedes Mal die Zeit, eine Zwischenbilanz in Sachen Geldanlage zu ziehen. Würde ich einfach nur auf die absolute Rendite meines Portfolios schauen, wäre das Fazit einfach: schlecht – denn die Rendite ist negativ. Allerdings wäre dieses Fazit in der Tat etwas zu einfach. Wenn ich überhaupt auf die Rendite schauen wollte, dann müsste ich sie mit irgendeiner passenden Benchmark vergleichen, deren Risiko dem meiner eigenen Anlagestrategie entspricht. Dieser Vergleich dürfte für mich schon besser aussehen. Auch das wäre meines Erachtens aber noch ein wenig zu kurz gegriffen. Zur Bilanz eines Anlagejahres gehört für mich nämlich nicht nur der Blick auf mein Anlageergebnis – sondern auch auf mein Verhalten auf dem Weg dorthin.

Also: Was habe ich getan, um meine Investmentstrategie weiterzuentwickeln? Welche Fehler habe ich abgestellt? Welche neuen Fehler gemacht? Und wie zufrieden kann ich mit meiner Performance im Vergleich zu den Vorjahren sein? Das Kurzfazit lautet: einigermaßen zufrieden, auch wenn nicht alles perfekt war.

Die Langfassung geht in etwa so:

Weiterentwicklung der persönlichen Asset Allocation

Einen Pluspunkt gebe ich mir selbst, weil ich zu Beginn des Jahres 2011 meine intransparente fondsgebundene Riester-Rentenversicherung beitragsfrei gestellt habe und stattdessen in einen Riester-Banksparplan einzahle. Das erleichtert es erheblich, die Verteilung des Vermögens auf die verschiedenen Anlageklassen zu überwachen, weil der neue Riester-Vertrag ausschließlich aus einer Staatsanleihen-ähnlichen Anlage besteht. Außerdem habe ich zu Jahresbeginn beschlossen, den anteil der riskanten Assets im Depot bis auf weiteres jedes Jahr linear abzusenken – ein kleines, aber dennoch nicht ganz unwichtiges Puzzleteil einer Anlagestrategie. Einen Minuspunkt gebe ich mir dagegen, weil ich auch 2011 keine konsequenten Schritte zur Beseitigung der noch aus Vor-Abgeltungsteuer-Zeiten stammenden Europa-Übergewichtung in meinem Depot unternommen habe. Das ist nicht dramatisch, hat aber auch nicht unbedingt zu einer höheren Rendite geführt.

Einhalten der festgelegten Asset Allocation

Sehr gut geklappt hat dagegen das Einhalten der von mir selbst vorgegebenen Gewichtung der unterschiedlichen Anlageklassen im Depot. Das ist zwar keine besonders große Kunst. Dennoch besteht bei mir immer die Gefahr, dass ich in einen Schnäppchenrausch gerate und nach Kursstürzen Aktien(-ETFs) kaufen will. 2011 konnte ich widerstehen. Einigermaßen jedenfalls – einen nicht so ganz hundertprozentig zur Gewichtung passenden US-Small-Cap-ETF habe ich gekauft. Aber dafür konnte ich mir immerhin einen halbwegs guten Grund ausdenken – eine leichte Nordamerika-Untergewichtung im Portfolio. Ich hatte schon schlimmere Aussetzer.

Minimierung von Transaktionskosten und Verwaltungsgebühren

Ein wichtiger Punkt ist außerdem die Frage, ob es mir gelungen ist, meine selbst gesteckten Ziele zur Kostenminimierung zu erreichen. In dieser Hinsicht bin ich für 2011 ziemlich zufrieden. Ich habe – anders als noch 2009 – keine unüberlegten Limit-Aktionen gestartet. Und anders als 2010 habe ich auch keine Wertpapiere gekauft, die ich schon nach wenigen Monaten wieder loswerden wollte. Außerdem ist es mir gelungen, die durchschnittliche Positionsgröße meiner Käufe zu steigern (sprich: geduldiger zu warten, bis sich etwas Geld angesammelt hatte), was dazu geführt hatte, dass der Anteil der Transaktionskosten an den Käufen gesunken ist. Schließlich habe ich auch einigermaßen konsequent darauf geachtet, auch die impliziten Kosten durch eventuell ungünstigere Kurse bei der Wahl des Handelsplatzes zu beachten.

Steuerliche Gegebenheiten berücksichtigen

In diesem Punkt habe ich in den vergangenen Jahren einiges dazu gelernt. 2008 fiel mir auf, dass es für Kleinanleger unter Umständen nicht so günstig ist, ausländische Aktien aus Ländern zu kaufen, die Quellensteuer einbehalten. Die wird zwar zum Teil auf die Abgeltungsteuer angerechnet und kann zum Teil rückerstattet werden. Letzteres verursacht aber Kosten und Aufwand und lohnt sich daher bei kleinen Anlagebeträgen kaum. 2010 wurde mir dann erstmals bewusst, wie nervig die Tatsache ist, dass es ausländische ETFs/Fonds gibt, die ihre Erträge zwar grundsätzlich ausschütten, aber dennoch zwischendurch Thesaurierungen durchführen – der Aufwand ist exakt so hoch wie bei Voll-Thesaurierern, nur die Beträge, um die es geht, sind geringer. Folglich meide ich jetzt derartige Fonds. Aber ich bin mir sicher, dass ich auch 2012 in Steuerfragen wieder eine Menge dazulernen werde.

Das waren die wichtigsten Punkte, auf die ich bei meiner persönlichen Bilanz schaue. Bleibt noch, die Frage zu beantworten, warum ich das in dieser epischen Fülle hier ausgebreitet habe.

Nun, die Moral von der Geschicht' ist im Grunde ziemlich schlicht: Ich fürchte, dass viele Anleger sehr ergebnisorientiert denken und den persönlichen Anlageerfolg ausschließlich an der erzielten Rendite messen. Das ist langfristig natürlich absolut richtig. Kurzfristig allerdings halte ich dieses Vorgehen für gefährlich. Weil es von den Faktoren ablenkt, die überhaupt erst zum Erfolg führen beziehungsweise die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen. Dabei sollte man als Privatanleger gerade an diesen Kleinigkeiten ansetzen – schließlich hat man nur die selbst in der Hand.

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zehn Kommentare

Matthias Hofmann

Hallo Holger,
ich finde diesen Beitrag sehr hilfreich! Es ist echt gut zu lesen, dass andere Privatanleger mit ähnlichen kleinen, aber relevanten Themen zu kämpfen haben.

Ich stand 2011 vor der Frage, ob ich aus meinem abgeltungssteuerfreien Depot Verkäufe vornehmen sollte, um die Asset Allocation wieder herzustellen. Ich habe mich schließlich dagegen entschieden, weil die Abweichung nicht so enorm war…

Was mir beim Ziehen der Jahresbilanz wieder einmal aufgefallen ist: Der Bereich “Europa Value” (abgebildet über Lyxor ETF MSCI EMU Value; FR0010168781) war wieder schlecht, wie auch die Jahre vorher schon. Hast du diesen Bereich auch in deiner Asset Allocation? Liegt das schlechte Abschneiden hier nur am Finanzsektor oder gibt es andere Gründe?

Eine Frage habe ich noch: Hast du schon mal einen Beitrag über Abgeltungssteuerfragen geschrieben? (und falls nein: Darf ich mir einen wünschen?)

Vielen Dank für deine Mühe hier und einen guten Start ins Jahr 2012!
Matthias

Matthias Hofmann, (URL) - 03-01-’12 09:59
Holger

Hallo Matthias,

danke!

Ich kenne das Problem mit den Verkäufen von unpassenden Investments aus der Vor-Abgeltungssteuer-Zeit auch. Gerade gestern habe ich mich nach langem Abwägen getraut, meinen Stoxx Europe Select Dividend ETF zu verkaufen (und damit endlich einen konsequenten Schritt gegen die Europa-Übergewichtung unternommen). Ich muss aber ehrlicherweise sagen, dass das eher eine Gefühlsentscheidung war, weil sich der “Schaden” durch die Abweichung von der Gewichtung, die ich für richtig halte, nun mal nicht gut beziffern lässt. Bei mir kam aber hinzu, dass ich von dem Produkt bzw. dem Index schon lange nicht mehr so recht überzeugt bin.

“Value” decke ich über Einzelaktien ab, wenn Du so willst. Spezielle ETFs dafür kaufe ich nicht. Was die schlechte Performance des Index angeht, kann ich erst mal nur raten. Neben Finanztiteln scheinen ja auch Versorger und einige Zykliker eine wichtige Rolle im Index zu spielen (obwohl ich nicht weiß, wie lange das schon so ist).

Beitragswünsche: Ich könnte jetzt enorm leserfreundlich tun und schreiben, dass ich den Wunsch vielleicht schon nächste Woche erfüllen kann. Das liegt aber vor allem daran, dass sparFuxx mich vor Weihnachten auch schon mal auf das Thema angesprochen hat – und ich es auch sehr interessant finde.

Grundsätzlich überlege ich schon länger, ob ich auch mal öfter über Abgeltungsteuer-Themen schreiben sollte. Als Steuer-Legastheniker fällt mir das leider vergleichsweise schwer. Aber ich bemühe mich.

Viele Grüße

Holger, (URL) - 03-01-’12 19:22
Lars

Hallo Holger,
ich finde es ein ziemlich weises Vorgehen ein “nacktes” Zahlenergebnis zu hinterfragen. Selbst wenn die reine Rendite mal nicht wunschgemäß ist, heißt es noch nicht, dass die Investments verkehrt sind, aber zumindest überprüfen sollte man sie.

Den Vergleich mit der Benchmark sehe ich etwas zwiespältig. Einerseits benötigt man einen Vergleichsindex, um die eigene Asset Allocation einordnen zu können, aber letztendlich möchte man ja Vermögen vermehren. Für mich kommt da höchstens ein Jahr mit leichten Verlusten in Frage (5 bis maximal 10% Verlust). Darüberhinaus sollte es auch bei dem ärgsten Crash – in welcher Anlageklasse auch immer – nicht gehen. D.h. man sollte sich vorher(!) Mechanismen überlegen, dass ein richtig hoher Verlust selbst bei den übelsten Umständen nicht eintreten kann.
Ein Stück in die Richtung geht es bereits, wenn man die einmal eingeschlagenen Asset Allocation auch konsequent beibehält. Bei einer starken Aktienhausse verringert man ja den Aktienanteil, und ist bei einem anschließenden Bärenmarkt nicht so stark betroffen wie vielleicht andere, die in einem Bullenmarkt bewusst großzügig nachkaufen.

VG
Lars

Lars, (URL) - 04-01-’12 13:24
Matthias Hofmann

Hallo Lars,
um einen Verlust von größer als 5-10 Prozent mit hoher Sicherheit zu vermeiden, dürfte man m.E. höchstens ein Viertel seiner Anlagen in Aktien tätigen. Nimmt man mal das Jahr 2008 als wirklich schlechtes Jahr her, dann war man trotz weltweiter Diversifikation beim Aktienanteil mit einem Verlust von knapp 50 Prozent dabei. Das gäbe bei einem Aktienanteil von 25 Prozent schon mal ca. 10 Prozent Verlust für das Gesamtdepot. In der Hoffnung, dass die restlichen Anlageklassen hoffentlich ein positives Ergebnis erzielen, könnte man dann mit vielleicht mit 5-10 Prozent Verlust wegkommen. Max. 25 Prozent Aktienanteil erscheinen mir aber nicht für jeden Anleger eine gute Wahl zu sein. Verstehe ich dich richtig oder denkst du noch an etwas anderes?

Du schreibst auch, dass man die einmal eingeschlagene Asset Allocation beibehalten sollte. Kann ich nur zustimmen. Allerdings verstehe ich dann nicht, warum du dann bei einer starken Hausse den Aktienanteil verringern willst. Das widerspricht doch deiner vorherigen Aussage. Wenn du den Aktienanteil verringerst, dann versuchst du Market Timing. (Abgesehen von normalen Rebalancing, das natürlich in einer starken Aktienhausse unverzichtbar ist. Damit wird der Aktienanteil aber nicht verringert, sondern konstant gehalten.). Ich möchte jetzt nicht pauschal behaupten, dass das immer und in jeder Situation schlecht ist, aber zumindest in der allermeisten Fällen ist das keine gute Idee. Daher wäre es m.E. eine gute Empfehlung an alle Anleger, Market Timing möglichst immer zu vermeiden. Kannst du bitte nochmal erklären, wie das zusammen passt und welche Gedanken dahinter stecken, die ich nicht erkenne?

Ich bin gespannt auf die Diskussion!

Viele Grüße,
Matthias

Matthias Hofmann, (URL) - 04-01-’12 13:51
Lars

Hallo Matthias,

nein, ich meine kein Markttiming, obwohl es manchmal angebracht erscheint, wenn Anlageklassen in der Bildzeitung angepriesen werden (bei Gold hat es in im Spätsommer 2011 auch gut geklappt) oder wenn der Chart aussieht wir eine Fahnenstange (also sehr steil nach oben geht).

Rebalancing kann ja entweder durch Nachkaufen in anderen Anlageklassen oder durch Verkauf der übergewichteten Klasse erfolgen. Ich persönlich halte einen Aktienanteil von 25 bis 50% für ziemlich optimal. Also 25% für defensive und 50% für offensive Anleger. Mehr als 50% halte ich für zu riskant.
Die Anlageklasse Aktien sollte meiner Meinung nach zu einem recht großen Teil aus “global Playern” bestehen. Zum einen werden diese bei einem Crash meistens nicht so abgestraft, zum anderen erhält man in der Regel noch eine Dividendenausschüttung. Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, welche Aktien oder Indizes er aufnimmt, aber mit dem beschriebenen Verfahren lässt sich etwas Risiko aus dem Portfolio nehmen.
Gestaffelte Stop-Loss-Order, die nicht zu weit vom Einkaufspreis weg sind eine zusätzliche Möglichkeit für den riskanteren Aktienanteil. Für einen globalen Dividendenfonds oder -ETF würde ich dieses nicht befürworten, aber für z.B. Small Caps oder auch bei Rohstoffen schon.
Einige Vermögensverwalter sind im August 2011 komplett aus Aktien ausgestiegen und haben den Crash voll mitgenommen, aber die anschließende Erholung nicht. Dieses radikale Vorgehen würde ich nicht empfehlen.
Ich persönlich bevorzuge einen recht großzügigen Anteil von Liquidität, um bei starken Kurseinbrüchen wieder nachkaufen zu können (ähnlich wie übrigens Warren Buffett vorgeht).

Grundsätzlich bin ich der Meinung, lieber den Fokus mehr auf den Schutz von Vermögen legen und dafür als Preis auf ein oder zwei % Rendite zu verzichten.

Viele Grüße
Lars

Lars, (URL) - 04-01-’12 15:34
Matthias Hofmann

Hallo Lars,
deine Einstellung, auf ein oder zwei Prozentpunkte Rendite zu verzichten und mehr Fokus auf den Schutz des Vermögens zu legen, kann ich gut nachvollziehen. Das halte ich prinzipiell für eine sinnvolle Zielsetzung.

Aber deinen Empfehlungen, wie das zu bewerkstelligen ist, kann ich leider nicht zustimmen:

Stopp-Loss-Order ist m. E. aber nichts anderes als Market Timing. Man versucht damit ja, den Markt zu überlisten und mögliche Verluste nicht mitzumachen. Es gibt in der wissenschaftlichen Literatur zahlreiche Belege, dass man mit so einem Vorgehen langfristig schlechter fährt. Zudem wird die Orientierung der Stopp-Loss-Marken am Einkaufspreis als Ankereffekt bezeichnet; das wird zwar häufig von Praktikern empfohlen, ist aber trotzdem nicht sinnvoll. Was soll der (individuelle) Einkaufspreis damit zu tun haben, ob ein Wertpapier gute oder schlechte Zukunftsaussichten hat?

Großzügige Liquidität und dann Nachkaufen bei starken Kurseinbrüchen klingt auch im ersten Moment verlockend. Ist aber auch nichts anderes als Market Timing. Der Traum jedes Anlegers, wenn es funktioniert. Aber leider funktioniert es im Durchschnitt halt auch nicht (siehe ebenfalls eine riesige Menge von wissenschaftlichen Untersuchungen dazu). Was natürlich nicht bedeutet, dass man nicht mal Glück haben kann.

„wenn der Chart aussieht wie eine Fahnenstange“: Das ist Chartanalyse, die ebenfalls nicht funktioniert (siehe ebenfalls eine riesige Menge von wissenschaftlicher Literatur dazu).

Und noch eine Anmerkung zu „bei Gold hat es im Spätsommer 2011 auch gut geklappt“: Rückblickend ist man immer klüger und kann sowas locker behaupten! Prognosen für die Zukunft wären schön, aber die sind halt bekanntermaßen für Kursverläufe kaum bzw. nicht möglich.

Viele Grüße,
Matthias

Matthias Hofmann, (URL) - 04-01-’12 16:18
CyberH

Hallo Holger,

ich möchte, vielleicht nicht völlig passend zu den vorherigen Kommentaren, nicht direkt etwas zum Thema “Jahresrückblick” beitragen, sondern dir auf diese Weise meinen herzlichen Dank für deine stete Bemühungen für ein Blog, das sich mit dem Thema Geldanlage bei Privatpersonen auseinander setzt, ausdrücken. Ein vergleichbar hochwertige (analytisch wie auch vom Schreibstil) geführtes Blog ist mir für den deutschsprachigen Raum nicht bekannt.

Natürlich kann man anführen, dass mehr Finanzmathematik bei der Argumentation und Diskussion gebracht werden könnte. Bin aber der Überzeugung, dass man nicht nur auf die “nackten” Zahlen sehen soll. Geldanlagen beim Otto-Normalanleger, der nicht unbedingt extrem tief in die Materie eintauchen kann (mangels Zeit, Disziplin oder auch fehlendem Verständnis) sollte nicht überwiegend aus “Fakten” heraus gemacht werden, die entstehen, wenn Zahlen interpretiert werden. Aus dem Fokus darf man das natürlich nicht verlieren. Aber ist eben nur ein Aspekt.
Finde, dass du hier eine gute Balance hast.

Seit über einem Jahr schau ich mindestens 1-2x / Woche vorbei ob es Neues gibt. Und es gibt oft sehr viele persönliche Ansichten und Anregungen.
Finde das Blog ausgesprochen gut aufgemacht und auch ausreichend tief.

Bleib auch 2012 so am Ball wie in den letzten Jahren. Eine treue Leserschaft wird dir dann sicher sein!

Viele Grüße,

CyberH

CyberH, - 04-01-’12 19:20
Holger

Hallo CyberH,

vielen Dank. Über ein so differenziertes Lob freue ich mich natürlich besonders. Mehr Finanzmathematik kann ich leider nicht versprechen, ich stoße dabei recht schnell an meine Grenzen (und die Lektüre von “Wirtschaftsmathematik für Dummies” habe ich vor einiger Zeit abgebrochen, so dass auch keine echte Hoffnung auf Besserung besteht…).

Andererseits glaube ich, dass sich viele wichtige Prinzipien auch ohne Mathematik darstellen lassen.

Viele Grüße

Holger, (URL) - 06-01-’12 19:34
Holger

Hallo Lars,

ich kann Deinen Ansatz verstehen – und natürlich ist Kapitalerhalt wichtig. Aber ich glaube, gerade als junger Mensch ist es tatsächlich nicht das wichtige, weil das größte Kapital, das man dann hat die eigene Arbeitskraft ist. Also kann man durchaus etwas aggressiver versuchen, durch eine Portfolio mit einer höheren Rendite-Erwartung auch das Kapital zu vermehren, das einem später mal hilft, wenn es mit dem Humankapital nicht mehr so weit her ist. Wenn man als 25-jähriger einen größeren Teil seines Geldes verliert, ist das eben keine Katastrophe, weil es im Vergleich zum vorhandenen Humankapital eben gar nicht so ein großer Verlust ist wie man beim Blick auf sein Depot denken mag. Deshalb halte ich starre, anlegerunabhängige Grenzen wie eben einen Aktienanteil von 50 Prozent nicht für zielführend.

Bei einer starken Hausse den Aktienanteil zu verringern finde ich konzeptionell auch reizvoll (wir hatten auch anlässlich eines anderen Artikels schon mal darüber diskutiert, wie man das am besten anstellen kann). Aber ich fürchte, Matthias hat Recht und es gibt wirklich sehr viele wissenschaftliche Belege dafür, dass der Verzicht auf Market Timing (statistisch!) die beste Idee ist.

Viele Grüße

Holger, (URL) - 06-01-’12 19:42
CyberH

Hallo Holger,

um meinen vorherigen Kommentar, zum einfacheren Verständnis, zu ergänzen: Gehe mit der Darstellung, ohne zu sehr auf die Finanzmathematik zu achten und sich, wie ich es vorher auch schon angesprochen habe, auf ein Zahlenwerk zu verlassen, absolut konform. Halte ich auch bei meinen persönlichen Anlageentscheidungen so und teile, wie wohl auch viele andere treue Besucher des Blogs, das immer stark ausbaufähige Wissen über die mathematischen Modelle dazu.

Denke es macht ab einem gewissen Punkt nicht immer so viel Sinn, bis ins kleinste Detail alles exakt zu haben, denn wenn sich die Welt vollständig als Modell abbilden lassen würde, wäre es etwas triest Mensch zu sein. Das ist meine Einschätzung, die nicht jeder teilen muss ;)

In dem Sinne: Bitte weiter so!

Viele Grüße,

CyberH

CyberH, - 06-01-’12 22:30
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