Rohstoff-ETFs im Vergleich: der EasyETF S&P GSCI
In der inzwischen nicht mehr ganz so kleinen Rohstoff-Serie hatte ich zuletzt einen ETF vorgestellt, der den Dow Jones-AIG Commodity Swap Index abbildet. Als zweiter ETF ist heute der EasyETF S&P GSCI dran. Wie der Name schon sagt, bildet der Fonds den S&P GSCI ab, einen der wichtigsten Rohstoff-Leitindizes weltweit.
EasyETF ist ein Tochterunternehmen von Axa und BNP Paribas, in Deutschland aber eher eine kleine Nummer auf dem ETF-Markt. Entsprechend gibt es die ohnehin recht nervige Website (irgendein Flash-Teil verlangsamt meinen Computer derbe) nur in Englisch und Französisch. Schon mal ein kleiner Minuspunkt.
Jedenfalls: Der Fonds bildet den S&P GSCI in seiner Total-Return-Variante ab, also inklusive der Zinsgewinne. Der Index selbst existiert seit 1991 und ist einer der wichtigsten Rohstoff-Leitindizes weltweit. Anders als der Dow Jones-AIG Commodity Swap wird der S&P GSCI einzig nach dem weltweiten Produktionsvolumen der 24 enthaltenen Rohstoffe berechnet. Das Handelsvolumen der Futures spielt keine Rolle. Allerdings gibt es gewisse Mindestanforderungen an die Liquidität der Futures (die ich aber nicht nachvollziehen kann). Im Ergebnis führt die Indexkonstruktion aber zu einer völlig anderen Aufteilung als beim Dow-Jones-AIG-Index.
Fakten zum S&P GSCI
Die fünf größten Positionen im GSCI am 8. Mai 2009 waren (Quelle: S&P):
- Erdöl/WTI (36,39 %)
- Erdöl/Brent (12,75 %)
- Erdgas (5,01 %)
- Benzin (4,88 %)
- Weizen (4,32 %)
Man sieht: Der Index besteht fast nur aus Energieträgern. Damit man aber auch einen Überblick darüber bekommt, was sonst noch enthalten ist, hier die Zusammensetzung nach Sektoren (allerdings zum 31. Dezember 2008):
- Energie (67,49 %)
- Landwirtschaft (17,09 %)
- Industriemetalle (6,85 %)
- Vieh (5,27 %)
- Soft Commodities (4,30 %)
- Edelmetalle (3,3 %)
Mit der Diversifikation ist es also so eine Sache. Goldman Sachs allerdings argumentiert, dass diese Art der Indexkonstruktion die einzig vernünftige sei – sowohl, wenn es um die Abbildung der tatsächlichen volkswirtschaftlichen Verhältnisse geht, als auch für die Abbildung der Investment-Performance. Die Begründung: Für Rohstoffe gibt es keine so einfache und einheitliche Messgröße wie die Marktkapitalisierung bei Aktien. Also sollte ein Index am besten nachvollziehen, wieviel Kapital tatsächlich in diesen Rohstoffen angelegt ist. Dazu aber in einem späteren Artikel mehr.
Darüber hinaus kann diese Art der Indexkonstruktion tatsächlich auch für Anleger Vorteile haben: Historisch betrachtet notierte die Öl-Futures-Forwardkurve nämlich meist in Backwardation, während Metalle sich oft im Contango befanden, was zu Rollverlusten führt. Und der Anteil von Metallen im S&P GSCI ist eben deutlich niedriger als im Dow Jones-AIG Index.
Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Indexfonds gibt es aber natürlich trotzdem: Wie der iShares-ETF ist das EasyETF-Produkt thesaurierend und swap-basiert.
Fakten zum EasyETF S&P GSCI
- WKN: A0EAZC
- ISIN: LU0203243414
- Domizil: Luxemburg
- Auflagedatum: 19. Mai 2005
- Fondswährung: Euro
- Fondsvolumen (Februar 2009): 245,9 Mio. Euro
- Verwaltungsgebühr: 0,45 %
- Max. Spread: 3 %
- Xetra-Liquiditätsmaß: 8,33
Die Angaben basieren auf dem Factsheet von EasyETF und der Website der Deutschen Börse.
Zum Weiterlesen:
- Rohstoff-ETFs im Vergleich: der iShares Dow Jones-AIG Commodity Swap
- Futures, Rollierung, Contango und Backwardation
- Rohstoffe: Aktien, Futures oder Ölfässer?
- Welche Rendite bringen Rohstoffe - und wie riskant sind sie?








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