Alstria und ich - die Analystenkonferenz

Gerade höre ich also die Analystenkonferenz zu den Alstria-Quartalszahlen von gestern. Aufregend ist anders (zum Glück). Aber ein paar neue Erkenntnisse gewinnt man ja doch immer.

Zum Beispiel: Das in Hamburg verkaufte Gebäude ist noch 18 Jahre lang an die Stadt Hamburg vermietet. Kein Wunder also, dass es Menschen gibt, die das gerne kaufen wollten (und zwar ein paar Prozent über Buchwert). Exakt dieser Typ von Immobilien (nicht zu groß, langfristig vermietet) scheint im Moment verkäuflich zu sein. Olivier Elamine (CEO) beharrt aber darauf, dass das Objekt keiner der "Kronjuwelen" des Portfolios war. Alstria habe noch viele ähnliche Immobilien in Hamburg.

Er hat außerdem bestätigt, dass an weiteren Verkäufen gearbeitet wird - aber keine Details. Klingt aber okay. Grundsätzlich scheint die Nachfrage vor allem von deutschen Investoren zu kommen. Das Gebäude in Hamburg hat Alstria an einen privaten Investor verkauft.

Außerdem gab's eine Erklärung für die Bewertungsverluste, die nicht von der Steuererhöhung ausgelöst wurden? Wenn ich das richtig verstanden habe, resultieren sie aus Verbesserungen an den Gebäuden, die aber - zumindest in der Bilanz - nicht den Gebäudewert erhöhen. Alstria hat das Geld investiert und dann direkt als Kosten verbucht. Und jetzt warten sie darauf, welche Auswirkungen das auf die offizielle Bewertung am Jahresende haben wird.

Diese Verbesserungen waren nötig, um ein Gebäude zu höheren Quadratmeterpreisen zu vermieten. Das ist überhaupt interessant: Alstria weist immer darauf hin, dass ihre Mietpreise derzeit unter den Marktpreisen liegen. Also gibt es bei Neuvermietungen Spielraum nach oben. Dafür sind aber offenbar regelmäßig auch Investitionen nötig - zum Beispiel in schöne, neue Teppiche (das andere Beispiel habe ich vergessen).

Sehr interessant war außerdem die Frage des Deutsche-Bank-Analysten: Warum wird die Aktien-Dividende mit einem Discount von mindestens 20 Prozent auf den Marktpreis angeboten? Die Erklärung: Für die Höhe des Discounts sind zwei Faktoren verantwortlich - die Volatilität im Aktienmarkt und die Zeitspanne, die zwischen der Entscheidung für die Aktiendividende und der Auslieferung vergeht. Beides erhöht schließlich die Unsicherheit für die Investoren.

Außerdem noch zwei beruhigende Statements: Nach Aussagen von Elamine befindet sich Alstria voll auf Kurs und die Ergebnisse stimmen mit den Planungen des Vorstands überein (aber was soll er auch anderes sagen?). Und eine Kapitalerhöhung oder Wandelanleihe soll es nicht geben.

Insgesamt: Ich finde die Gelassenheit des Vorstands bei den Konferenzen immer ziemlich beruhigend. Sie erwecken erfolgreich den Eindruck, dass bei Alstria alles transparent abläuft und gut gemanagt wird. Hoffen wir mal, dass der Eindruck nicht täuscht...

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