Günstig - oder nur billig?
Was mir gestern passiert ist, hat nur ziemlich am Rande mit Geldanlage zu tun, aber es hat mich doch an einen Grundsatz erinnert, den viele regelmäßig zu vergessen scheinen: Was günstig aussieht, ist in Wirklichkeit vielleicht einfach nur billig - und Schrott. Ob es um Aktien von Vivacon (keine Beurteilung, nur eine spontane Assoziation...) geht oder um ein Buch.Ja, ein Buch. Ich habe es nämlich geschafft, beim Buchkauf zu versagen. Und zwar so: Samstagnachmittag durchstöbere ich Amazon, weil ich "A Random Walk Down Wall Street" kaufen will, den Investmentklassiker von Burton Malkiel. Ich finde auch direkt mehrere Ausgaben und entscheide mich für eine (die neueste). So weit, so gut - bis hierher kein Versagen.
Weil Amazon aber schon immer innovativ war, wenn es darum ging, Kunden zu weiteren Käufen zu verführen, präsentiert die Seite mir Bücher, die mich außerdem interessieren könnten. Darunter: "One Up on Wall Street" von Peter Lynch. Gebundene Ausgabe. 3,58! Drei Euro Acht und Fünfzig! Also: Hirn ausschalten, klicken, kaufen, bestellen. Warten (nicht lange natürlich, aber ich will ja nicht noch mehr Werbung für Amazon machen).
Schon am Montagabend fand ich die Benachrichtigung von DHL in meinem Briefkasten, am Dienstag holte ich das Päckchen ab - und war beim Aufpacken schockiert. "One up on Wall Street" hat ungefähr Streichholzschachtelformat, keine 100 Seiten, und auf jeder stehen etwa 20 Wörter. Uff. Eine Miniaturausgabe. Na ja, wenigstens hat sie nicht viel gekostet...
Jedenfalls: Wenn man bedenkt, dass es heutzutage nicht wesentlich länger dauert, Aktien von Infineon (sicher ein hervorragendes Unternehmen) zu kaufen als ein Buch bei Amazon, sollte man gut darauf achten, dass man im entscheidenden Moment nicht sein Hirn von der eigenen Gier auffressen lässt. Denn auch Aktien sind oft einfach nur deshalb billig, weil das zugehörige Unternehmen tatsächlich nichts wert ist. Ganz doof ist der Aktienmarkt als Ganzes nämlich definitiv nicht.








So ein Klick-Malheur ist mir diese Woche auch passiert – allerdings hat das richtig viel Geld gekostet. Als der Dax vor einigen Tagen die Treppe runter gefallen ist, wollte ich ein Stoploss setzen – 100 Punkte unter aktuell. Da der Stopkurs nicht erreicht wurde wollte ich die Position bei knapp über 5000 auflösen, aber alle Zertis waren weg. Was ist passiert? Ich habe in meiner Dusseligkeit limitiert verkauft