Bald ein neuer REIT in Deutschland: Hamborner
In der kommenden Woche sollen die Aktionäre des Duisburger Immobilienunternehmens Hamborner AG Nägel mit Köpfen machen: Die Hauptversammlung soll am 9. Juni die Umwandlung des Unternehmens in einen REIT beschließen. Das dürfte eine gute Nachricht sein - sowohl für das Unternehmen selbst als auch für die Anleger in Deutschland.
Im Interview mit dem Branchenportal REITs in Deutschland erklärt jedenfalls Hamborner-Vorstand Hans Richard Schmitz: "Der REIT-Status hat für Hamborner nur Vorteile. Unser Geschäftsmodell entspricht in weiten Teilen ohnehin bereits dem REIT-Konzept. Durch die Umwandlung müssen wir uns nicht grundsätzlich neu ausrichten und wir entledigen uns mit einem Schlag dem gesamten Thema Steuern. Sei es die Zinsschranke, seien es die massiven Einschränkungen um die erweiterte Gewerbesteuerkürzung in Anspruch nehmen zu können – das und vieles mehr muss uns dann nicht mehr kümmern."
Soviel also zu den Vorteilen für die Hamborner AG. Und die Anleger? Die könnten langfristig davon profitieren, dass der REIT als Anlageform in Deutschland gestärkt wird. Schließlich bieten REITs viele Vorteile. Nur: Die REITs kamen in Deutschland auf den Markt, als der Höhepunkt des zurückliegenden Booms gerade überschritten war. Und - bei aller Sympathie für Alstria Office: Sie haben derzeit einfach keinen besonders guten Ruf in der breiten Öffentlichkeit. Wie auch, wenn die Aktienkurse der Gesellschaften bisher hauptsächlich einen Weg kannten: nach unten.
Wenn nun also die Hamborner AG dazu kommt und die Zahl der deutschen REITs damit auf drei steigt, dann dürfte das für das Anlagesegment einen Image-Schub bewirken. Denn Hamborner ist so ziemlich das solideste Immobilienunternehmen, das man sich vorstellen kann: Die Eigenkapitalquote lag Ende des ersten Quartals bei 53 Prozent, das Unternehmen verbuchte einen Quartalsgewinn. Und der Buchwert je Aktie lag Onvista zufolge Ende des Jahres 2008 sogar unter dem derzeitigen Börsenkurs (7,70 Euro). Kennt jemand noch ein anderes Immobilienunternehmen, bei dem das der Fall ist? Ich nicht. Sieht also aus, als könnte ein so solider neuer Wert dem REIT-Segment der Deutschen Börse nur gut tun.








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