Gastbeitrag: Portfoliostruktur für Privatanleger – Update

Wie erstellt man sein eigene Portfolio

Gastautor Max meldet sich nach zwei Jahren zurück und beschreibt wie sich sein Portfolio entwickelt hat – seine Anlagestrategie hat er beibehalten. Er möchte damit einseits eine Vorlage für andere Anleger bieten andererseits ist er interessiert an Kommentaren – auch um eigene Fehler erkennen zu können.

Sein Artikel vom 28.07.2013 findet sich hier: Der Artikel von Juli 2013

 

Seit meinem Artikel im Juli 2013 hat sich in meinem Portfolio einiges getan. Die Strategie ist jedoch die gleiche geblieben. Ich denke, die Diversifikation hat sich verbessert.

Erwartungshaltung

Ich versuche nicht den Markt zu schlagen, vielmehr möchte ich verhindern überteuerte Werte zu kaufen. Diese Werte kaufe ich auf Sicht von mindestens 10 Jahren.

Für Aktien habe ich eine Formel entwickelt in die die Unternehmensgewinne der letzten 5 bis 10 Jahre (je nach Datenlage) und der Buchwert fliessen. Sie werden in Relation zum aktuellen Kurs gesetzt.

Die Formel dient nur als Entscheidungshilfe. Ich versuche auch immer zu beurteilen, ob ich das Unternehmen für zukunftsfähig halte.

Eigene Aufzeichnungen:

  • Ich zeichne alle Wertpapier-Umsätze auf, d.h. Käufe, Verkäufe, Dividenden und Zinsen. Damit kann ich auch im nachhinein Fehler erkennen.
  • Ich schreibe mir bei Käufen und Verkäufen i.d.R. auch die Begründung auf.
  • Ich habe für mich Sparziele definiert, die ich anhand eines Sheets auch überprüfe. In diesem Sheet sind auch die Zins- und Dividendenzahlungen ersichtlich. Allerdings nehme ich es nicht soo ernst, dass ich auf Lebensqualität verzichten würde, um meine Sparziele zu erreichen. Ich verzichte nur auf unnötige Konsumausgaben. Die Sparrate liegt bei ca. 50% meines Einkommens.
  • Wie ich im Juli 2013 erwähnt hatte, pflege ich eine Tabelle, in der die Assetklassen-Verteilung des Portfolios ersichtlich ist. Sie zeigt auch an, welche Assetklasse beim nächsten Kauf „dran“ ist.

Die eigene Immobilie

Ich wohne immer noch in meiner bezahlten Immobilie und betrachte sie nach wie vor als Asset. Denn sie wirft einen monatlichen Ertrag von ca. 700 Euro (gesparte Kaltmiete minus Erhaltungsinvestitionen) ab. Ausserdem könnte ich sie jederzeit verkauften. Die Bewertung der Immobilie habe ich in meiner Assetklassen-Tabelle unverändert gelassen, obwohl sie aktuell aufgrund der sehr guten Lage wahrscheinlich teurer verkauft werden könnte.

Aktien: Einige meiner Käufe / Verkäufe

28.02.2014 Verkauf RWE Aktie: Ich habe diese Aktie mit einem Gewinn von knapp 10% verkauft, da das Unternehmen Verluste gemacht hat und ich nicht absehen konnte inwieweit man Atomkraftwerke in den Buchwert gerechnet hatte. Das war mir zu riskant.

RWE zu verkaufen betrachte ich aus heutiger Sicht als richtige Entscheidung.

23.12.13 – Verkauf Telekom: Mit mit knapp 30% Gewinn verkauft, weil mir das KGV für einen „Beamtenladen“ zu hoch vorkam. Ich hätte stattdessen lieber AT&T im Depot gehabt, da diese Firma (nach KGV/Buchwert) deutlich günstiger bewertet war. Der Kurs von AT&T ist mir aber leider weggelaufen – ich kaufe immer mit Limit.

Die Telekom zu verkaufen war aus heutiger Sicht ein Fehler, da die Begründung zu schwach war. Das Unternehmen hat schliesslich keine Verluste gemacht.

14.04.14 – Nachkauf Dt. Bank: Ich bin immer noch überzeugt, dass die Bank auf Sicht von 10 Jahren ein gutes Investment ist. Ich habe nachgekauft und zusätzlich am 26.06.14 das Bezugsrecht ausgeübt und damit weitere Aktien erworben.

24.02.14 – Kauf Goldman Sachs: Wurde zu dieser Zeit von Warren Buffet gekauft und die Bewertung war nach meiner Formel moderat. Am 28.05.15 habe ich einen Teil der Aktien mit 43% Gewinn verkauft. Die Bewertung war nach meiner Ansicht nicht mehr so moderat – dennoch rechtfertigen solche Begründungen eigentlich keinen Verkauf. Aber durch den Teilverkauf konnte ich mein Depot weiter diversifizieren.

21.01.2015 – Kauf Einhell: Das war ein Kauf im Depot des Blogs „simple Value investing“. Meine Bewertungs Formel hat auch hier eine moderate Bewertung ergeben.

21.08.2015 -Kauf Vanguard ETF All World: Ja, ich habe einen ETF gekauft. Auf diesen ETF bin ich durch den Blog von Finanzwesir gestossen, den ich regelmäßig lese. Der ETF ist replizierend und ausschüttend. TER 0.25%.

Was könnte ich verbessern

Ich handle nicht viel aber es könnte noch weniger sein. Ich werde in Zukunft versuchen meine Verkäufe und auch die Teilverkäufe zu reduzieren.

Hier sind die Assets meines aktuellen Portfolios aufgeführt

  • Immobilie
  • physisches Gold
  • Barbestand
  • Aktien
    • Rheinmetall (DE0007030009)
    • Heidelberg Cement (DE0006047004)
    • Goldman Sachs (US38141G1040)
    • Berkshire Hathaway (US0846707026)
    • Capital One Financial (US14040H1059)
    • Einhell (DE0005654933)
    • Münchner Rück (DE0008430026)
    • Royal Dutch Shell (GB00B03MLX29)
    • Samsung (US7960508882)
    • Deutsche Bank (DE0005140008)
    • Porsche Holding (DE000PAH0038)
    • Chevron (US1667641005)
    • Vale (BRVALEACNOR0)
  • Auslandswährungs-Anleihen
    • Total Capital – CAD (XS1108799039)
    • New South Wales Treasury – AUD (AU3SG0000367)
    • Kreditanstalt für Wiederaufbau – NZD (XS0817659526)
    • Königreich Norwegen – NOK (NO0010313356)
  • ETF
    • Vanguard FTSE All World (IE00B3RBWM25)

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17 Responses

  1. Da hat sich schon eine ziemliche menge angesammelt an Wertsachen, ich würde auch gerne Anlegen, wenn ich was zum Anlegen hätte! 😀

  2. Jan sagt:

    Hallo Max,

    ich möchte an dieser Stelle ein paar Anmerkungen zu deinem Depot machen. Diese sind vollkommen subjektiv und sind ausschließlich meine eigene Meinung.

    Im Bereich Aktien wäre für mich der Anteil der Öl- und Finanzwerte zu hoch. Bei Gleichgewichtung wäre mir das zu viel.
    Spannend wäre darüber hinaus auch deine prozentuale Verteilung der Anlageklassen. Gerne auch ohne Immobilie, dann kann man die Werte nicht zurückrechnen.
    Ich selbst verfolge eine ähnliche „passive Assetverteilung“. Ich habe feste Quoten für die Anlageklassen und schiebe jede Sparquote wieder in die untergewichtete Klasse.

    VG
    Jan

  3. Christoph sagt:

    Hallo Max,
    wenn Du nicht versuchst, den Markt zu schlagen (Deine Erwartungshaltung), dann verstehe ich nicht, wozu Du den ganzen Aufwand betreibst.
    Den Markt nicht zu schlagen bekommst Du mit ETFs doch fast geschenkt.

  4. Dummerchen sagt:

    Ja, Christoph, das geht mir wie dir. Er hat es vor Jahren aber auch schon mal versucht zu erklären: http://m.der-privatanleger.de/entry/524/gastbeitrag-warum-ich-in-aktien-und-nicht-in-etfs-investiere
    Einige Argumente wurden ja schon in den Kommentaren entkräftet – vermutlich hält er am einmal eingeschlagenen Weg fest.

  5. Ric sagt:

    Hallo Max,

    ein spannendes und sauber diversifiziertes Portfolio.
    Berkshire Hathaway, Münchener Rück und Shell sind meiner Meinung nach gute Investitionen und auch ein EFT World kann nie schaden.
    Aber ich muss zugeben, dass die Deutsche Bank und Samsung nicht den Weg in mein Depot finden würden. Die Deutsche Bank aufgrund der ganzen Betrugsfälle nicht, da ich kein Unternehmen halten möchte, was so unehrlich ist. Samsung nicht, da sie sehr Abhängig von den zukünftigen Trends und der der Technologischen Entwicklung sind. Ich denke da an Kodak…

    Ansonsten viele Grüße und weiterhin viel Erfolg.
    Ric

  6. Gaste sagt:

    Hi, warum diese Samsung und nicht diese Samsung hier –>> Samsung Electronics Co. Ltd. R.Shs(NV)Pfd(GDR144A)1/2SW5000?

    Dane für eine kurze Erklärung.

    Grüsse

  7. Max sagt:

    @Jan: Du hast Recht: Öl und Finanz sind übergewichtet. Das liegt daran, daß sie runtergeprügelt wurden und ich gerne einige Jahre darauf warte, daß sich die Lage wieder normalisiert.
    Öl: Ich denke in einigen Jahren wird das Öl wieder teurer und die Unternehmen sind dann unterbewertet.

  8. Max sagt:

    @Christoph: Ich habe lieber „echte“ Aktien anstelle von ETFs. Das mag paranoid sein, aber so bin ich halt nunmal :-).
    Ausserdem arbeite ich selbst in der Finanzindustrie und habe hier offen gesagt kein Vertrauen als Privatanleger. Die Finanzindustrie findet immer wieder Wege die Privatanleger zu schröpfen und ich bin überzeugt davon, dass sie das auch bei ETFs schafft.

  9. Max sagt:

    @Ric: Ja, ich kann Dich verstehen.
    Allerdings kannst Du dann nach meiner Meinung keine Bank, keine Versicherung und nun wohl auch nicht mehr VW bzw. Porsche halten.
    Es wird dann halt sehr eng mit der Auswahl.

  10. Gaste sagt:

    Hi again, kleiner Follow up. Könntest Du noch kurz erklären wieso diese Samsung Aktie und nicht die andere Variante die in Deutschland gehandelt wird. Vielen Dank vorab.
    Grüsse

  11. Max sagt:

    @Gaste: Das muss ein Missverständnis sein. Ich habe die Samsung über Xetra gekauft.

  12. Gaste sagt:

    Mein Post war weg ?

    Ich glaube wir reden einander vorbei ? Es gibt 2 Samsung Electronics Aktien. die gehandelt werden. Eine 881823 und Deine 896360. Warum hast Du dich für die 896360 entschieden ?

    Grüsse

  13. Max sagt:

    @Gaste: Ich habe mich nicht bewusst dafür entschieden. Ich habe die Samsung-Aktie mit der angegebenen Isin im Depot und ich habe sie über Xetra also an einer deutschen Börse gekauft.

  14. Elmar sagt:

    Hallo Max,

    auch für meinen Geschmack etwas zu viel Finanzen. Jedoch hast Du Deine Beweggründe ja geschildert und bist bereit gern etwas länger Geduld aufzubringen. In dieser Zeit relativiert sich das Ungleichgewicht sicher auch etwas durch Nachkäufe in anderen Branchen.
    Dein Sparrate von 50% finde ich beachtlich. Ich liege deutlich darunter (

  15. Hallo Max,

    zu deinem Portfolio fallen mir zwei Dinge auf:

    1. Vergangenheitsbezogene Daten zur Entscheidungsfindung für den Kauf von Aktien heranzuziehen, ist wenig sinnvoll. Sie haben keine Prognosekraft für die Zukunft.

    2. Einzelne Aktien zu kaufen ist ebenfalls weniger sinnvoll als in breit anlegende ETFs zu investieren und damit die Anlageklassen Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe abzudecken.

    Falls du interessiert bist, hier eine Buchempfehlung: Gerd Kommer: Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs, 4., aktualisierte Auflage, Campus Verlag, Frankfurt und New York 2015.

    Diesem Buch kannst du zahlreiche wertvolle Hinweise und Tipps zur Optimierung deines Portfolios entnehmen.

    Viele Grüße

    Jürgen

  16. Hansetrust sagt:

    Hallo,
    uns würde interessieren ob eine weitere Diversifizierung für Dich in Frage käme, wir vermitteln Beteiligungen an ausgewählten alternativen investmentfonds der marktführenden Initiatoren mit positiver Leistungsbilanz und hervorragendem Management. Deinem Artikel entnehmen wir dass Du einen relativ großen Anlagehorizont verfolgst, somit könnte dies für Dich zur weiteren Streuung doch durchaus interessant sein?

  17. Heli001 sagt:

    Ein herzliches Hallo an alle,

    hier kündigt sich ein interessantes Investment an:
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