ETF-Musterdepot: Die Strategie des Arero mit ETFs nachbauen

Ein Weltportfolio aus Aktien, Anleihen und Rohstoff-Futures kann man auch selbst zusammenstellen

Der von Professor Martin Weber (Uni Mannheim) entwickelte Mischfonds Arero wurde schon oft gelobt: Er verknüpft ein nach wissenschaftlichen Kriterien entwickeltes Weltportfolio mit passivem Management und entsprechend niedrigen Kosten. So eröffnet er Privatanlegern die Möglichkeit, ihr Geld auf einfache Weise günstig anzulegen. Nur: Der Arero setzt Swaps zum Erreichen seiner Anlageziele ein. Im Grunde besteht der ganze Fonds nur aus einem Portfolio von Anleihen deutscher Landesbanken und einer Swap-Vereinbarung mit einer Bank. Vielen ist eine solche Konstruktion unheimlich. Aber auch die müssen nicht verzagen: Sie können die Strategie des Arero relativ einfach selbst nachbauen. Das hat nebenbei auch noch eine Reihe weiterer Vorteile (und ein paar Nachteile).

Die Vorlage für das ETF-Musterdepot: die Arero-Strategie im Überblick

Der Arero versucht, die Wertentwicklung eines Portfolios abzubilden, das zu 60 Prozent aus Aktien (weltweit diversifiziert), zu 25 Prozent aus europäischen Staats-Anleihen und zu 15 Prozent aus einem diversifizierten Rohstoff-Index besteht.

Der weltweite Aktienmarkt soll durch vier Indizes des Anbieters MSCI abgebildet werden, die Entwicklung europäischer Staatsanleihen durch einen IBoxx-Index, und im Rohstoff-Teil des Portfolios setzt der Arero auf eine Dachfondskonstruktion, indem er in den DB Platinum Commodity Euro Fonds investiert.

Der Aufbau des Aktien-Portfolios des Arero

Das Aktienportfolio des Arero ist in vier Regionen unterteilt: Europa, Nordamerika, Pazifik und Emerging Markets. Der Anteil jeder Region am Portfolio bemisst sich nach dem Anteil der Region am Welt-Bruttoinlandsprodukt. Konkret sind folgende Indizes enthalten:

  • MSCI Europe: 29,9 Prozent (17,94 Prozent am Gesamtportfolio)
  • MSCI North America: 29,26 Prozent (17,56 Prozent am Gesamtportfolio)
  • MSCI Pazific: 12,12 Prozent (7,27 Prozent am Gesamtportfolio)
  • MSCI Emerging Markets: 28,72 Prozent (17,23 Prozent am Gesamtportfolio)

Die Werte beziehen sich auf den Stand zum letzten Rebalancing-Termin am 5. Februar 2010, sind also ziemlich aktuell (ändern sich aber auch weniger fix als etwa die Marktkapitalisierung des Aktienmarktes.

Alle Indizes lassen sich komfortabel mit ETFs nachbilden. Die entsprechenden ETFs zähle ich weiter unten beim Zusammenbau des konkreten Depots auf.

Der Aufbau des Anleihen-Portfolios des Arero

Der Anleihen-Anteil des Arero-Portfolios ist schnell abgehandelt: Der Fonds bildet die Entwicklung eines diversifizierten Korbes von Euro-Staatsanleihen ab. Der dazu benutzte Index heißt iBoxx Euro Sovereigns Index. Einen passenden ETF suchen wir weiter unten.

Die Abdeckung des Rohstoff-Universums beim Arero (aber nicht im ETF-Musterdepot)

Um auch Rohstoffe (bzw. einen Index auf Rohstoff-Futures) im Portfolio zu haben, setzt der Arero auf eine Dachfondskonstruktion: Er hält Anteile des DB Platinum CommodityEuro Fonds. Das hört sich zunächst schlimm an (wegen der Kostenbelastung), allerdings hält die sich einigermaßen in Grenzen. Weil der Arero in die Anteilsklasse I1C des Fonds für institutionelle Anleger investiert, liegt die TER bei 0,86 Prozent. Dennoch: Sie fällt zusätzlich zu den Arero-Gebühren an.

Der Fonds bildet laut Arero-Informationsmaterial offenbar den DB Commodity Index ab, einen hauseigenen Rohstoff-Index der Deutschen Bank. Der soll zwischen 1997 und 2009 ein besseres Risiko-Rendite-Verhältnis (eine höhere Sharpe-Ratio) als der Referenzindex S&P GSCI gehabt haben. Ich misstraue solchen selbstgebastelten Indizes aber trotzdem ein wenig, weil über sie oftmals weniger Informationen verfügbar sind. In diesem konkreten Fall finde ich z. B. bei Morningstar die Angabe, dass der Fonds die Entwicklung des FX-Hedged DBLCI-MR TRAC Euro Index abbilden will. Der soll die Preise von sechs Rohstoffen – Rohöl, Heizöl, Gold, Aluminium, Mais und Weizen widerspiegeln. Und währungsgesichert ist er auch noch. Das verursacht meines Erachtens nur überflüssige Kosten.

Kurz: Die ganze Konstruktion überzeugt mich nicht, und ich habe überdies keine Lust, Stunden mit der Suche nach der genauen Indexzusammensetzung zu verbringen. Im Musterdepot wird der Rohstoff-Fonds deshalb durch einen ETF auf einen weit verbreiteten Rohstoff-Index ersetzt. Wer mag, kann sich natürlich auch die teurere Retail-Variante des Fonds selbst ins Depot legen.

Die Fonds für das ETF-Musterdepot

Ich persönlich bevorzuge voll replizierende, ausschüttende ETFs für mein Depot, das ist aber natürlich Geschmackssache. Jedenfalls nehme ich für jede Region einen solchen voll replizierenden ETF ins Musterdepot auf. In Klammern werde ich aber jeweils auch einen thesaurierenden Swap-ETF als Alternative nennen. Also:

  • Für Aktien aus Europa: ETFlab MSCI Europe (ISIN DE000ETFL284, WKN ETFL28) – Es gibt viele ETFs, die den MSCI Europe abbilden, der von ETFlab scheint mir auf den ersten Blick mit einer Verwaltungsgebühr von 0,30 Prozent der günstigste zu sein. Außerdem ist sein Domizil Deutschland, und man muss als Anleger keine steuerlichen Komplikationen wegen irgendwelcher Zwischenthesaurierungen fürchten. Als voll replizierende Alternative kommt der iShares MSCI Europe (ISIN DE000A0M5X28, WKN A0M5X2) in Betracht, der mit einer Verwaltungsgebühr von 0,35 Prozent aber etwas teurer ist. Dafür hat er ein deutlich größeres Fondsvolumen (der ETFlab-Fonds ist nämlich winzig). Der wohl günstigste in Deutschland gehandelte Swap-ETF ist der Comstage ETF MSCI Europe TRN (ISIN LU0392494646, WKN ETF111). Für ihn wird lediglich eine Pauschalgebühr von 0,25 Prozent pro Jahr fällig.
  • Für Aktien aus Nordamerika: der iShares MSCI North America (ISIN DE000A0J2060, WKN A0J206) – Wer nicht nur in die USA, sondern in den gesamten nordamerikanischen Aktienmarkt investieren will, hat keine große Auswahl. Die Börse Frankfurt listet genau einen voll replizierenden ETF auf diesen Index auf. Kosten: 0,40 Prozent pro Jahr. Günstiger ist der Swap-ETF, der Comstage ETF MSCI North America TRN (ISIN LU0392494992, WKN ETF113). Die Pauschalgebühr für ihn liegt bei 0,25 Prozent – genau wie beim MSCI-Europe-ETF von Comstage.
  • Für Aktien aus der Pazifik-Region: der Comstage ETF MSCI Pacific TRN (ISIN LU0392495023, WKN ETF114). Ich muss schon sagen: Der gar nicht mal so große Anbieter Comstage wird mir immer sympathischer. Comstage ist nämlich der einzige Emittent, der einen ETF auf den MSCI Pacific im Angebot hat. Will man den MSCI Pacific mit ETFs von anderen Anbietern nachbauen, muss man auf einen ETF auf den MSCI Japan und einen auf den MSCI Pacific ex-Japan zurückgreifen. Warum, will mir nicht in den Kopf. Also gibt es jetzt einen thesaurierenden Swapper im Musterdepot. Pauschalgebühr dafür: 0,45 %
  • Für Aktien aus den Schwellenländern: der Xmtch (Lux) on MSCI Emerging Markets (ISIN LU0254097446, WKN A0JMLL) – ETFs zur Abbildung des MSCI Emerging Markets gibt es reichlich. Ich habe mal den von Xmtch genommen, damit auch mal ein kleinerer Anbieter zu seinem Recht kommt. Die TER liegt bei 0,74 Prozent pro Jahr. Als swappender Alternativ-ETF kommt der DB X-Trackers MSCI Emerging Markets TRN Index ETF (ISIN LU0292107645, WKN DBX1EM) in Betracht. Kosten: 0,65 Prozent pro Jahr.
  • Für Eurozonen-Staatsanleihen: der ComStage ETF iBoxx € Liquid Sovereigns Diversified Overall TR (ISIN LU0444605645, WKN ETF500) – Auch wenn ich thesaurierende Anleihen-ETFs hasse wie die Pest: Das Angebot für den vom Arero genutzten Index ist leider sehr, sehr beschränkt. Also nehme ich diesen thesaurierenden Swapper ins Musterdepot auf. Er ist immerhin günstig: 0,12
    Prozent pro Jahr. Alternativ kommen ausschüttende ETFs anderer Anbieter auf andere Indizes in Frage – oder einfach der Kauf einer einzigen Bundesanleihe (oder mehrerer Anleihen mit unterschiedlicher Laufzeit). Vielleicht sogar einfach Sparbriefe. Denkbar sind viele gute Lösungen – die haben nur allesamt wenig mit dem Arero zu tun.
  • Als diversifizierter Rohstoff-Index: der EasyETF S&P GSCI Light Energy Dynamic TR (ISIN LU0309198074, WKN A0MS5U). Ich habe oben schon die Nachteile der Arero-Lösung für die Anlageklasse Rohstoffe aufgezählt. Ich greife daher auf einen ETF zurück, der einen weit verbreiteten Rohstoff-Index abbildet – den S&P GSCI in der Light-Energy-Version. Light Energy deshalb, weil der „Original“-GSCI sehr, sehr rohöllastig und damit meines Erachtens nicht gut diversifiziert ist. „Light Energy“ bedeutet übrigens immer noch einen Energie-Rohstoff-Anteil von mehr als 36 Prozent am 28. Februar 2010. Wer mit diesem ETF nicht zufrieden ist, findet auf Der Privatanleger auch einen Vergleich verschiedener Rohstoff-Indizes. Für alle gibt es auch ETFs. Kostenpunkt für den hier verwendeten ETF: 0,30 Prozent im Jahr.

Die konkrete Zusammensetzung des ETF-Musterdepots

Setzt man all diese Vorgaben für ein ETF-Musterdepot mit einem Volumen von 50.000 Euro um, dann ergibt sich folgende konkrete Zusammensetzung:

  • ETF auf den MSCI Europe: 8.970 Euro
  • ETF auf den MSCI North America: 8.780 Euro
  • ETF auf den MSCI Pacific: 3.635 Euro
  • ETF auf den MSCI Emerging Markets: 8.615
  • ETF auf den iBoxx € Liquid Sovereigns Diversified Overall: 12.500 Euro
  • ETF auf den S&P GSCI Light Energy: 7.500 Euro

Nicht vergessen: einmal im Jahr ein Re-Balancing durchführen – also die Gewichtung der einzelnen Teile des Portfolio so zurücksetzen, dass sie wieder zur Ausgangsgewichtung passen (oder, wenn man ganz genau sein will, zum dann aktuellen Anteil der verschiedenen Regionen am Welt-Bruttoinlandsprodukt).

Eine Anmerkung zur Größe des Depots: Ich habe absichtlich ein Volumen von 50.000 Euro gewählt, weil sich der Aufwand für kleinere Depots kaum lohnen dürfte. Das einfache ETF-Musterdepot von Der Privatanleger ist dann besser geeignet. Wer will, kann das hier skizzierte Depot aber auch mit 20.000 Euro zu akzeptablen Transaktionskosten hinkriegen, denke ich – oder einfach den Arero kaufen.

Die Kosten des BIP-gewichteten ETF-Musterdepots

Wie hoch sind nun die laufenden Kosten des gerade vorgestellten ETF-Musterdepots? Sie lassen sich recht einfach ermitteln, indem man die TER der verschiedenen von mir gewählten ETFs mit ihrem Gewicht im Portfolio multipliziert. Das Ergebnis: 0,36 Prozent pro Jahr. Man bekäme es aber noch günstiger hin, wenn man tatsächlich den billigsten ETF für jeden Teil des Depots nehmen und für den Staatsanleihen-Anteil auf ein Direktinvestment setzen würde.

Die Kostenbelastung des Arero dagegen liegt dagegen bei grob überschlagenen 0,51 Prozent, wenn man die Doppel-Kostenbelastung durch die Dachfonds-Konstruktion im Rohstoff-Teil des Arero mit einbezieht. Den leicht höheren Kosten steht allerdings die Tatsache gegenüber, dass beim Kauf des Arero keine Transaktionskosten anfallen (er wird nicht an der Börse gehandelt und ohne Ausgabeaufschlag verkauft). Und schließlich funktioniert das Re-Balancing auch einfacher und für Anleger kostengünstiger. Unter Kosten-Gesichtspunkten dürfte sich der Eigenbau also schwerlich lohnen.

Wer allerdings sein Depot gerne selbst zusammenschraubt, nicht auf einen auf Swaps aufgebauten Fonds und dessen Management angewiesen sein will und überhaupt gerne größere Freiheiten in der Geldanlage hat, für den kann so ein ETF-Depot eine sehr gute Alternative sein. Schließlich lässt sich in diesem Musterdepot beispielsweise sehr einfach der Staatsanleihen-Anteil erhöhen und der Aktienanteil senken. Genauso gut lässt sich der Rohstoff-Anteil durch Offene Immobilienfonds oder REITs ersetzen. Und so weiter.

Letzte Anmerkung zu diesem ETF-Musterdepot

Ganz zum Schluss noch dies: Selbstverständlich stellt dieser Artikel keine Kaufempfehlung dar, und ich sage auch nicht, dass sich ein solches Musterdepot für viele (oder gar jeden) Anleger eignet. Wer darüber nachdenkt, ein solches Musterdepot anzulegen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die hier vorgestellte Asset Allocation hohe Risiken birgt, weil der Anteil der so genannten risikolosen Anlagen eben nur bei 25 Prozent liegt.

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23 Responses

  1. Hedger sagt:

    Hallo,

    was mich bei der Allocation des Arero am meisten stört, dort sind
    nur Bonds der Eurozone enthalten. Es gibt mittlerweile auch sehr schöne ETF’s auf Anleihen von Schwellenländern.
    Für Leute, die nicht viel am Finanzmarkt agieren möchten, ist der Arero ein ordentliches Basisinvestment, aber mir geht es ähnlich wie Dir, ich baue mir mein Depot auch gerne selbst zusammen.

    Viele Grüße

  2. Holger sagt:

    Ich habe ja auch einen Schwellenland-Anleihen-ETF im Depot. Aber eine wissenschaftliche Begründung habe ich halt nicht dafür. 😉 Ich glaube, als Basisinvestment sind sie tatsächlich unnötig, und ob sie für mein Depot irgendwas bringen, was eine Mischung aus Aktien und Euro-Staatsanleihen auch könnte, weiß ich auch nicht. Aber ich glaube, es lohnt sich, sich mal mit der Frage zu beschäftigen.

  3. Hans sagt:

    Danke für den Tipp! Der ARERO gefällt mir vom Ansatz her ganz gut, aber die Abbildung über Swaps und die Steuerproblematik von ausländischen thesaurierenden Fonds haben mich bisher vom Kauf abgehalten. Ich werde den Aktienteil nur mit ausschüttenden iShares abbilden, dabei aber wohl Pazifik ex Japan und Japan weglassen und Europa, Nordamerika und Emerging Markets entsprechend höher gewichten. Die Performance über 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre und 5 Jahre war damit sogar noch etwas besser.

  4. Holger sagt:

    Hallo Hans,

    ich glaube, ich hatte schon mal geantwortet, aber bei meiner letzten Update-Panne sind wohl auch einige Kommentare verlorengegangen.

    Jedenfalls: Das kann man sicher so machen, aber man sollte sich nicht von der Performance der letzten 1, 3 oder 5 Jahre dazu verleiten lassen, zu denken, dass Japan dauerhaft ein Underperformer bleiben muss.

  5. Nalefiz sagt:

    Hallo,

    wenn ich mir die Performance des COMSTAGE ETF IBOXX im letzten Jahr ( -1,6%), in den letzte 6 Monaten -4,4 %, ansehe, macht es dann nicht Sinn den „sicheren“ Anteil des Depots festverzinslich (2 bis 3 % Rendite) anzulegen?

    Die Zinsen sind ja im Moment sehr niedrig, deshalb erwarte ich in den nächsten Jahren eher Kurverluste bei Renten und entsprechend auch bei Renten – ETFs.

    Viele Grüße,

    Malefiz

  6. Holger sagt:

    Hallo Malefiz,

    das ist eine schwierige Frage, bei deren Beantwortung die Meinungen auseinandergehen. Ich persönlich habe tatsächlich einen Teil meines „sicheren“ Anteils in Festgeld angelegt. Es gibt aber auch Argumente, die dagegen sprechen:

    a) Festgeld ist nicht liquide – man kann es nicht jederzeit zu Bargeld machen. Mit Anleihen geht das.

    b) Festgeld schwankt auch im Wert. Wenn das allgemeine Zinsniveau ansteigt, ist das eigene, zu einem niedrigen Zins angelegte Geld, ebenfalls weniger wert. Man sieht es nur nicht, da man keine Chance hat zu verkaufen.

    c) Die Kursschwankungen, auch die Verluste, des Staatsanleihen-ETFs sind nicht unbedingt unwillkommen, so lange die Anleihen-Kurse nicht in die gleiche Richtung schwanken wie die Kurse der Wertpapiere im riskanten Depot-Teil. Erst durch die Kursschwankungen wird es ja möglich, dass das Depot insgesamt sich ruhiger entwickelt. Und dazu gehören eben auch mal negative Renditen über bestimmte Zeiträume.

    Insgesamt ein schwieriges Thema. Auch die Frage, ob man als Passiv-Anleger auf Veränderungen des Zinsniveaus überhaupt spekulieren sollte, finde ich spannend.

    Viele Grüße

  7. Malefiz sagt:

    Hallo Holger,

    es hätte mich jetzt auch überrascht, wenn es eine einfache Antwort gegeben hätte.(*seufz*)

    Mit meinen (Aktien-) Anlagen der letzten Jahre bin ich ganz zufrieden, möchte aber meine Altersvorsorge nicht (mehr) mit Stockpicking betreiben, sondern einen passiven Ansatz verfolgen. Für einen Sparplan werde ich wohl in Arero gehen und das Besparen von aktiven Fonds einstellen. Das bereits angesammelte Kapital möchte ich aber selbst verwalten, die hier vorgestellte Strategie den Arero nach zubauen gefällt mir gut. Danke dafür!

    zu a) Die Illiquidität stört mich nicht.

    zu b) Wenn ich kurze Festgeldzeiträume nehme kann ich damit leben.

    zu c) Das Depot kann sich schon unruhig entwickeln, wenn es denn nach oben geht. Aber du hast schon recht, wenn man denn auf diese Art diversifiziert, dann sind Schwankungen nach unten nicht unerwünscht.

    Dein letzter Satz trifft voll den Kern des Problems: Ich möchte Passiv-Anleger sein, fange aber direkt an aktiv zu spekulieren.

    Mein Bauch sagt mir, dass ich es so machen werde wie du: zumindest einen Teil des „sicheren“ Depotanteils werde ich festverzinslich anlegen.

    Viele Grüße,

    Malefiz

  8. Holger sagt:

    Hallo Malefiz,

    na ja, man kann alles immer so kompliziert machen, wie man willen, gerade, wenn es um Geldanlage geht. Man kann aber auch einfach sagen: Festgeld ist schon okay. Einen gravierenden Fehler macht man damit sicher nicht. 😉

    Viele Grüße

  9. Malefiz sagt:

    Hallo Holger,

    „man kann alles immer so kompliziert machen, wie man will“

    da hast du natürlich recht.

    Wenn ich da z.B. an die Diskussion zu BIP versus Börsenwert denke …

    Danke, dass du mir geantwortet hast,
    einen schönen Abend,

    Malefiz

  10. Mark sagt:

    Zum Rohstoffanteil des Arero gibt es eine Neuigkeit: Es wird zukünftig ein anderer Index zu Grunde gelegt, der Vorteile im Vergleich zur bisherigen Lösung haben soll „(http://www.arero.de/211-0-News.html)“:http://www.arero.de/211-0-News.html.

    Es wird dort auch auf die Auswahlkriterien eingegangen und die bisherige Zusammensetzung begründet. Grund war offenbar eine Zertifizierung, die damals nur wenige Rohstofffonds bieten konnten.

    Ich habe mich damit noch nicht beschäftigt und weiß daher nicht, ob der neue Fonds eine Verbesserung darstellt. Die Meldung klingt aber zunächst, wie zu erwarten war, ganz gut.

  11. KLEINANLEGER sagt:

    Hallo, Mark!
    Hallo, Herr Handstein!

    Das ist ein interessanter Hinweis.

    Obwohl ich den Arero für ein gutes Produkt halte, hatte mich bislang gestört, dass der Rohstoffanteil über einen Fonds abgebildet wurde. Nach meinem Verständnis erhielt man die diesbezügliche Performance somit nur abzüglich der Kosten dieses Rohstoff-Fonds (die somit zu den eigentlichen Arero-Kosten von 0,45% noch hinzukamen).

    Wenn ich die Arero-News richtig verstehe, wird der Fonds nun durch einen Index ersetzt, so dass insofern die Kostenbelastung wegfällt (bzw. insgesamt sinkt). In den News heißt es dazu: „Auf Indexebene fallen keine Kosten an.“ Wird meine Einschätzung von der Leserschaft geteilt?

    Was mich an einem klassischen Rohstoff-Investment stört, sind die Rollverluste, die bei Rohstoff-Futures regelmäßig entstehen. Aus diesem Grunde habe ich nach Alternativen gesucht, die sich darauf beschränken, in diejenigen Futures „long“ zu investieren, die in Backwardation notieren oder sogar hinsichtlich jener, die sich in Contango befinden, „short“ zu gehen. Ich habe zwei Zertifikate gefunden, die so vorgehen. Das eine ist von der Societe General (WKN SG0MPF) und das andere von der Royal Bank of Scotland (WKN AA0CYS). Last not least dürfte sich das Contango-Problem auch bei Xetra-Gold nicht stellen (WKN A0S9GB).

    Auch diesbezüglich bitte ich um eine kritische Einschätzung der Leserschaft.

    Viele Grüße vom KLEINANLEGER

  12. Mark sagt:

    Nun ja, ich denke die Abwesenheit von Rollverlusten bei Zertifikaten erkauft man sich mit einer Menge anderer Nachteile. Ich habe vor einiger Zeit für mich beschlossen, generell keine Zertifikate zu erwerben.

    Beim Thema Arero würde ich Ihrer Interpretation folgen und vermuten, dass die Kostenbelastung geringfügig sinken wird.

  13. KLEINANLEGER sagt:

    Ja, als Nachteile fallen mir zwei ein:

    Zum einen das Risiko der Insolvenz der Emittenten. Dieses könnte man dadurch vermindern, dass man die Position auf alle drei Zertifikate aufteilt und somit diversifiziert. Da die Position auch insgesamt nicht sehr groß werden soll, wäre ich sogar bei einem Totalausfall aller Aussteller noch nicht „aus dem Spiel“.

    Zum anderen die (z. T.) gegenüber einem Rohstoff-ETF höhere Kostenbelastung. Allerdings sind diese Kosten offen sichtbar, sie stehen fest und sind kalkulierbar. Demgegenüber sind die Rollverluste der Futures unkalkulierbar und intransparent. Unterm Strich müssen die Zertifikate somit nicht unbedingt teurer sein.

    Sehen Sie noch weitere Nachteile, Mark?

    Gruß vom KLEINANLEGER

  14. Holger sagt:

    Hallo zusammen,

    ich sehe den Schritt auch positiv. Zum einen finde ich den Rückgriff auf einen international bekannten Index transparenter als die Abbildung der Rendite eines Fonds der DWS-Muttergesellschaft. Und zum anderen gibt es sicher einen Kostenvorteil. Auch bisher schon war zwar nicht der Fonds selbst im Arero-Vermögen enthalten, sondern eine Swap-Vereinbarung, die dessen Rendite abbildet. Aber die bezog sich auf die Rendite nach Kosten.

    Weiterer Vorteil: Die Abbildung des DJ-UBS-Index, der sich auf die 3-Monats-Futures bezieht, könnte für die Anleger besser sein als die Abbildung eines „klassischen“ 1-Monats-Future-Index (das wurde zum Beispiel im Wertpapier-Forum auch schon ausgiebig diskutiert). In der jüngeren Vergangenheit zumindest hat dieser Index besser abgeschnitten.

    Was die „optimierten“ Zertifikate angeht, bin ich auch kritisch. Zum einen kriegt man die impliziten Kosten durch das Emittentenrisiko nicht weg, auch nicht durch Diversifikation (die verringert höchstens die Auswirkungen einer Emittentenpleite auf das eigene Portfolio). Und zum anderen verursachen kompliziertere Strategien halt höhere Kosten. Aus diesem Grund stehe ich z. B. auch den X-Trackers-ETFs mit dem eingebauten Rolloptimierungs-Mechanismus skeptisch gegenüber.

    Außerdem ist es nicht ausgemacht, dass man langfristig konstant Rollverluste mit 1-Monats-Futures einfahren muss. Historisch war das jedenfalls nicht der Fall, und es gibt sogar eine weit verbreitete Theorie von Keynes, die genau das Gegenteil behauptet: die Theory of Normal Backwardation (weiß nicht, ob’s dafür eine deutsche Übersetzung gibt). Ob diese Theorie zutreffend ist, weiß man aber wohl nicht. Darüber wollte ich auch schon länger mal schreiben. 😉

    Kurz: Die Veränderung beim Arero finde ich gut, die Begründung, dass es beim Start des Arero keine UCITS-konformen Rohstoff-Indizes gegeben hätte, halte ich zumindest für zweifelhaft. Denn der iShares-DJ-UBS-ETF sollte selbstverständlich UCITS-konform sein und wurde bereits 2007 aufgelegt. Aber die Begründung, dass die DB am Anfang noch etwas mehr Geld am Arero verdienen wollte, wäre wohl auch nicht so gut gekommen. 😉

  15. Mark sagt:

    Hallo alle,

    interessanter Aspekt mit der DB/DWS, ich fand es in gewisser Weise schon erstaunlich, dass so ein Produkt wie der Arero überhaupt dort aufgelegt wurde.

    Bei den Zertifikaten gefällt mir grundsätzlich nicht, dass man praktisch nichts weiter als eine Wette mit dem Emittenten abschließt. Man erwirbt keinerlei Unternehmensanteile oder ähnliches, alles was man bekommt ist ein Spielschein. Auf dem steht dann, unter welchen Bedingungen man einen Gewinn/Verlust erhält, oft sind diese Bedingungen recht komplex gefasst.

    Wer da in der Mehrzahl der Fälle als Gewinner herausgeht, sollte klar sein. Man würde die Wette sonst nicht angeboten bekommen. Ich persönlich habe nicht den Eindruck, unter Zuhilfenahme solcher Vehikel eine Gesamtstrategie entwerfen zu können, die mir ein vorteilhaftes Verhältnis von Rendite und Risiko bringt.

    Ich habe aber auf Grund dieser Einstellung natürlich auch keine Erfahrung mit Zertifikaten. Über Kommentare würde ich mich freuen, vielleicht sind sie ja unter bestimmten Umständen doch eine Überlegung wert.

  16. Holger sagt:

    Hallo Mark,

    das mit der DB/DWS war natürlich Polemik. Aber die Erklärung zur Umstellung finde ich tatsächlich zweifelhaft.

    Was Zertifikate angeht: Man wettet dabei ja nicht gegen den Emittenten. Der verkauft einem halt die Derivate-Konstruktion und sichert sich gleichzeitig durch ein Gegengeschäft ab. Und irgendwo unterwegs wird eine Gewinnmarge eingebaut.

    Ansonsten geht es mir wie Dir: Ich scheue komplexe Strategien, weil es schließlich schon bei einfachen Produkten wie ETFs, die Standard-Indizes abbilden, schwer genug ist, den Überblick zu behalten. Das gilt dann aber nicht nur für Zertifikate (es gibt ja auch relativ einfach gestrickte), sondern für alle Anlageprodukte: Ein ETF, der verschiedene Devisen-Strategie-Indizes abbildet, mag aufgrund rückgerechneter Renditen und Korrelationen noch so verlockend aussehen – ich kaufe ihn einfach nicht.

  17. KLEINANLEGER sagt:

    Hallo,

    erst einmal vielen Dank für die konstruktive Kritik an den Zertifikaten. Vieles davon sehe ich ebenfalls so.

    Ein Aspekt, der noch für die Papiere spräche, wäre die Korrelation. In einer Darstellung des Zertifikats der Royal Bank of Scotland wird ausgeführt, die Korrelation zum MSCI World betrage -0,47. Eine derartig negative Korrelation zu Aktien habe ich zuvor noch nirgends gesehen. In der Tat hätte das Produkt in der Zeit höchster Not – nämlich Ende 2008 / Anfang 2009 – hervorragend als Portfolioversicherung gewirkt. Vielleicht ist es ja doch eine Sünde wert…..

    Zur sog. „Normal Backwardation“: Keynes betont das Bedürfnis der Produzenten, sich gegen künftigen Preisverfall abzusichern und deshalb schon jetzt mit leichtem Abschlag die Rohstoffe auf Termin zu verkaufen. Warum das schwerer wiegen soll, als das Bedürfnis der Abnehmer, sich gegen künftige Preissteigerungen abzusichern und deshalb schon jetzt mit leichtem Aufschlag die Rohstoffe auf Termin zu kaufen, leuchtet mir nicht ein. Ich denke, einmal kann das eine, einmal das andere Interesse überwiegen. „Normal“ kann beides sein.

    Gruß vom KLEINANLEGER

  18. Mark sagt:

    Hallo,

    dieser Korrelationswert ist natürlich sehr reizvoll, aber dann kommt wie immer die Frage, ob er auch in Zukunft auf diesem Niveau bleiben wird – und wie immer ist diese Frage nicht zu beantworten.

    Nochmal generell zu Zertifikaten: Natürlich ist es so, dass der Emittent diese zur Absicherung seiner sonstigen Geschäfte verwendet, aber das macht die Situation nicht besser. Der Emittent wird sich, unter Einbeziehung von Gebühren und Provisionen, so stellen, dass er in nahezu jedem einigermaßen wahrscheinlichen Marktszenario seine Zielrendite erwirtschaftet. Er verwendet das Geld der Käufer zur Absicherung seiner Strategie und lässt sie u.U. an der Rendite partizipieren.

    Eine Rendite für den Käufer des Zertifikats schmälert aber die Rendite des Emittenten, daher denke ich, dass man sich zumindest dauerhaft keine großen Hoffnungen machen sollte. Man könnte einwenden, dass die Anleger irgendwann keine Zertifikate mehr kaufen, wenn sie ständig Minderrenditen erwirtschaften. Dieses Problem kann aber durch professionelles Marketing gelöst werden. Die Flut der Produkte und deren Verkaufsprospekte sprechen da eine deutliche Sprache.

    Viele Grüße,
    Mark

  19. Holger sagt:

    Was den Korrelationswert angeht, wäre ich auch vorsichtig – besonders, wenn er direkt vom Emittenten kommt. Der wird zwar nicht gelogen sein, aber natürlich besteht ein Anreiz, solche tollen Werte als Argument im Marketing einzusetzen. Und für solche Zwecke werden dann z. B. oft Backtestings für Strategien gemacht, die leider in der Realität nicht mehr so toll funktionieren (ob das hier der Fall ist, weiß ich natürlich nicht).

    Mark, wenn ich einem Buch von HSBC Trinkaus (ja, auch ein Emittent) glauben darf, dann wird tatsächlich jedes einzelne Zertifikat durch Absicherungsgeschäfte auf dem Terminmarkt gehedgt. Es spielt also keine Rolle, wie es sich anschließend entwickelt. Klar ist natürlich, dass die Gewinnmarge des Emittenten immer die Rendite des Anlegers schmälert. Aber das gilt nicht nur für Zertifikate – deshalb auch mein Hinweis auf intransparente bzw. komplexe Strategie-ETFs. Ich glaube aber schon, dass standardisierte Zertifikate wie z. B. Discounter „fair“ bepreist sein können – hier ist für Anleger ja auch recht einfach ein Preisvergleich möglich. Selbst habe ich mir das aber nie genau angeschaut.

  20. gruselsack sagt:

    Hallo Herrr handstein. auf der suche nach voll replizierten etf bin ich auf einen artikel von ihnen auf suite101 gestossen. dort schreiben sie das etflab und ishares vollreplizieren. zu meiner überraschung stelle ich nun fest das die beiden dax etf des hauses etflab synhthetisch sind. hat sich das geändert, oder meinten sie irgendwelche exoten etf von denen?! vielleicht könnten sie mir hier ein wenig erleuchtung verschaffen, da ich weder sonderlich scharf auf kontrahentenrisiken noch überhaupt auf synthetische produkte bin.

  21. Holger sagt:

    Hallo gruselsack,

    der Artikel auf Suite101 ist grundsätzlich korrekt. ETFlab hat zwar inzwischen, soweit ich weiß, auch synthetische ETFs im Angebot, die DAX-ETFs sind allerdings definitiv voll replizierend.

    Ich hatte allerdings in einem Artikel über den „exotischen“ DAXplus Maximum Dividend ETF geschrieben, dieser nutze Swaps. Auch das war aber ein Irrtum, auf den ein Leser mich vor Kurzem aufmerksam gemacht hat.

    Viele Grüße
    Holger

  22. Selber sagt:

    Schöner Artikel. Noch ein Nachtrag: Das Portfolio kann man auch für ein paar Euro im Monat bei JustETF abonnieren und dann sogar noch ein bisschen tweaken: https://www.justetf.com/arero.html

  23. Christian sagt:

    Wie seht ihr die benötigte Depotgröße von dem BIP Depot (NA/EUR/EM/PAZ) gegenüber dem Marktkap. Depo (World/EM) hinsichtlich der Tatsache, dass es bei der comdirect ein großes Angebot mit Sparplänen für 1,5% gibt?

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