Die meisten Privatanleger benötigen kein kompliziertes Depot, das alternative Anlageklassen wie Immobilien, Rohstoffe oder gar Hedgefonds enthält. Im Gegenteil: Komplizierte Depots kosten möglicherweise unnötig viel Zeit, verursachen nervigen Zusatz-Steueraufwand und erhöhen womöglich auch noch die Transaktionskosten. Warum also nicht einfach ein schlichtes und dennoch gut diversifiziertes Portfolio aufbauen?
Das einfache Musterdepot aus drei ETFs stellt ein solches Portfolio dar. Mit seiner Hilfe können Anleger im Wesentlichen die Aktienmärkte der gesamten Welt abdecken, denn es enthält einen ETF auf den MSCI World und einen ETF auf den MSCI Emerging Markets. Wie beide ETFs zueinander gewichtet werden, ist Sache des Anlegers - eine Gewichtung nach Bruttoinlandsprodukt ist ebenso denkbar wie eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung.
Kein Depot für Anleger mit Home Bias
Allerdings: Innerhalb der einzelnen ETFs steht das Gewichtungsprinzip fest: Es geht um die Free-Float-Marktkapitalisierung der enthaltenen Titel. Das führt dazu, dass Europa, die Eurozone und Deutschland ein eher geringes Gewicht haben. Die USA dominieren. Wer gerne seine Heimatregion übergewichtet (was normalerweise ein Fehler ist), dürfte mit diesem Musterdepot also nicht glücklich werden.
Andererseits ist ein Home Bias auch nichts Empfehlenswertes. Schließlich ist es einerseits ein Trugschluss, dass man die Entwicklung des heimischen Aktienmarktes besser vorhersagen kann als die fremder Aktienmärkte. Und andererseits ist man ohnehin schon in vielerlei Hinsicht von Deutschlands und Europas wirtschaftlichem Wohlergehen abhängig, wenn man hier lebt - unter anderem hat die Wirtschaftsentwicklung Einfluss auf die Sicherheit des eigenen Jobs und auch die Leistungsfähigkeit des Staates. Warum sollte man dann auch noch zusätzlich sein Aktiendepot übermäßig stark darauf ausrichten?
Langer Rede, kurzer Sinn - Details zum Depot finden Sie hier:
Musterdepot: komplettes Portfolio mit nur drei ETFs: In diesem Artikel wird einerseits erläutert, wie sich das Musterdepot zusammensetzt. Andererseits werden auch eine Reihe verschiedener ETFs vorgestellt, deren Vor- und Nachteile in der ausführlichen Diskussion eingehend beleuchtet werden. Zu beachten ist dabei, dass das Musterdepot bereits 2009 erarbeitet wurde. Das Angebot an passenden ETFs ist inzwischen deutlich größer geworden.
Die Performance des einfachen ETF-Musterdepots im Überblick: Dieser Nachfolgeartikel untersucht die Performance des Musterdepots in den Jahren 2008 bis 2011. Neben der Rendite wird auch die Volatilität als Risikomaß dargestellt. Fazit: Mit dem Depot kam man ganz gut durch die Krisenjahr - auch wenn zwischendurch deutliche Verluste zu Buche standen.
Die Auswirkungen von Rebalancing auf das Musterdepot: Der Nachfolgeartikel zum Nachfolgeartikel. Weil die Daten ohnehin schon vorlagen, machte ein Vergleich der Entwicklung des Depots mit und ohne Rebalancing keine große Mühe. Ergebnis: Rebalancing führte zu einer deutlich höheren Rendite - bei allerdings auch höherem Risiko. Ein Naturgesetz sollte man aus diesem aufgrund von vier Jahren gemachten Befund aber bitte nicht ableiten.
Die Performance des einfachen Musterdepots im Jahr 2012: Kurz - und dank des guten Aktienjahres auch ziemlich schmerzlos: So hat sich das Portfolio aus drei ETFs 2012 entwickelt. Sozusagen ein weiterer Nachfolgeartikel zum Nachfolgeartikel.

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